Flüchtlingsghelferin kriminalisiert
Stille Heldin wird politisches Opfer

Die ehemalige Leistungsschwimmerin Sarah Mardini ist einst selbst mit einem Schlauchboot vor dem Krieg in Syrien geflüchtet. Weil sie andere Geflüchtete im Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahrt hat, drohen ihr nun bis zu 20 Jahre Haft. Über eine Lebensretterin, der jetzt der Prozess gemacht wird. (Quelle: www.sueddeutsche.de/panorama/) vom 18.11.21).

Das ist ein weiterer Beweis für die Bekämpfung der Flüchtlinge bzw. ihrer Helfer und nicht der Fluchtursachen. Neben der aktuellen unhaltbaren Situation der Flüchtlinge an der belarusischen-polnischen Grenze  (Quelle: www.tagesschau.de/ausland/europa/belarus-polen-113.html -2000 Menschen benötigen dringend Hilfe-Stand: 12.11.2021 10:07 Uhr) gibt es zahllose Inlands-  bzw. Flüchtlinge in unmittelbare Nachbarstaaten, über die in den Medien nicht berichtet wird. Diese Menschen fliehen häufig vor Verzweilung, weil in ihrer Heimat Krieg undTerror herrschen. Hier heißt es: Hauptsache weg von den Gräueln, an die EU oder Deutschland denkt niemand dieser Flüchtlinge!

Wie ein Mitgliedstaat der EU über Menschenrechte denkt, zeigt sich in der Anklage der Flüchtlingsghelferin Sarah Mardini. Mit haltlosen Beschuldigungen wird die mutige Flüchtlingshelferin in Griechenland vor Gericht gezerrt!

Auch in Wikipedia ist u.a. zu lesen:  2015 floh die Leistungsschwimmerin auf einem Schlauchboot aus Syrien nach Lesbos. Als das Boot zu kentern drohte, zog sie es zusammen mit ihrer Schwester schwimmend in dreieinhalb Stunden zum Ziel. Die Schwestern retteten damit 18 Menschen das Leben. Sie kamen über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland, bekamen nach einiger Zeit in einer Flüchtlingsunterkunft Asyl und 2016 den Bambi „Stille Heldinnen“. Sarah kehrte nach Lesbos zurück und arbeitete als Rettungsschwimmerin und Übersetzerin für Flüchtlinge, u.a. im ehemaligen Flüchtlingslager Moria.

2018 wurde sie auf dem Flughafen von Mytilini (Lesbos) beim Versuch, nach Deutschland zu reisen, verhaftet, und kam in Untersuchungshaft. Aus dieser musste sie nach über 100 Tagen entlassen werden, nachdem vor einer breiten Öffentlichkeit bekannt war, dass die Anschuldigungen haltlos waren.

Am 18. November 2021 sollte nun gegen sie und 23 Mitangeklagte der Prozess stattfinden (Quelle: rf-news.de vom 21.11.21). Sie ist wegen Geldwäsche, Betrugs, Schleusertätigkeit, Spionage und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Dafür drohen ihr 25 Jahre Gefängnis. Zum Prozess darf sie als sogenanntes "Sicherheitsrisiko" nicht einreisen und kann sich so nicht persönlich verteidigen. Eine Journalistin berichtet, dass Polizei und Geheimpolizei die Teilnahme von Angehörigen und Freunden am Prozess unter dem Vorwand von Corona verhinderten. Es gab Protestaktionen auf Lesbos, in Athen und in verschiedenen Ländern, darunter vor den griechischen Botschaften in London und Brüssel. Alle Beschuldigungen sind erwiesenermaßen haltlos und nur ein Vorwand für die Verfolgung fortschrittlicher Flüchtlingshelfer. Der Vorwurf der Spionage wurde z. B. daraus konstruiert, dass Sarah und ihre Freunde als Flüchtlingshelfer von Amts wegen mit einem Funkgerät ausgerüstet waren, mit dem man Nachrichten auf unverschlüsselten Kanälen hören konnte. Sie berichtete auch darüber, dass ihr und anderen freiwilligen Helferinnen und Helfern von den Behörden die Auflage gemacht wurde, auch nach der Beendigung ihrer Tätigkeit als Dolmetscher nichts über die Zustände in den Flüchtlingslagern zu berichten. Unter einem solchen Vorwand können Journalisten, NGOs, Flüchtlingsorganisationen und -helfer wie Solidarität International verfolgt und angeklagt werden!

Ebenfalls führt Parius Beiqui, Kapitän eines Seenotrettungs-Schiffes, der in Italien angeklagt ist und hauptsächlich vor der libyschen Küste tätig war, in einem Interview aus, dass es in EU-Ländern um die Kriminalisierung von Flüchtlingen und Fluchthelfern, um ihre Abschreckung geht. Und nicht darum, Recht zu sprechen. Für dieses Ziel seien in Europa 300 Menschen vor Gericht gestellt worden. Er sagt, dass er nicht gerne ins Gefängnis gehen würde, aber sich der Einsatz für jedes gerettete Leben lohne und er mit aufrechtem Gang ins Gefängnis gehen würde. Sean Binder, Freund und Mitangeklagter von Sarah Mardini, berichtet, welche Hetze in der griechischen Presse zur Rechtfertigung ihrer Verhaftung betrieben wurde. Er wurde als BND-Agent diffamiert, der mit seiner Komplizin eine militärische Anlage ausspioniert habe. Binder sagt auch, dass er jetzt schon wegen der Prozesskosten hoch verschuldet ist.

Wenn böse Zungen behaupten, die weltweiten Konzerne wären nicht an den Fluchtursachen schuld, sondern Terrorregime wie z.B. in Syrien unter Assad, ist das pure Lüge. Wer hat denn die Macht von Assad gefestigt? Waren es nicht Waffen aus imperialistischen Staaten? Wer hält denn allgemein Unrechtregime aufrecht? Die weltweite Waffenlobby und dahinter stehen weltweite Konzerne! Geschieht die Ausplünderung der Rohstoffe oder die Vernichtung der Lebensgrundlagen durch internationale Monopole nicht häufig durch die Mithilfe der korrupten Regierungen? (z.B. Brasilien, Kolumbien, Staaten in Afrika ua.)

Mardini selbst sagt, dass sie nicht auf Dauer in Berlin bleiben werde: "Mein Zuhause ist dort, wo ich von Menschen umgeben bin, die ich liebe." Und "Die Krisenregionen sind der Ort, an den ich gehöre. Ich werde immer für eine Welt kämpfen, in der alle gleich sind.“

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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