Ein denkwürdiger Tag in Berlin
"Tag der Freiheit" in Berlin - eine Demo aus dem Kuriositätenkabinett - ob sich jetzt das Coronavirus verabschiedet?

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Die einen reden von 20.000 Teilnehmern, die anderen von 1,3 Millionen. Die wahre Zahl dürfte dazwischen liegen. Eigenartig, solch unterschiedliche Schätzungen. Jedenfalls war es eine beträchtliche Menge, die in Berlin, den Hauptveranstaltern "Querdenken 711" und "Nicht ohne uns" folgend, für eine uneingeschränkte Aufhebung der Coronamaßnahmen auf die Straße ging, und das bei inzwischen zahlreichen Lockerungen sowie bei allmählich wieder ansteigenden Infektionszahlen. Den Regierenden in Deutschland sollte, was deren Coronapolitik betrifft, eine deutliche Klatsche erteilt werden. Die Regierenden werden nicht nur der Lüge bezichtigt. Viel mehr noch. Ihnen wird unterstellt, ein Unterdrückungsregime zu errichten. Die Demonstranten erklären das Ende der Pandemie und erklären anlässlich ihres Tuns den 1.August zum "Tag der Freiheit".

So absurd die Intention der Demonstration auch ist, so friedlich war sie bis zum frühen Abend. "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut" wurde vielfach skandiert während der Demonstrationszüge Richtung Straße des 17.Juni. Aber auch von Frieden, Freiheit und Liebe war die Rede. Zeitweise glichen Demonstrationszüge und Kundgebung zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule einem Happening. Aggressionen gingen von den Demonstranten nicht aus. Auch die befürchteten rechtsextremen Berufsdemonstranten wurden nicht sichtbar. Es war einfach friedlich.

Die Coronaregeln, sie wurden zeitweise nicht eingehalten, besonders dann, als nicht mehr gezogen wurde. Das war aber bei den in der Beantragung der Demo angegebenen 500.000 Teilnehmern auch nicht zu erwarten, zumal die Demonstranten von den Regeln nichts halten. Gleichwohl, die Veranstalter wiesen immer wieder auf die Regeln hin, wozu sie auch verpflichtet waren.

Und dann kam es zur Auflösungsanordnung durch die Polizei, zunächst abseits des Kundgebungsortes, später auch dort. Doch die Demonstranten blieben. Ein Massen-Sit-In stand im Raum. Und die Polizei? Sie reagierte zugleich realistisch und besonnen. Personell wären sie überhaupt nicht in der Lage gewesen, alle sitzenden Demonstranten wegzutragen. Sie unterband nur die Fortführung des Programms auf der Bühne und trug symbolisch einige dort sitzende Personen davon. Zwischen Veranstaltern und Polizei gab es keinerlei Reibereien, weil beide Seiten keine Eskalation wollten. Die Veranstalter betonten sogar, sehr fair von der Polizei behandelt worden zu sein. Schließlich nahmen die Polizisten rund um die Bühne sogar ihre Helme ab. Vor einem großen herbeigetragenen Plakat mit dem Konterfei Gandhis hätte es nicht verwundert, Demonstranten und Polizei hätten sich versöhnlich an einen gemeinsamen Tisch gesetzt. Es war schon eine kuriose Szenerie.

Der Versuch einer Beurteilung der Demonstranten mündet in eine widersprüchliche Einschätzung. Wofür sie auf die Straße gegangen sind, kann man als covidiotisch bezeichnen, die Menschen selbst aber, sie waren voller Friedlichkeit fernab jeglicher Aggression. 

Wir müssen abwarten, ob unter den Demonstranten Superspreader waren.

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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