Mindestlohn als Krankenpflegehelfer/in
Weniger als im Bauhauptgewerbe heute

Es ist kein Wunder, warum im Krankenhaus- und Pflegebereich seit langer Zeit (nicht erst durch die Corona-Krise) ein permanenter Personalmangel besteht. Wenn erst in zwei Jahren (in Staffeln) ein Mindestlohn von rd. 12,20 Euro pro Stunde für Pflegehelfer-innen gelten soll, ist dies ein Armutszeugnis des Gesetzgebers. Diese Tätigkeit hat einen äußerst extremen Stresspegel und ist daher durchaus mit den Anforderungen an körperlich schweren Arbeiten zu vergleichen, wie z.B. dem Baugewerbe. Im Gegensatz zu den angestrebten Mindestlöhnen im Gesundheitsbereich liegt der Mindestlohn für ungelernte Bauwerker bereits ab April 2020 bei 12,55 Euro/Std, für Baufacharbeiter bei 15,40 Euro/Std  (Quelle: www.bauprofessor.de/news/hoehere-mindestloehne-im-bauhauptgewerbe-ab-april-2020/) und wird in zwei Jahren wahrscheinlich deutlich ansteigen.

Während ein Bauarbeiter allein schon regelmäßiger Pausen machen kann als Pflegehelfer-innen, wissen diese kaum noch, wie sie die große Anzahl an Patienten noch betreuen sollen. Pausenlos klingelt z.B. der Notruf aus den Patienten (in Altersheimen) Bewohnerzimmern und da bleibt eine ausreichende Versorgung der Patienten oft auf der Strecke oder andere Patienten müssen unzumutbar lang warten. Da ist der beschlossene Mindestlohn für das Pflegepersonal ein purer Hohn!

Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und auch der völlig zu niedrigen Bezahlung lässt sich daher kaum noch entsprechendes Personal finden - allenfalls nur durch Arbeitszwang bei Hartz IV.

Durch die jetzige Corona-Krise tritt der durch Vermarktung der Ware Gesundheit bestehende Pflegenotstand unmissverständlich zu Tage. Anstatt die Mindestlöhne für Pflegehelfer-innen sofort zumindest auf das Niveau des Bauhauptgewerbes von April 2020 anzuheben, speist man diese wichtigen Arbeitskräfte mit einem Dumpinglohn ab! Ich bin mir sicher, dass sich bei entsprechender Bezahlung und Abkehr des Krankenhauswesens vom Profitsystem, z.B. unnötige kostspielige Operationen, verbunden mit deutlicher Aufstockung des Personals auch entsprechende Mitarbeiter-innen gefunden würden!

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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