"Lokalkompass-Länderreise"
Mallorca - einmal um die ganze Insel

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Von meiner besseren Hälfte habe ich mich überreden lassen,
mein Geld nicht für sinnlose Dinge zu verprassen.

All inklusiv buchten wir ohne lang nachzudenken,
bei small exklusiv tat ich mir vor Ort direkt den Hals verrenken.
Auch die Augen renkte ich mir beinahe aus,
bei der Suche nach den Sternchen im 4-Sterne-Haus.

Wenn auch der Service zu wünschen übrig ließ,
der Wind tat sein bestes, auch wenn er verkehrt ´rum blies.
Das wechselhafte Wetter ließ keine Sonderwünsche offen
und der allabendlich ersehnte Sonnenuntergang auf ein Besseres hoffen.

Und siehe da - wie heißt es so schön?
Die Hoffnung wird als letztes untergeh´n.
Am letzten Tag nämlich, wenn der Urlaub ist vorbei,
da ist einem das Wetter sowieso einerlei.

Ein Genuss war für mich die reizvolle Natur,
nicht nur kurzweilig sondern rund um die Uhr.
Ach, was hätt´ ich für einen Schlafwagen gegeben,
wenn ich früh morgens schläfrig musste die Insel erleben.

Noch vor Tagesanbruch fuhr mein Mann mit dem Rent-a-car vor,
den Sonnenaufgang zu erleben in Cala Millor.
`Von wegen nach Palma und wieder zurück,
mein Navi zeigt dir die Insel, mein Schatz, du hast ja so´n Glück.. ´.

Eine rasante Panorama-Fahrt hatte mir Georg versprochen
und tatsächlich sein Versprechen nicht einmal gebrochen.
In Cala Millor genervt angelangt, 
war es uns beiden viel zu voll am Strand.
Kurz entschlossen fuhren wir erstmal weiter,
welch ein Wunder, auf einmal wurd´ auch der Himmel heiter.

Der Zufall brachte uns an eine einsame Bucht,
´mein Gott wie romantisch, so was hab ich gesucht`.
‚Hier lässt es sich aushalten, meinte auch wohlwollend mein Mann –
aber bitte erst später, lass dein Kleid ruhig an‘.

Himmel, der Badeanzug zwickte schon bis unter die Rippen,
doch Georg interessierte sich nur für die Klippen.
Für einen Einhalt blieb ihm nicht die Zeit,
das Kloster verlangte noch unsere Aufmerksamkeit.

Am Stausee „Gorg Blau“ machten wir zur Abwechslung mal Halt,
Gott, war es dort stürmisch und unerhört kalt.
Zum Wandern nicht warm genug angezogen,
sind wir dann weiter Richtung Süden gezogen.

Karibik-Feeling sollte an der Playa Es Trenc auf uns warten,
Georg versicherte, mit mir durchs klare Wasser zu waten.
Ganz klar wollte ich darauf nicht noch länger warten
und bat ihn energisch, endlich durchzustarten.

Der Abstecher in die falsche Richtung mich gar nicht erbaute,
erst recht nicht der Rennrad-Konvoi , der sich vor uns staute.
Als erprobte Rennstrecke erweisen sich Mallorcas Straßen,
was die aktiven Radfahrer das ganze Jahr über testen.

Irgendwann angekommen im tiefen Westen dann,
sorgte in Soller für Bewunderung die Bimmelbahn.
Überdies verlor ich am Bahnhof meinen Ehemann,
der ganz wild darauf war, einmal mitzufahr´n.

Spontan ranzte ich ihn hysterisch an:
‚Gib Gas, Schatz und fahr endlich den Süden an‘.
Über Pollenca im Norden wollte er den Süden erreichen,
das gab mir den Rest und es sollte echt reichen.
‚Wir machen sofort in Alcudia Rast,
sonst kriegst du von mir echt noch eine verpasst‘.

