Unblock Cuba
Schwierige wirtschaftliche Situation auf Kuba - Ende der US-Blockade gefordert

"Die aktuelle wirtschaftliche Lage auf Kuba ist wegen der Coronasituation und der völkerrechtswidrigen US-Blockade schwierig.", erklärt der Arzt Dr. Klaus Piel.
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Dr. Klaus Piel ist in Sachen Kuba seit Jahrzehnten ein sehr angagierter Mensch. Dabei aber durchaus besonnen. Vor rund 25 Jahren hat der Facharzt für Innere Medizin in Bochum die Humanitäre Cuba Hilfe (HCH) gegründet, deren Ziel die medizinische Unterstützung des kubanischen Gesundheitssystems ist. Bis heute hat die HCH 102 Container mit medizinischem Equipment nach Kuba geschickt und verschiedene soziokulturelle Projekte in Kuba und in Deutschland durchgeführt. Klaus Piel ist ein Mann, der sich beim Thema Kuba auskennt.

"Durch unsere Tätigkeit können wir dieser Insel und ihren Menschen in einer leider immer noch schwierigen wirtschaftlichen und politischen Phase helfen und ihnen einen kleinen Teil der Solidarität und Hilfe zurückgeben, die sie in viel umfangreicherem Maß seit 60 Jahren weniger entwickelten Ländern und Menschen in Not zur Verfügung stellen.", erklärt Dr. Klaus Piel  und erinnert sofort an den Einsatz kubanischer Ärzte in Westafrika im Kampf gegen Ebola und aktuell an ihren weltweiten Einsatz gegen die Coronapandemie. Auch in diesem Jahr wurde Kubas medizinischer Internationalismus, speziell der uneigennützige weltweite Einsatz der Henry Reeve Brigade, wieder zum Friedensnobelpreis vorgeschlagen, den Kuba mehr als verdient habe.

Trotz der vielen Schwierigkeiten ist es Kuba als einzigem Entwicklungsland und als einzigem Land Lateinamerikas gelungen, nicht nur einen sondern gleich fünf Coronaimpfstoffe zu entwickeln. Von ihnen befinden sich Soberana 2 und Abdala bereits in Phase 3–Prüfungen. Mit ihrer Zulassung ist im Juli zu rechnen. Bis Ende 2021 sollen alle Kubaner*innen gegen COVID-19 geimpft sein.

Impfstoff zu fairen Preisen statt Verteilungskampf & Preisgeschacher

"Eine durchaus realistische Vorstellung. Der Impfstoff soll zu einem fairen Preis der Weltgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Da ist Kuba eine wohltuende Ausnahme im weltweiten Verteilungskampf und Preisgeschacher um die künstlich verknappten Impfstoffe. Aber auch bei der Entwicklung von Medikamenten gegen schwere Verläufe der COVID-19-Erkrankung ist Kuba führend, die Sterblichkeitsrate liegt in Kuba bei ca. 0,5 Prozent, in Deutschland über 2 Prozent. Aber eine Nutzung der kubanischen Therapien ist bei uns, auch wegen der Blockade, leider nicht möglich.", führt Dr. Klaus Piel aus.

"US-Blockade völkerrechtlich Verbrechen gegen die Menschheit"

In der westlichen "Wertegemeinschaft" gäbe es mächtige Gegner, die alles tun, um Kubas humanitäre Ausrichtung, ihre Erfolge kleinzureden, zu desavouieren und ihre Wirtschaft, ihren Handel, ihr ganzes System zu zerstören. An der Spitze stünden die USA mit ihrer seit 60 Jahren andauernden Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade, die völkerrechtlich als ein Verbrechen gegen die Menschheit und als kriegerischer Akt anzusehen ist und die seit vielen Jahren mit großer Mehrheit von der UN- Vollversammlung verurteilt wird, erklärt Dr. Klaus Piel.

Auch jetzt in der Pandemie und der großen wirtschaftlichen Krise, die Kuba -auch durch den Wegfall des Tourismus- hart getroffen hat, haben die USA unter Trump die Sanktionspolitik noch verschärft mit dem Ergebnis, das die medizinische Versorgung der kubanischen Bevölkerung notleidet. Viele Krebsmedikamente, Antibiotika, Schmerzmittel und viele Standardmittel sind derzeit Mangelware. Selbst die Lieferung von Coronaschutzkleidung, Beatmungsgeräten und Laborreagenzien wurde mit allen Mitteln erschwert. "Diese Versorgungslücke können die vielen Freundinnen und Freunde Kubas leider nur ansatzweise schließen. Helfen würde nur eine baldige Ächtung und Beendigung dieser längsten Blockade eines Landes seit Menschengedenken.", kommentiert Dr. Klaus Piel.

Unblock Cuba

Deswegen fordert auch die Humanitäre Cuba Hilfe als Teil der europäische Unblock-Cuba-Kampagne mit Nachdruck ein Ende dieser Blockade, die die Cubahilfe aus Bochum auf das Schärfste verurteilt. "Wir fordern auch einen finanziellen Ausgleich für die entstandenen Verluste Kubas durch die USA. Verluste, die sich inzwischen auf eine Summe von fast eine Billionen Dollar summiert hat.", rechnet Dr. Klaus Piel den durch diesen US-Wirtschaftskrieg entstandenen volkswirtschaftlichen Schaden der Republik Kuba vor.

Internetseite der Humanitären Cuba Hilfe: https://www.hch-ev.de/

Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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