Patientenbegleiter: Nicht allein bei Krankenhausaufenthalten und Arztbesuchen

Sabine Grote, Annelie Rother, Guntram Kaiser, Gabriele Braumann und Günter Heinisch (v. l.) unterstützen Patienten im gesamten Bochumer Stadtgebiet.
  • Sabine Grote, Annelie Rother, Guntram Kaiser, Gabriele Braumann und Günter Heinisch (v. l.) unterstützen Patienten im gesamten Bochumer Stadtgebiet.
  • hochgeladen von Lauke Baston

Was macht eigentlich ein Patientenbegleiter? Angefangen mit dem Pilotprojekt der Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte (AWO) im Juni 2013, haben sich Menschen mit sozialem Engagement zusammengeschlossen, um freiwillig alte und alleinstehende Menschen bei Krankenhausaufenthalten und Arztbesuchen zu begleiten.

Bereits seit Februar 2014 gibt es das Seniorenbüro an der Hattinger Straße 787 in Linden. Eine offizielle Eröffnung steht zwar noch aus, aber eine Gruppe ehrenamtlicher Patientenbegleiter hat sich hier gefunden und ist äußerst aktiv.
Zu ihnen zählt auch Gabriele Braumann, die gemeinsam mit ihren Kollegen das erste Jahr reflektiert: „Um uns auf die Praxis vorzubereiten, haben wir während sechs gemeinsamer Wochenenden ein Profil erarbeitet, das wir im Laufe der Zeit immer wieder selbst auf den Prüfstand gestellt haben. Da wir in NRW als Pilot-Projekt an den Start gegangen sind, mussten wir uns erst einmal überlegen, was wir leisten können und was von den Menschen gewünscht wird.“
Die Koordination der Patientenbegleitung hat Sabine Grote (AWO) übernommen, die mit zwei weiteren Mitarbeiterinnen im Seniorenbüro vor Ort ist.
Hier können Betroffene einen ersten Kontakt knüpfen, um im weiteren Verlauf einen Patienbegleiter zur Seite gestellt zu bekommen.
„Das Gesundheitssystem ist für viele Menschen unüberschaubar und angstbesetzt. Oft fehlt gerade denjenigen der Zugang zu uns, die die Hilfe am meisten brauchen. Für ältere und kranke Menschen ist es oft schwer, zunächst einmal an vernünftige Informationen zu gelangen und dann letztendlich selbst den Schritt zu gehen, Hilfe einzufordern“, berichtet Patientenbegleiter Günter Heinisch. Er ist von seiner ehrenamtlichen Aufgabe überzeugt und profitiert auch selbst von dem Vertrauensverhältnis, das während einer Begleitung stetig wächst.
Aktuell arbeiten sechs aktive Patientenbegleiter im Bochumer Stadtgebiet. „Schön wäre es, wenn wir acht bis zehn Patientenbegleiter hätten. Dann könnten wir flexibler reagieren“, wünscht sich Sabine Grote.
Patientenbegleiter Guntram Kaiser erklärt die Abfolge einer möglichen Begleitung: „Zunächst gibt es ein Treffen mit dem Patienten, das optimalerweise in dessen Wohnung stattfindet. Hier klären wir ab, welche Aufgaben zu erledigen sind, während der Patient im Krankenhaus ist. Im Krankenhaus helfen wir bei der Anmeldung und sind auf Wunsch auch bei Gesprächen dabei. Während des Aufenthaltes halten wir Kontakt und unterstützen den Patienten auch bei möglichen Nachuntersuchungen. Im Übrigen begleiten wir auch Menschen, die Untersuchungen wie zum Beispiel eine Darmspiegelung, eine ambulante Augen-OP oder einen belastenden Arztbesuch bewältigen müssen. Wichtig dabei ist, dass wir nicht stören, sondern nur dann aktiv werden, wenn unsere Hilfe gebraucht wird. Auch beim Rücktransport und bei eventuellen Nachuntersuchungen stehen wir unseren Patienten zur Seite.“
Die Bochumer Patientenbegleiter haben bisher schon 65 Menschen begleitet. Dabei sind sie sich in einem alle einig: „Man muss ein Stück weit dafür geschaffen sein, sich auf sein Gegenüber einzulassen, dann bekommt man auch immer wieder etwas zurück.“

Stadtspiegel Leser-Telefon

Um allen Bochumern die Kontaktaufnahme zu erleichtern, bietet der Stadtspiegel Bochum gemeinsam mit den Patientenbegleitern eine Telefonaktion an. Diese bietet die Möglichkeit zum Erstkontakt. Außerdem können sich hier interessierte Bürger melden, die selbst als Patientenbegleiter tätig werden wollen. Die Telefonaktion findet am Mittwoch, 3. September zwischen 11 und 13 Uhr unter Tel.: 9649821 statt.

Den direkten Kontakt zum Seniorenbüro gibt es unter Tel.: 3249285.

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