Bochum auf dem Weg zur Universiade 2025
Bewerbung auf der Zielgeraden

Das Lohrheidestadion soll bei der Austragung der Spiele eine zentrale Rolle, hier sollen die Leichtathletik-Wettkämpfe der Universiade stattfinden. Bis 2025 wird das "Schmuckkästchen" umfassend modernisiert.
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  • Das Lohrheidestadion soll bei der Austragung der Spiele eine zentrale Rolle, hier sollen die Leichtathletik-Wettkämpfe der Universiade stattfinden. Bis 2025 wird das "Schmuckkästchen" umfassend modernisiert.
  • Foto: Petra Anacker
  • hochgeladen von Sabine Beisken-Hengge

Die Idee, wieder eine sportliche Großveranstaltung auch nach Bochum zu holen, entstand 2003, als Europameister und vielfacher Deutscher Meister Jan Fitschen vom TV01 bei der Universiade in Daegu Studentenweltmeister über 10.000 Meter wurde. "Das wär's", dachte sich der Bochumer Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer, der als Mitglied des Sportausschusses ganz nah dran an Entscheidungen ist. Am 14. Mai wird über die Vergabe der Universiade 2025 entschieden.

Von Sabine Beisken-Hengge

Land und und Bund unterstützen den Allgemeinen Deutschen Hochschulverband (adh) bei seiner Bewerbung für die Universiade Rhein-Ruhr 2025. Als Spielstätten in Bochum sollen das Lohrheidestadion Austragungsort für Leichtathletik-Wettbewerbe sowie die Rundsporthalle Wettkampfarena für die Basketballer vieler Nationen werden.
Die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung zur Modernisierung des Lohrheidestadions.

Schaulaufen für Olympia

Ines Lenze, die Universiadebeauftragte des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbands, begrüßte die Bewerbung und nannte die möglichen Spiele 2025 „ein schönes Schaulaufen für die Olympischen Spiele“.
Auch Axel Schäfer ist begeistert von der Idee, zu zeigen, "was wir alles drauf haben. Wir sind hier Basis für eine Art der Völkerverständigung, die dem Ideal der Olympischen Spiele sehr nahekommt."
Besonders stolz ist er auch auf das "faire Publikum" im Ruhrgebiet, das er selbst bei Leichtathletikwettbewerb immer wieder erlebt habe.
Die Universiade genoss zunächst kein großes Ansehen in Deutschland. Das habe sich aber im Lauf der Zeit gewandelt, wie Axel Schäfer beobachet. "Wir genießen einen guten Ruf als faire Gastgeber. Dann habe ich den Wunsch immer wieder an verschiedenen Stellen positioniert und auch im Deutschen Hochschulsportverband adh vorgetragen. Unterstützung bekam ich immer von allen Seiten, allen voran von meinem Kollegen im Sportausschuss, Eberhard Gienger. Der im übrigen auch Universiade -Sieger war", so der Abgeordnete. Das Thema "Universiade" sei allerdings auch immer gut angekommen. "Da geht es deutlich entspannter als im professionalisierten Hochleistungssport zu, es handelt sich hier um Studierendensport mit Teilnehmern bis 25 Jahre."
Dann bleibt immer die Frage der Finanzierung der veranschlagten rund 180 Millionen Euro, die, wie Schäfer bestätigt, immer zentral sei. "Für solche Großveranstaltungen muss es natürlich so genannte Regierungsgarantien geben."

Lohrheidestadion wird modernisiert

Die Stadt Bochum werde sich insbesondere durch die Zurverfügungstellung von sogenannten Value-In-Kind-Beiträgen an der Durchführung der Spiele beteiligen, "vor allem durch eine entgeltbefreite Überlassung städtischer Sport-, Trainings- und Veranstaltungsstätten, die kostenfreie Zurverfügungstellung städtischer Büro- und Werbeflächen, die kostenlose Überlassung vorhandener Sportmaterialien wie Matten, Netze oder Tore und durch entgeltfreie Hilfestellungen bei der Planung, der bau- bzw. ordnungsrechtlichen Beantragung sowie der Durchführung der Wettbewerbe und Veranstaltungen vor Ort". So ist es in der Beschlussvorlage des Verwaltung vom 22. Dezember schriftlich festgehalten.
Die Modernisierung des Lohrheidestadions ist beschlossene Sache. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und NRW-Staatssekretärin Andrea Milz unterzeichneten bereits im November eine gemeinsame Absichtserklärung für die Investition von mehr als 40 Millionen Euro (der Stadtspiegel berichtete). Das Lohrheidestadion, das dann wieder in die 1A-Kategorie aufgenommen wird und für internationale Wettkämpfe gerüstet ist , wird dann 17.000 Zuschauern Platz bieten. Umkleiden, Wettkampfbüros, Hospitality und Sanitäreinrichtungen werden in der neuen Westtribüne untergebracht, Stehplätze größtenteils überdacht. Außerdem wird eine Kalthalle entstehen, neue Trainingsplätze, unter anderem ein Kunstrasenplatz, auf dem während Leichtathletik-Wettbewerben trainiert werden kann. Auch die SGW09, deren schwarz-weiße Heimat das Kultstadion ist, profitiert davon. Wattenscheid 09 trägt schon seit den Sechzigerjahren seine Fußball-Heimspiele an der Lohrheide aus.
2023 sollen die Bagger nach der Planungsphase rollen, pünktlich zur Universiade im Jahr 2025 soll das Stadion fertig um- und ausgebaut sein.
Die Leichtathletik-Stars des TV01 wollen natürlich in vier Jahren ebenfalls an den Start gehen. Julia Ritter, Juniorenweltmeisterin im Kugelstoßen, zum Beispiel ist so eine Identifikationsfigur des TV01, "wie damals Jan Fitschen", weiß Axel Schäfer Wattenscheid dahingehend gut aufgestellt.

Internationale Wettkämpfe in der Rundsporthalle

Die VfL SparkassenStars sollen Gastgeber in der Rundsporthalle sein, die unter anderem auch beliebter Austragungsort der Hallenstadtmeisterschaft SparkassenMasters ist. "Die SparkassenStars machen nicht nur in der Liga einen tollen Job, sondern zum Beispiel auch in der Jugendarbeit", betont Achim Paas, Amts- und Institutsleiter Referat für Sport und Bewegung der Stadt Bochum.
"Vor allem erhoffen wir uns von unseren Erfolgen, die wir mit und während dieser Veranstaltung erzielen wollen, eine nachhaltige Wirkung auf den Breitensport", so Axel Schäfer.
"Universiade ist sicher etwas, wo man als Stadt dabei sein sollte", ist auch Achim Paas überzeugt. Von der Vorstellung, sportliche Wettkämpfe auf höchstem Niveau mit Studierenden aus 170 Nationen aus nächster Nähe zu erleben, ist Axel Schäfer hingerissen: "Das hatten wir im Ruhrgebiet so noch nicht." Eine wertvolle Erfahrung, bevor die Städte im Revier olympisch werden könnten. Dass Bochum Universiade-Standort werden soll, freut mich sehr.

Hintergrund:

-Die Universiade oder die World University Games sind die Weltspiele der Studierenden und mit mehr als 10.000 Teilnehmenden aus über 170 Ländern die weltweit größten Multi-Sportveranstaltung nach den Olympischen und Paralympischen Spielen.
-An zwölf Wettkampftagen messen sich hier studentische Athletinnen und Athleten in 18 Kernsportarten. Hintergrund

Autor:

Sabine Beisken-Hengge aus Bochum

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