Drogensucht
Gründung eines Treffens für Eltern und Angehörige von Drogensucht Betroffener

„Schmeiß ihn doch einfach raus!“ - Das kennen sie alle: die genervten Tipps von Freunden oder von Verwandten, wenn Eltern versuchen, über die Suchtprobleme ihres Sohns oder ihrer Tochter zu sprechen. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland rund 600.000 Familien betroffen sind. „Alle Außenstehenden haben eine Lösung parat – aber Verständnis finden wir nur hier“, sagt ein Elternpaar, das seit kurzem in eine Gruppe geht, in der sich Eltern und Angehörige von Drogensucht Betroffener regemäßig treffen. Ihr Sohn konsumiert Cannabis und hat gerade den Ausbildungsvertrag gekündigt bekommen, weil er es einfach nicht mehr schafft morgens aufzustehen. Er ist schon über 18 Jahre und sie wissen nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Die ständigen Konflikte und Sorgen haben sie völlig aufgerieben und belasten auch die zwei jüngeren Geschwisterkinder sehr. In der Gruppe reden sie mit den anderen - über sich, ihre Kinder, ihre Erfahrungen. Wohlfeile Tipps hat hier keine/r. Die Eltern und Angehörige sprechen über ihre Ängste und Unsicherheiten. Sie suchen gemeinsam nach Wegen, tauschen Erfahrungen und Informationen aus, um mit den Krisen und Belastungen besser fertig zu werden. „Wir ermutigen und stärken uns gegenseitig“, sagt Christiane Erbel, Vorsitzende der ARWED (Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch-Westfälischen Elternkreise Drogengefährdeter und Abhängiger Menschen e.V.). In ganz NRW treffen sich Eltern und Angehörige regelmäßig, unter Wahrung der Anonymität. „Als wir in unserer Gruppe einmal zusammengerechnet haben, wie viele Computer und Handys unsere Kinder uns schon aus dem Haus getragen haben, um ihre Drogen zu finanzieren, mussten wir alle lachen. Es ist sehr entlastend, wenn man erfährt, dass die Probleme, die die Drogensucht mit sich bringt, bei allen sehr ähnlich sind!“
Auch in Bochum wird nun ein solches Treffen, nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe, initiiert. „Das Leiden von Eltern und Angehörigen, der drogengefährdeten und drogenabhängigen Menschen in Bochum, ist groß“, wissen Alfred Niehues von der Beratungsstelle inechtzeit und Birte Hackstedt von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bochum des Paritätischen. Deshalb lädt die Selbsthilfe-Kontaktstelle gemeinsam mit dem Selbsthilfelandesverband ARWED e.V. und mit der Unterstützung von inechtzeit, betroffene Eltern und Angehörige zu einem ersten Treffen ein. Weitere Treffen werden von den beteiligten Institutionen auf Wunsch unterstützt. Angeboten wird z.B. die Teilnahme an Informationsveranstaltungen und Wochenendseminaren sowie der Austausch mit Eltern und Angehörigen in ganz NRW des Eltern-Selbsthilfelandesverbands. Der Kreis hat die Möglichkeit sich fachlichen Rat von den SuchtexpertInnen der Fachpartner einzuholen oder sich bei der Selbsthilfekontaktstelle wertvolle Tipps für die Gestaltung der Austauschabende zu holen.

1. Treffen für Eltern und Angehörige von Drogensucht Betroffener:
Termin: 12. September 2019 um 19:00 Uhr
Ort: Selbsthilfe-Kontaktstelle Bochum, Alsenstr. 19 A, 44789 Bochum
Interessierte Eltern und Angehörige können sich vorab bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle melden.
Tel.: 0234/5078060 oder per Mail selbsthilfe-bochum@paritaet-nrw.org

Autor:

Dorothée Köllner aus Bochum

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