Menschlichkeit, Teamarbeit und gute Einfälle in den Kategorien Medizin, Patienten und Mitarbeiter prämiert
Innovationspreise der Knappschaft Kliniken verliehen

Gruppenbild aller Award-Gewinner (v.l.): Bettina am Orde (Erste Hauptgeschäftsführerin Knappschaft Kliniken GmbH), Prof. Holger Holthusen (Medizinischer Direktor Knappschaft Kliniken GmbH), Prof. Michael Adamzik (Preisträger Kategorie Patienten, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum), Klaus Böckmann (Preisträger Kategorie Mitarbeiter, Pflegedirektor Klinikum Westfalen), Prof. Rüdiger Hilker-Roggendorf (Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stroke Unit und Frührehabilitation im Klinikum Vest) und Barbara Backmann (Case-Managerin Neurologie, beide Preisträger Kategorie Medizin).
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  • Gruppenbild aller Award-Gewinner (v.l.): Bettina am Orde (Erste Hauptgeschäftsführerin Knappschaft Kliniken GmbH), Prof. Holger Holthusen (Medizinischer Direktor Knappschaft Kliniken GmbH), Prof. Michael Adamzik (Preisträger Kategorie Patienten, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum), Klaus Böckmann (Preisträger Kategorie Mitarbeiter, Pflegedirektor Klinikum Westfalen), Prof. Rüdiger Hilker-Roggendorf (Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stroke Unit und Frührehabilitation im Klinikum Vest) und Barbara Backmann (Case-Managerin Neurologie, beide Preisträger Kategorie Medizin).
  • hochgeladen von Felix Ehlert

Schlaganfall-Lotsen, ehrenamtliche Sterbebegleiter auf der Intensivstation und die Mitarbeiter-Gewinnungskampagne „Wir stehen Kopf für Sie“ sind die Gewinner des Knappschaft Kliniken Awards 2020. Die Projekte siegten in den Kategorien Medizin, Patienten und Mitarbeiter.

Bettina am Orde, Geschäftsführerin der Knappschaft Bahn-See und Erste Hauptgeschäftsführerin der Knappschaft Kliniken GmbH, überreichte die Preise in einer wegen der Corona-Pandemie reduzierten Feierstunde. „Innovation ist im Gesundheitswesen heute wichtiger denn je“, betonte Bettina am Orde. „Die diesjährigen Sieger haben allesamt durch Menschlichkeit, Teamarbeit und gute Einfälle überzeugt.“

Der zum zweiten Mal verliehene Knappschaft Kliniken Award ging in der Kategorie Medizin an Prof. Rüdiger Hilker-Roggendorf, Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stroke Unit und Frührehabilitation im Klinikum Vest, und sein Team. Im Projekt Schlaganfall-Lotsen steht im Mittelpunkt, wie Patienten nach einem Schlaganfall zu Hause Unterstützung bekommen. Denn während Akutversorgung und Rehabilitation nach einem solchen Ereignis meist gut geregelt sind, beginnen die Schwierigkeiten oft in den eigenen vier Wänden: Anpassung des Wohnraums, häufige Arztbesuche, Beschaffung von Hilfsmitteln. Zudem gibt es Defizite bei der Beseitigung der Risikofaktoren für einen Schlaganfall, weswegen bis zu 30 Prozent der Betroffenen in den nächsten fünf Jahren sonst erneut einen erleiden. Die Schlaganfall-Lotsen der KNAPPSCHAFT betreuen Versicherte daher ein Jahr nach dem Ereignis, helfen in der veränderten Lebenssituation und unterstützen in der Kommunikation mit Krankenkasse und Ärzten.

Den Knappschaft Kliniken Award in der Kategorie Patienten übergab Bettina am Orde an Prof. Michael Adamzik. Der Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum hat mit seinem Team und vielen anderen Mitarbeitenden des Hauses aus unterschiedlichsten Berufsgruppen eine ehrenamtliche Sterbebegleitung für die Intensivstation ins Leben gerufen. Jedes Jahr versterben etwa 150 Patienten auf der dortigen interdisziplinären, operativen Intensivstation, viele von ihnen liegen zuvor im künstlichen Koma. Im Sterbeprozess haben Menschen meist den Wunsch, nicht allein zu sein. In den eigenen vier Wänden oder auf einer peripheren Station wird dies besser umgesetzt als in der anonymen, arbeitsreichen Umgebung einer Intensivstation. Beim Projekt „Bei uns geht niemand allein!“ ist der Anspruch, den Patienten in ein Einzelzimmer zu verlegen und eine ruhige,
stressfreie Umgebung zu erzeugen. Wenn dies nicht möglich ist, wird mittels Kopfhörern eine angemessene Atmosphäre für den Sterbenden erzeugt. Zusätzlich wurde ein Dienstplan mit freiwilligen Mitarbeitern eingeführt, die bei Bedarf ehrenamtlich eine Sterbebegleitung durchführen.

Klaus Böckmann freute sich über den Sieg in der Kategorie Mitarbeiter beim internen Kreativwettbewerb der Knappschaft Kliniken. Der Pflegedirektor des Klinikums Westfalen und viele weitere Abteilungen entwarfen gemeinsam ein neues Konzept zur Mitarbeitergewinnung. Ziel war es, das Klinikum Westfalen als besonderen und außerordentlichen Arbeitgeber zu präsentieren. „Wir stehen Kopf für Sie“ lautete das Motto. Sinnbildlich ging es um die Aussage „Wir tun alles für Sie“. Die Visualisierung sollte seriös und ehrlich sein, aber dennoch Witz haben. So entstand die Idee, dass sich das Klinikum Westfalen für neue, aber auch bereits dort beschäftigte Mitarbeiter auf den Kopf stellt. Das Fotoshooting mit Teilnehmern aller Berufsgruppen dauerte zwei Tage und die entstandenen Bilder wurden auf allen Kanälen online wie offline verwendet. Auch die für das Klinikum Westfalen fahrenden Lkw sind bereits mit den überlebensgroßen Motiven unterwegs. So ist es gelungen, in den zurückliegenden Monaten etwa 60 Vollkräfte im Pflegebereich neu zu akquirieren.

Insgesamt waren 23 Bewerbungen um den undotierten Knappschaft Kliniken Award eingegangen. Nach einer Vorauswahl durch eine Jury stimmten alle 12.500 Mitarbeiter über die besten Projekte ab. Die Vorschläge stammten alle aus der Zeit vor der Corona-Pandemie.

Die Knappschaft Kliniken GmbH steuert die sieben Krankenhausverbünde, an denen die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS) zu mindestens 50 Prozent beteiligt ist. Im Verbund aller Knappschaftskliniken werden jährlich fast 680.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Dadurch entsteht ein Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Als Tochtergesellschaft der DRV KBS ist die Knappschaft Kliniken GmbH Teil eines einzigartigen Verbundsystems. Zu diesem gehören neben der Minijob-Zentrale auch die Rentenversicherung, die Renten-Zusatzversicherung, die Kranken- und Pflegeversicherung KNAPPSCHAFT, die Seemannskasse und ein eigenes medizinisches Kompetenznetz.

Autor:

Felix Ehlert aus Bochum

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