Warum sind wir, wie wir sind?

Warum sind wir, wie wir sind?

Was ist mit uns? Fehlt uns Empathie? Sind wir ein Volk von Egoisten? Da schließe ich mich auch nicht aus.

Gestern war ein großer Bericht in der Zeitung, dass immer mehr Eltern aus den sogenannten Entwicklungsländern und den zunehmenden Kriegsgebieten ihre Kinder allein auf den Weg schicken, um Krieg und Elend zu entfliehen. Wer selber Kinder hat kann sicher nachvollziehen, wie schwer diese Entscheidung Eltern fallen muss zu versuchen, ihrem Kind eine vermeintlich sichere Zukunft zu bieten ohne zu wissen, ob das ins Auge gefasste Ziel erreicht und man sich jemals wiedersehen wird. Ich mag mir gar nicht vorstellen mit welchen körperlichen und seelischen Blessuren diese kleinen Menschen mutterseelenallein letztendlich das vermeintlich gelobte Land erreichen.

Was tun wir, wir regen uns auf über die vermeintlichen Wirtschaftsflüchtlinge!

Ich habe gedacht, dass die Zeiten, wo Eltern ihre Kinder in Sicherheit bringen, vorbei sind, nein falsch gedacht, die Geschichte wiederholt sich!

Heute stand in der Zeitung, dass immer mehr Kinder in unserer vermeintlichen Wohlstandsgesellschaft misshandelt werden und/oder verwahrlosen! Ganz zu schweigen von sexuellem Missbrauch! Tendenz steigend!!!

Wie kann das sein? Ist die heutige Kindergeneration so schwierig zu erziehen? Sind Eltern permanent überfordert?

Betroffen sind übrigens alle sozialen Schichten!!!

Zum Schluss komme ich persönlich zu dem Ergebnis, Kinder haben in unserem Land keine Lobby!!! Weil man sich mit ihnen auseinandersetzen muss, weil es Individuen sind mit einer eigenen Meinung? Ohne Frage ist es anstrengend und mühsam Kinder zu erziehen, ohne sie zu brechen! Aber wer hat gesagt, dass Kindererziehung einfach ist.

Anders als zu Zeiten meiner Mutter können und dürfen wir uns bewusst für oder gegen ein Kind entscheiden.

Sind so kleine Hände
Ein Gedicht von Bettina Wegener

Sind so kleine Hände, winzige Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße mit so kleinen Zeh’n.
Darf man nie drauf treten können sonst nicht gehen.

Sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt,
darf man nie zerbrüllen werden davon taub.

Sind so schöne Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen die noch alles seh’n.
Darf man nie verbinden können sonst nichts sehen.

Sind so kleine Seelen offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen gehen kaputt dabei.

Ist so ein kleines Rückgrat sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen weil es sonst zerbricht.

Gerade, klare Menschen wär’n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat gibt es schon zu viel.

Autor:

Marion Kamerau aus Bochum

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