Mühsamer Pokalsieg in Baunatal macht Sorgen
VfL Bochum reist mit Zweifeln zum HSV – Wiedersehen mit Hinterseer und Gyamerah

Am Freitag gibt es für den VfL Bochum in Hamburg ein Wiedersehen  mit Lukas Hinterseer (oben) und Jan Gyamerah (links).
  • Am Freitag gibt es für den VfL Bochum in Hamburg ein Wiedersehen mit Lukas Hinterseer (oben) und Jan Gyamerah (links).
  • hochgeladen von Dietmar Nolte

Selbstvertrauen tanken wollte der VfL Bochum im Pokal, am Ende stand ein mehr als schmeichelhafter Einzug in die nächste Runde. Zum schweren Auswärtsspiel beim Hamburger SV am Freitag (13.8., 18.30 Uhr) geht es jetzt mit noch mehr Zweifeln im Gepäck. Dort warten zwei alte Bekannte.

Die gute Nachricht: Nicht nur der VfL Bochum tat sich am vergangenen Wochenende schwer, seine Pokalaufgabe bei einem unterklassigen Verein souverän zu lösen. Auch der nächste Gegner, der Hamburger SV, bekleckerte sich bei seinem Auftritt nicht mit Ruhm. Die Hanseaten mussten beim Vorletzten der 3. Liga, dem Chemnitzer FC, am Ende sogar ins Elfmeterschießen und retten sich mit einem knappen 6:5-Erfolg in Runde zwei.
Trainer Dieter Hecking war trotzdem nicht unzufrieden mit der Leistung und hofft nach zweimaliger Egalisierung eines Rückstandes samt Sieg am Ende sogar auf eine Signalwirkung für die Liga.

Und das ist die schlechte Nachricht für alle Bochumer Fans: Denn von Zufriedenheit war Robin Dutt nach dem mühseligen 3:2-Erfolg des VfL beim Fünftligisten (!) KSV Baunatal so weit entfernt wie seine Mannschaft von leidenschaftlichem Fußball. Und eine Signalwirkung darf dieser Auftritt auf keinen Fall haben.

Zu viele Gegentore

Dutt war derart angefressen, dass er seine träge Truppe direkt nach der Partie schon auf der Pressekonferenz entsprechend anzählte. „Wir sind unseren Ansprüchen nicht gerecht geworden. Wir haben bei jedem Konter zittern müssen, dass wir kein Tor bekommen.“ In der ersten drei Pflichtspielen hat der VfL jetzt schon acht Gegentore kassiert – viel zu viel. Die Defensive verteidigt nicht konsequent genug, agiert nicht konzentriert und vernachlässigt immer wieder die Absicherung nach hinten. „Wir müssen die langen Bälle besser verteidigen, weil diese immer eine gute Chance für den Gegner bieten“, fordert Manuel Riemann von einen Vorderleuten jetzt eine andere Art der Abwehrarbeit. Und das mit Blick auf die nächste Aufgabe beim Tabellendritten an der Elbe zügig: „Wir müssen uns schnellstmöglich etwas überlegen.“

Was Bochum in diesen eher schwierigen Tagen trotzdem positiv verbuchen kann: Durch den Sieg in der ersten Pokalrunde wurden rund 350.000 Euro in die Bochumer Kasse gespült, die auf dem Transfermarkt jetzt vielleicht doch noch die eine oder andere Lösung möglich machen. Zudem kann sich der Klub auf seine Fans verlassen. Auch in Baunatal sorgten rund 2500 Anhänger für lautstarke Anfeuerung. „Sie haben uns toll unterstützt“, lobte auch Robin Dutt.

Ganvoula als Lichtblick

Und zumindest einen sportlichen Lichtblick brachte auch der sonst enttäuschende Auftritt in Baunatal. Silvere Ganvoula erzielte alle drei Bochumer Treffer und näherte mit seinem Dreierpack die Hoffnung, dass der VfL in ihm tatsächlich einen Angreifer mit Torgarantie gefunden hat.

Genau der hatte Bochum bekanntlich im Sommer Richtung Hamburg verlassen und erwartet seine ehemaligen Mitspieler nun am Freitag im Auswärtsspiel: Lukas Hinterseer, 18-Tore-Stürmer der Vorsaison, hat sich beim HSV intern durchgesetzt und dürfte auch am Freitag in der Startelf stehen – für die wacklige Bochumer Defensive keine wirklich gute Nachricht. Im Pokal in Chemnitz hat Hinterseer gerade per Seitfallzieher sein erstes Pflichtspieltor für die Hamburger erzielt.

Ein Wiedersehen auf dem Platz dürfte es im Volksparkstadion auch mit Jan Gyamerah geben, bis zur Bekanntgabe seines Wechsels ebenfalls eine feste Größe in der Bochumer Elf. Der Rechtsverteidiger hat sich ebenso wie Hinterseer unter Dieter Hecking einen Platz in der HSV-Elf erkämpft, auch wenn er zuletzt im Pokal etwas schwächer spielte. Bei seinem neuen Trainer hat er trotzdem schon mächtig Eindruck hinterlassen: „Mein Eindruck ist, dass der Junge selbst noch gar nicht weiß, wie gut er schon ist. Und vor allem, wie gut er noch werden kann.“

Info:
• In der letzten Saison trennten sich Bochum und der Hamburger SV in beiden Vergleichen mit einem torlosen 0:0.
• Von den zuvor 68 Duellen in der Bundesliga konnte der VfL 19 Spiele für sich entscheiden, ebenso oft trennte man sich unentschieden. 30 Mal gewann Hamburg.
• Auswärts beim HSV konnte Bochum in insgesamt 39 Partien erst fünfmal triumphieren - viermal in der Bundesliga und einmal im Pokal.

Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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