Unter Knurren fuhr er dann Alcudia an,
aufgeschoben war die Fahrt mit der Bummelbahn.
Ich raus aus dem Auto und runter zum Strand,
ein Blick bot sich mir, den ich umwerfend fand.

Türkis schien das Wasser, der Sand leuchtete weiß,
mit der linsenden Sonne wurde es sogar heiß.
Ach war das herrlich, das kühlende Nass,
selbst Schorschi ganz schnell seinen Ärger vergaß.

Vergnüglich plantschten wir in den wogenden Wellen,
wogen ab, dass es nicht schöner sein kann auf den Seychellen.
‚Vielleicht sollten wir noch kurz nach Andratx fahr´n‘,
gab plötzlich zum Besten mein Ehemann.

‚Andratx liegt im Westen, du hast dich vertan‘,
verhöhnte ich sauer seinen dämlichen Plan.
‚Ach das ist ja günstig‘, meinte Schorsch-Georg dann,
‚Fornalutx liegt im Westen, zieh dich schnell wieder an‘ .

Über Inca nach Palma sind wir dann gefahr´n,
am Zielort aber kamen wir leider nicht an.
Zu blöd, das Navi hatte sich  gänzlich vertan,
ab dem Moment zog ich "die Hosen" an.

‚Mein lieber Schorsch‘,  ich wurd´echt  rabiat,
‚du kannst mich mal gernhaben, mit deiner rastlosen Art.
Ich will nicht in den Norden, in den Westen oder Osten,
ich will endlich meinen Urlaub und die Sonne kosten.
Lass es kosten was es wolle, du wirst ohne mich fahr‘ n,
und fährst du jetzt weiter, bist du ein toter Mann‘.

Das hatte Wirkung, Schorsch staunte nicht schlecht,
er murrte ein wenig, aber dann gab er mir Recht.
‚Nun gut, dann lass uns an die Playa geh’n,
auf eine Art kann ich dich ja auch versteh’n‘.

Hand in Hand gingen wir an den Bade-Strand,
unter den Füßen genossen wir den feinen Sand.
Lockend flüsterten die Wellen ‚kommt her, kommt ins Meer‘,
ich folgte dem Aufruf, Schorsch sprang hinterher.

Mein Gott, war das herrlich in dem kühlen Nass,
schnell mein lieber Mann seinen Frust vergaß.
Man soll es nicht glauben, aber von diesem Moment an,
wollte er nicht mehr um die Insel fahr´n.

‚Ach Schatz, ist das schön hier‘, erwog mein Ehe-Mann,
der liebevoll nahm mich in seinen Arm.
‚Aber morgen, da seh´n wir uns ein paar Bollwerke an
und am Abend geh´n wir zum Ballermann`.

Vor Augen „dell Bellver“, das alte Castell,
‚Mensch‘, dachte ich ‚prima, das geht sicher schnell‘.
Tags drauf dann in Palma, vor der Kathedrale,
salutierte very british ein Kannibale.

Mit der Hand, seiner rechten, hielt er stramm einen Speer,
‚für ein Foto, blonde Frau, please come zu mir her‘.
Ich folgte auf`s Wort, lehnte mich an ihn an,
an diesen bildschönen und umwerfenden Mann.

Als dieser mich in seine Arme nahm,
wurde recht wütend mein Ehemann.
‚Für ein Foto stehst du für den da parat?‘,
zornig griff er nach mir und seinem Fotoapparat.

`Durch die Altstadt machen wir einen Bummel,
mein Schatz, such dir aus einen ganz schicken Fummel‘.

Letzten Endes möcht´ ich nicht unerwähnt lassen – auf Mallorca tummeln sich keine Menschenmassen.
Strand, Sand und so viel Meer kann man ausgiebig genießen, man muss sich nur für die richtige Zeit entschließen.

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Autor:

Hildegard Grygierek aus Bochum

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