Westfleisch
Produktion läuft auf Hochtouren weiter

Durch die Corona-Krise ist die konzernfreundliche Regierung immer weiter unter Druck geraten. Die Häufung der mit Covid19 Infizierten gerade in der Fleischbranche hat zu einem Verbot der Leih- und Werksverträge in dieser Branche ab 2021 geführt. 

Im Bereich der Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung darf in Deutschland kein Fremdpersonal mehr in Unternehmen eingesetzt werden. Der Einsatz von Werkvertrags- und Leiharbeitnehmern wird damit künftig verboten. Doch diese Regelung ist halbherzig: 

Kleine Handwerksbetriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern sind von diesem Gesetz ausgenommen. Ebenso Leiharbeiter aufgrund einer dreijährigen Befristung:  Auf der Grundlage eines Tarifvertrages ist es möglich, Auftragsspitzen in der Fleischverarbeitung (aber nicht beim Schlachten und Zerlegen) durch Leiharbeiter aufzufangen. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Doch wie sieht es in der Praxis aus? Ich berichte über die Zustände bei Westfleisch in Oer-Erkenschwick (Quelle www.rf-news.de) vom 17.12.20 (Zitat):

Volle Produktion bei Westfleisch - zu Hause AHA

Am Nachmittag bin ich unterwegs zu Westfleisch-Gustoland in Oer-Erkenschwick. Volle Parkplätze davor wie immer. Es ist 16.30 Uhr, Schichtwechsel. Frauen und Männer kommen raus, am Hals hängen die blauen Alltagsmasken.

Ob hier wie immer gearbeitet wird, will ich wissen. "Ja, ganz normal - zu Hause gibt`s Lockdown wegen Corona, hier nicht" sagt eine Arbeiterin. Wie viele kommt auch sie aus Rumänien oder Polen.

"Das klingt verrückt, dumm, ich weiß", ergänzt eine zweite aus einem Pulk daneben. Und fügt hinzu: "Corona ist Unsinn. Gibt es nicht, ist alles Unsinn, manipuliert. Schau mal Internet". Vorm Tor warten Fiat Ducato, und Arbeiterinnen und Arbeiter steigen ein. Ungeschützt, eng beieinander.

Ich verstehe: Wenn Corona harmlos ist, kann am Band gearbeitet werden. In hohem Tempo wie immer. Verharmlosung und Leugnung braucht keinen Arbeiterschutz. Und natürlich: Je mehr bei Westfleisch so denken, desto reibungsloser funktioniert das: Hier volle Pulle Produktion, zu Hause AHA (Abstand halten; Hygienemaßnahmen beachten; Alltagsmasken tragen). Das entspricht genau der Äußerung von BDA-Chef Dulger vom 11. Dezember: "Wenn die Politik schärfere Maßnahmen ins Auge fasst, sollte sie vor allem über die Zeit nach Feierabend nachdenken." Ein herzliches Dankeschön von Westfleisch an die Corona-Verharmloser Schiffmann, Ken Yebsen und Füllmich. - Zitatende.

Es ist kaum damit zu rechnen, dass die Arbeitsbedingungen bei Westfleisch und Co. auch nach Inkrafttreten des neuen Arbeitsschutz-Kontrollgesetzes nachhaltig kontrolliert werden. Durch Corona  und der bereits seit 2018 eingesetzten Weltwirtschaftskrise ist auch bei den internationalen Konzernen bzw. dem internationalen Finanzkapital eine Krise ausgebrochen. Die konzernfreundlichen Regierungen, wozu auch die Bundesregierung zählt, versuchen jetzt, durch Zugeständnisse an die Beschäftigten weitreichende Arbeitskämpfe zu verhindern. 

Doch die Infizierung mit dem Corona-Virus schreitet - trotz hartem Lockdown - immer weiter fort. Ob die ab 27.12.20 durchgeführten Corona-Schutzimpfungen die Corona-Fallzahlen nachhaltig senken können, bleibt abzuwarten. Auf keinen Fall ist die Corona-Krise zu bewältigen, wenn für (nicht lebensnotwendige) Konzerne - dazu zählt in erster Linie die Waffenindustrie -  das Infektionsschutzgesetz im Prinzip nur auf dem Papier existiert!

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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