Das Seniorenbüro Süd setzt bei seiner Arbeit auch auf Mehrsprachigkeit

Nataliya Tikhonova behält den Überblick über das reichhaltige Angebot des Seniorenbüros Süd.
  • Nataliya Tikhonova behält den Überblick über das reichhaltige Angebot des Seniorenbüros Süd.
  • hochgeladen von Nathalie Memmer

Das Seniorenbüro Süd am Rande des Uni-Centers dient als Anlaufstelle für Bewohner der Stadtteile Querenburg, Steinkuhl, Stiepel und Wiemelhausen. „Das Büro, das sich um die Belange von Menschen ab etwa 60 Jahren kümmert, besteht bereits seit 2014. Ich selbst bin im Mai 2016 dazugestoßen“, sagt Nataliya Tikhonova, die für die Ifak im Seniorenbüro Süd arbeitet.

Das Seniorenbüro Süd ist eine von sechs Einrichtungen dieser Art im Bochumer Stadtgebiet. Jedes dieser Büros wird paritätisch von der Stadt und einem Sozialverband betrieben – im Falle des Seniorenbüros Süd im multikulturellen Stadtteil Querenburg ist dies die Ifak, die sich als Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe sowie Migrationsarbeit versteht. Während Tikhonova für diesen Verein arbeitet, vertritt ihre Kollegin Sabine Böhnke-Egbaria die Stadt Bochum in der Begegnungsstätte an der Querenburger Höhe.
Tikhonova hat Alternde Gesellschaften studiert und über Altern in der Migration promoviert. „Migration und Alter“, stellt sie heraus, „sind für mich Querschnittsthemen.“ Im Seniorenbüro Süd treffen Ratsuchende und Ehrenamtliche aus den verschiedensten Ländern aufeinander – aus Deutschland, Russland, der Ukraine, Kasachstan, Syrien, dem Irak, China, Chile und aus verschiedenen Staaten Nordafrikas.

Mehrsprachiges Angebot

Tikhonova erzählt, wie die Zusammenarbeit mit Sabine Böhnke-Egbaria abläuft: „Meine Kollegin berät zum Beispiel zu Fragen der Gesundheit und der Pflegeversicherung. Ich organisiere Angebote wie das Kaffeetrinken. Ich bin das, was man als Mensch mit Migrationshintergrund bezeichnet. Mit russischsprachigen Ratsuchenden kann ich in ihrer Muttersprache kommunizieren und bei Beratungsgesprächen im Bedarfsfall dolmetschen.“ - Das Programm des Seniorenbüros ist vielfältig: Neben Handarbeitsgruppe, gemeinsamem Singen und Malen stehen Bewegungsangebote und die beliebten Stadtteilspaziergänge. Regelmäßige Spielnachmittage finden ebenso statt wie Treffen der Angehörigen von Demenzkranken. Computerkurse gibt es auch in russischer Sprache.
Besonders am Herzen liegt Tikhonova das Internationale Frühstück, das zweimal im Monat für Erwachsene aller Altersstufen angeboten wird. Wer noch nicht so gut Deutsch kann, hat hier die Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu verbessern. Wie bei allen Angeboten begrüßen Ehrenamtliche die Gäste. „Wir begleiten die Ehrenamtlichen“, umreißt Tikhonova das Aufgabenprofil der beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Sie ergänzt: „Nicht wir machen die Angebote, sondern die freiwilligen Helfer. Erfreulicherweise engagieren sich viele junge Erwachsene gern für ältere Mitbürger, indem sie zum Beispiel einen Computerkurs ins Leben rufen. Auch Migranten wollen wir ermutigen, die Initiative zu ergreifen. Eine Frau, die Arabisch spricht, gibt bei uns Englischunterricht.“ Beim Frühstück, das von einer Ehrenamtlichen aus dem Irak geleitet wird, sind regelmäßig auch Menschen aus Flüchtlingsheimen zu Gast.

Auch ältere Geflüchtete hat das Seniorenbüro im Blick

Um auch Geflüchteten gerecht zu werden, wollen Tikhonova und Böhnke-Egbaria die Zusammenarbeit mit der Bochumer Polizei ausbauen, die im Seniorenbüro zu Themen der Seniorensicherheit berät. Die Vorträge finden auf Deutsch statt, im Bedarfsfall wird gedolmetscht. In Zukunft ist ein solches Angebot auch auf Arabisch geplant. Nataliya Tikhonova erklärt: „Mangelnde Sprachkenntnisse führen dazu, dass Menschen ausgenutzt werden.“
„Unser Ziel“, umreißt sie allgemeiner, „ist die Optimierung vorhandener Strukturen im Quartier. Die Mehrsprachigkeit ist dabei unser großer Pluspunkt.“ - Auch Beratung in türkischer und kurdischer Sprache ist möglich.
Das mehrsprachige Angebot wird auch durch die Kooperation mit entsprechenden Partnern sichergestellt. Im Boot sind die Integrationsagenturen Steinkuhl und Querenburg und Hu-Kultur. Darüber hinaus tragen die Polizei, die Bücherei und die evangelische Gemeinde zum Angebot bei. „In Zukunft wollen wir auch mit einem Kindergarten zusammenarbeiten“, verrät Tikhonova.

Kontakt
Das Seniorenbüro Süd, Querenburger Höhe 169, hat montags und mittwochs jeweils von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Hier ist auch ein Flyer mit dem Kurs- und Gruppenangebot erhältlich. Das Büro ist auch unter Tel.: 77316550 erreichbar.

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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