Mannschaft mauserte sich unter Thomas Reis vom Abstiegskandidaten zum besten Team der 2. Liga
Saisonbilanz des VfL Bochum: Mit Teamgeist aus der Krise

Bester Torjäger des VfL Bochum: Silvere Ganvoula traf 13 Mal. Insgesamt erzielte der VfL in dieser Saison 53 Treffer - nur vier Team in der 2. Liga haben mehr Tore auf dem Konto. Foto: Molatta
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  • Bester Torjäger des VfL Bochum: Silvere Ganvoula traf 13 Mal. Insgesamt erzielte der VfL in dieser Saison 53 Treffer - nur vier Team in der 2. Liga haben mehr Tore auf dem Konto. Foto: Molatta
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Den optimalen Schlusspunkt der Saison hat der VfL Bochum mit der 0:2-Niederlage in Hannover zwar verpasst. Doch als bestes Team der 2. Liga seit dem Re-Start steht ein achter Platz zu Buche, den man zum Jahreswechsel nicht mehr für möglich gehalten hätte – und der Mut macht für die Zukunft.

Am Ende hat es den VfL Bochum doch noch erwischt. Nach elf Spielen ohne Niederlage konnte die Elf bei Hannover 96 nicht punkten, „weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben“, wie Anthony Losilla treffend feststellte. „Wir haben guten Fußball gezeigt, da hätten wir mehr verdient.“ Und das auch im wahrsten Sinne des Wortes: Durch das Abrutschen auf Platz acht verpasst der VfL eine bessere Platzierung im TV-Ranking und damit eine Summe von rund 700.000 Euro. 

Kampf gegen den Abstieg

„Es ist ärgerlich, dass wir auf Platz acht gelandet sind. Aber vor einigen Wochen hätten wir das definitiv so genommen“, sieht es Thomas Reis pragmatisch – und liegt damit komplett richtig. In der Hinrunde war die Frage eher, ob der VfL überhaupt die Liga halten kann. Und auch bis in die Hälfte der Rückserie hinein kämpfte Bochum gegen den Abstieg.
Was mit der Niederlage in Regensburg Ende Juli wenig verheißungsvoll begann, setzte sich kontinuierlich fort. Zwei Punkte aus vier Spielen bedeuteten den schlechtesten Start der Vereinsgeschichte, einen Abstiegsplatz – und einen frühen Trainerwechsel. Der 0:3-Pausenrückstand gegen Wiesbaden läutete das Ende der Ära Dutt ein, nach dem 3:3-Endstand stellte sich der Trainer öffentlich selbst in Frage.

Robin Dutts Uhr auf der Bochumer Trainerbank war früh abgelaufen. Foto: Molatta
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Der VfL zog die Konsequenzen und präsentierte mit Thomas Reis einen Coach mit blau-weißem Stallgeruch. Der stoppte zwar den Negativlauf, doch nach drei Unentschieden platzte erst mit dem 3:2-Erfolg Anfang Oktober in Heidenheim der Knoten.

Keine Konstanz, keine Konzentration

Was dem VfL in der Folge fehlte, war Konstanz. Bis zur Corona-Unterbrechung gelang es nicht einmal, zwei Siege in Folge zu feiern. Bochum kassierte immer wieder zu viele Gegentore. An Konzentration und Konsequenz schien es ebenso zu mangeln wie auch immer wieder an Willen und Einstellung. Nur knapp über dem Strich auf Rang 15 stand die Mannschaft Anfang März, als es in die zwangsweise Pause ging. Dass Bochum daraus mit dem Re-Start als bestes Team der Liga hervorgehen würde, war zu diesem Zeitpunkt kaum zu hoffen.

Seit dem Re-Start hatte er häufig Grund zum Jubeln: Unter Thomas Reis ging es für den VfL Bochum hoch bis auf Platz acht. Foto: Molatta
  • Seit dem Re-Start hatte er häufig Grund zum Jubeln: Unter Thomas Reis ging es für den VfL Bochum hoch bis auf Platz acht. Foto: Molatta
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Doch Reis ist es tatsächlich mit klaren Worten und eben solchen Maßnahmen gelungen, aus der Ansammlung durchaus begabter Fußballer am Ende eine Einheit zu formen, die gemeinsam den Erfolg will – vielleicht der wichtigste Faktor. Mit dem Mannschaftsgeist kam die Balance zurück zwischen Defensive und Offensive. Und die neue Kompaktheit drückt sich auch in Zahlen aus. In fünf der acht Spiele seit dem Wiederbeginn blieb Manuel Riemann ohne Gegentor.

"Ich bin stolz auf die Mannschaft"

Am Ende ist der VfL die erfolgreichste Mannschaft der 2. Liga seit dem Re-Start. Das beschert aktuell den achten Platz und ein gutes Gefühl für die Sommerpause, wie Anthony Losilla bestätigt: „Wir waren vor der Corona-Pause in einer sehr kritischen Situation, das haben wir zusammen gerade gebogen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt.“
Die letzten Wochen taugen damit aber auch als Hoffnungsschimmer für die Zukunft. Thomas Reis lässt keinen Zweifel, dass er in Bochum etwas entwickeln und in der neuen Saison angreifen will. Ob das realistisch ist, wird schon die Kaderplanung in diesem Sommer zeigen.

Zwei Stützen des VfL in dieser Spielzeit: Danilo Soares (l.) und Manuel Riemann. Foto: Molatta
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Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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