Mehrere Kilogramm Gold! - "Falscher Polizist" ergaunert die bislang höchste Beute im Revier

Dieses Symbolbild ist nur der Blickfang! Das sind 12 kg-Barren der Bundesbank. 1kg-Stücke sind natürlich viel kleiner.   Dank an die Bundesbank für Foto und Genehmigung!
  • Dieses Symbolbild ist nur der Blickfang! Das sind 12 kg-Barren der Bundesbank. 1kg-Stücke sind natürlich viel kleiner. Dank an die Bundesbank für Foto und Genehmigung!
  • Foto: Archivbild der Bundesbank
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Bochum / Mehrere Kilogramm Gold! - "Falscher Polizist"
ergaunert die bislang höchste Beute im Revier. PHK Volker Schütte veröffentlichte diese Meldung:

"Guten Tag, ich bin von der Kriminalpolizei. Wir
haben gerade zwei Einbrecher festgenommen, die eine größere Menge
Bargeld mitführten. Das Geld könnte von ihnen stammen. Ein Kollege
von mir ist auf dem Weg zu ihnen und wird gleich kurz ermitteln!"

Diesen Anruf erhält ein im Bochumer Stadtteil Weitmar lebender
Senior am gestrigen 22. November, gegen 11 Uhr.

Wenig später schellt es an der Haustür des über 80 Jahre alten
Bochumers. Eine männliche Person weist sich mit einem grünen Dokument
als Kriminalbeamter aus und bittet darum, ihm das Bargeld zu zeigen.

Daraufhin holt der Senior eine Kassette aus dem Safe, in dem sich
mehrere ein Kilogramm schwere Goldbarren befinden.

Der wortgewandte "Polizist" erklärt dem Mann daraufhin sehr
glaubwürdig, er müsse diese Kassette kurz in seinem vor dem Haus
stehenden Dienstwagen auf Spuren untersuchen.

Als der "Kripo-Beamte" dann nicht zurückkehrt, erkennt der Senior,
dass er zum Opfer eines "Falschen Polizisten" geworden ist.

Der Schaden liegt im sechsstelligen Euro-Bereich und toppt damit
alle Taten, die bezüglich dieses Betrugsdelikts im Bereich des
Bochumer Polizeipräsidiums bislang verübt worden sind.

Der Kriminelle, der sich im Bereich Blankensteiner Straße /
Heinrich-König-Straße / Hattinger Straße aufgehalten hat, ist ca. 45
Jahre alt, 175 cm groß, augenscheinlich deutscher Abstammung, hat
eine normale, leicht dickliche Figur und trug eine verschlissene
blaue Jeanshose, eine schwarze glänzend Jacke sowie eine sportliche
Kappe.

An dieser Stelle nochmal ganz, ganz deutlich: "Die Polizei
ermittelt so nicht - weder per Telefon noch an der Haus- oder
Wohnungstür!"

Die Täter nutzen zudem häufig Namen von real existierenden
Polizeibeamten und lassen Ihre Geschichte damit noch glaubwürdiger
erscheinen. Die Betrüger rufen häufig bei älteren Menschen an und
manipulieren ihre Opfer in stundenlangen Telefonaten.

Was zeigen uns diese miesen Straftaten? Die Kriminellen denken
sich immer wieder neue "Schachzüge" aus, die an dieser Stelle nie
vollständig aufgezählt werden können.

Dabei kündigen sie sich, wie in Weitmar geschehen, vorher
telefonisch an, um mögliche Bedenken schon im Voraus zu zerstreuen
und ein Vertrauensverhältnis zum Opfer aufzubauen.

Daher sollten folgende Ratschläge unbedingt beherzigt werden:

Lassen Sie sich den Namen des anrufenden Polizisten nennen, legen
Sie auf und rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde über die Rufnummer
110 an.

Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre
Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen,
angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten
oder Geldinstituten.

Fordern Sie von Amtspersonen, wie z.B. Kriminalbeamten, immer den
Dienstausweis sowie die Dienstmarke und prüfen diese sorgfältig (nach
Druck und Foto). Sorgen Sie dazu für gute Beleuchtung und benutzen
Sie, wenn nötig, eine Sehhilfe.

Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, bei uns auch
über den Notruf "110". Suchen Sie dazu die Telefonnummer selbst
heraus und ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn
hinzu.

Pflegen Sie als jüngerer Mensch Kontakt zu Ihren älteren
Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Machen Sie ihnen das Angebot, bei
fremden Besuchern an der Wohnungstür zur Sicherheit hinzuzukommen und
übergeben Sie für solche Fälle die eigene Telefonnummer.

Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie
sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

Das ermittelnde Kriminalkommissariat 13 warnt nochmals
ausdrücklich vor dieser Masche und bittet unter den Rufnummern 0234 /
909-4135 oder 0234 / 909-4441 (Kriminalwache) dringend um
Zeugenhinweise.

Kommentar von Volker Dau:

Solche Werte im sechsstelligen Bereich gehören nicht in die Wohnung, auch nicht im eigenen Safe! Da kann man durch Trick oder Gewalt zur Herausgabe gezwungen werden oder der Safe geknackt oder komplett mitgenommen werden!

Deshalb den Bank-Safe vorziehen, aber dabei auf eine Safe-Versicherung achten, denn die Inhalte der Bank-Safes sind oft völlig unterversichert und oder nicht alle Risiken abgedeckt!

Auf keinen Fall die kleinen Fächer für Sparbücher oder Kontoauszüge in den Sparkassen als Safe missbrauchen! Diese sind so schlecht gesichert wie ein Postfach im Postgebäude! Dazu ohne jeden Versicherungsschutz!

Des weiteren empfehle ich die Seriennummern der Goldbarren zu notieren und separat aufzubewahren, ebenfalls die Echtheitszertifikate mit Seriennummern von den Barren zu trennen.

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