Adrian Zaworski ist Schiedsrichter in Bochum
"Ich will es besser machen"

Als Dortmunder in Bochum pfeifen? Adrain Zaworski findet: "Die Spieler hier sind sehr angenehm und respektieren meine Entscheidungen auf dem Platz."
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Selbst einmal als Schiedsrichter auf dem Fußballfeld stehen? Das können sich viele Spieler nicht vorstellen. Doch Adrian Zaworski macht genau das. Er pfeift in seiner Freizeit in Bochum Fußballspiele.

„Im Fernsehen hat mir oft die eine oder andere Entscheidung nicht gefallen. Da habe ich oft gedacht 'Das kannst du besser'“, erklärt Adrian Zaworski seine Entscheidung, in der Freizeit selbst zu Pfeife zu greifen und auf dem Platz zustehen. Er wollte selber herausfinden, warum auf dem Platz so entschieden wird und es besser machen.

Profis müssten öfters verwarnt werden

„Deswegen bin ich Schiedsrichter geworden“, lacht der 28-Jährige. „Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mich über die eine oder andere Entscheidung im Stadion nicht aufrege“, grinst der in Dortmund lebende Zaworski, der auch gerne mal ins Stadion geht. Er selbst beurteile ab und zu eine Situation anders, als der Unparteiische auf dem Spielfeld.

„Das sind dann Situationen, in denen ein Spieler verwarnt werden müsste, er es aber nicht wird“, so Zaworski. Niemand wolle einen nach fünf Minuten Gelb vorbelasteten Superstar auf dem Feld. Doch auch die Fußballprofis selbst müssten besser spielen. Es sei nicht gut, wenn ein Vorbild bei einer kleinen Berührung gleich umfällt. „Das nehmen die Junioren mit in ihr Spiel.“

Disziplinlosigkeit nervt den Schiedsrichter

Die Disziplinlosigkeit vieler Profis sei daher das schlimmere Übel und nicht die Respektlosigkeit. An dieser Stelle wünsche sich der Amateur-Boxer, dass in den oberen Ligen, wie beispielsweise der Bundesliga, härter durchgegriffen werde.

Auch selbst auf dem Feld gehe es dem Schiedsrichter darum, deeskalierend zu wirken und nicht für Unruhe im Spiel zu sorgen. Die Aktiven auf dem Platz nehmen die Stimmung auf. Ist sie ruhig, läuft das Spiel auch ruhig ohne Unterbrechungen. Fängt hingegen ein Zuschauer an, einen Spieler zu provozieren, so zeigt sich das auch im Spiel.

Provokationen am Spielfeldrand

„Ein Beispiel: Es gibt einen Eckball und draußen gibt es einen Zuschauer, der zum Spieler sagt: 'Das war niemals ein Eckball. Gib es doch einfach zu'.“ Nach so einer Situation gibt es oftmals ein Wortgefecht, in dem sich ein Spieler beleidigt fühlt und das auch mit in sein Spiel bringt. Dadurch werden die Zweikämpfe heftiger.

Als Unparteiischer müsse man dann deeskalierend einwirken und auch Verwarnungen aussprechen. Meistens reiche es, mit dem Kapitän oder dem Trainer einer Mannschaft zusprechen, um die Situation zu beruhigen. Dann spricht Zaworski auch Verwarnungen aus, die in der Regel auch greifen.
Spätestens, wenn ein Spielabbruch angedroht wird, beruhigt sich die Situation. „Bisher habe ich nur einmal ein Spiel abgebrochen“, gibt Zaworski zu.

Mit Karten ein Zeichen setzen

Ihm ist es wichtig, schnell Signale schnell anhand von Karten zu setzen. „Aber ich muss mich an das Niveau des Spiels anpassen. Daher kann man nicht pauschal sagen, wie man selbst reagiert.“ Ihm sei es dennoch wichtig, dass er unparteiisch bleibt. „Bei mir fängt jedes Spiel bei Null an“, erklärt Zaworski, der aus einer Fußballbegeisterten Familie stammt und regel bewusst ist.

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Auch als Linienrichter ist Adrian Zaworski unterwegs.
Autor:

Jenny Musall aus Bochum

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