Pendlerverkehr

Nie konnte ich mir vorstellen, dass morgens so viele Menschen von A nach B fahren, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Konnte mir eine Anfahrt nach Bergkamen ohne Auto gar nicht vorstellen. Was soll ich sagen, es klappt wunderbar, jedenfalls bis Kamen. Denn von da nach Bergkamen geht es nur mit dem Bus, mit dem Schnellbus, der braucht allerdings seine Zeit! Schnell ist ja auch relativ.

Da gehöre ich allerdings zu den Privilegierten, ich werde im Wechsel von zwei Arbeitskolleginnen vom Bahnhof Kamen morgens abgeholt und nachmittags wieder hingebracht. Dafür danke!!!

Entspannung pur, wenn nicht der Zug plötzlich umgeleitet wird, wegen eines Personenschadens, ja, so nennt man das, wenn sich Jemand vor den Zug wirft!!! Schreckliches Wort für die Verzweiflungstat eines Menschen, der dann nur noch als Zahl in der Statistik der Deutschen Bahn auftauchen wird.

Letzten Freitag gab es einen sogenannten „Personenschaden“. In Dortmund wurde uns gesagt, dass der Zug eben wegen dieses „Personenschadens“ nicht über Kamen nach Paderborn, sondern über Hamm weiter fahre. Pendelverkehr sei eingerichtet bzw. vor-gesehen.

Sehr beliebt ist auch der Aufenthalt von Personen auf den Gleisen! Warum machen Menschen das? Aus Zeitgründen, um einen Teil ihres Weges abzukürzen, indem sie über die Gleise gehen. Stell ich mir sehr reizvoll vor, immer die Frage im Kopf zu haben, wann kommt der nächste Zug, schaffe ich es rechtzeitig die Gleise zu überqueren?
Ist das Mut, Gleichgültigkeit oder Doofheit!!!

Also raus aus dem Zug, Pendelverkehr gab es noch nicht, also rein in den nächsten Bus, den S 30 (Schnellbus), der fährt auch ein Stück über die A 2 und dann nach Bergkamen Busbahnhof. Sh. oben, schnell ist relativ! Von da weiter zum Zielort.

Das Unterhaltungsprogramm ist auch sehr groß, jedenfalls am Nachmittag, auf der Rückfahrt! Man lernt Menschen von einer ganz anderen Seite kennen. Die Einen haben die ganze Zeit ihr Handy in der Hand, andere lesen, dazu gehöre ich und wieder andere lassen dich an ihrem Leben teilhaben, wirklich am prallen Leben! Alles, wirklich alles wird erzählt, diskutiert und öffentlich gemacht! Manchmal wünscht ich mir der Herr möge Hirn vom Himmel schicken. Morgens verläuft die Fahrt in der Regel ruhig. Wir Pendler grüßen uns dann zwar, aber großer Redebedarf besteht nicht, klar alle müssen erst einmal wach werden.

Zwischendurch gibt es auch ein Musikprogramm. Da läuft ein Akkordeonspieler durch den Zug, um spielender Weise seine Kasse aufzubessern oder eine „Horde“ wüst aussehender Jugendlicher holt die Gitarre raus und singt lautstark. Das war übrigens vom Unterhaltungswert bisher das Beste! Wirklich, ohne jede Ironie!
Dem ÖPNV und der Deutschen Bahn sei dank!

Autor:

Marion Kamerau aus Bochum

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