Dr. Birgitta Behringer M.A. und das ambulante Ethikkomitee Bochum gewinnen Preis
„Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“

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Um „Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“ geht es der Münchner Josef und Luise Kraft Stiftung, die in diesem Jahr hierfür den ersten Preis an Dr. Birgitta Behringer M.A. und das ambulante Ethikkomitee Bochum e.V. (AEB) vergab, wo man sich sehr über die Auszeichnung und die Förderung freute. Der Preis wird am 9. Dezember in Berlin übergeben und hat auch wissenschaftliche Bedeutung.
„Die Stiftung setzt sich für die Interessen älterer Menschen in der deutschen Gesellschaft ein“, erklärt AEB-Vorstandsmitglied Dr. Birgitta Behringer, die gerade zusätzlich ihren Master in Medizinethik gemacht hat. „Sie kooperiert mit Organisationen und Einrichtungen, die lösungsorientierte und ideenreiche, dabei ebenso nachhaltige wie wirksame Projekte initiieren, mit denen ein Brückenschlag in die Gesellschaft gelingt. So wie bei uns.“
Die Kraft-Stiftung würdigt „Behandlung im Voraus Planen“ (BVP), die bürgerschaftliche Bewegung in Bochum zur Förderung der Autonomie von Menschen in stationären Einrichtungen der Pflege und von Menschen mit geistigen Behinderungen. Dies ist eine Initiative des AEB, gefördert von den Stadtwerken Bochum, in deren Zentrum die Achtung und der Respekt vor der Autonomie und der Würde des Menschen steht. „Wir möchten, dass Menschen so behandelt werden wie sie das wollen, selbst wenn sie nicht mehr entscheidungsfähig sind.“
BVP ermöglicht durch seinen aufwändigen und professionellen Gesprächsprozess einen intensiven Austausch über das, was dem einzelnen Menschen wichtig ist. Einbezogen werden dabei Familie und wichtige Angehörige sowie gesetzliche Vertreter, Ärzte und Pflegende.
„Die frühzeitige Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen“, so Dr. Behringer, „kann notwendige Entscheidungen in Situationen erleichtern, wenn Menschen angewiesen sind auf die Fürsorge ihres sozialen Umfeldes.“ BVP beschäftigt sich mit Fragen der Übertherapie sowie der Untertherapie. Die Haltung ist geprägt durch einen fortwährenden Diskurs über das Wohl von Menschen in ihrer Bedürftigkeit.
Das Hospiz und Palliativgesetz hat mit seinem Paragraphen 132g für stationäre Einrichtungen der Pflege sowie stationäre Einrichtungen mit Menschen mit Behinderungen die gesetzliche Grundlage geschaffen, professionell ausgebildete Gesprächsbegleiter zu beschäftigen. Diese unterstützen ihre Bewohner bei der gesundheitlichen Vorausplanung für gesundheitliche Krisensituationen, in denen sie nicht mehr selber entscheidungsfähig sind.
Das AEB bietet qualifizierte Ausbildungen für Gesprächsbegleiter an. Eine komplexe Ausbildung, die in Bochum bereits drei Mal stattgefunden hat. Für die Umsetzung ist Netzwerkbildung und die Einbeziehung aller beteiligten Akteure unverzichtbar. Elementar ist die regionale Diskussion darüber, wie wir für das Wohl von älter und bedürftig werdenden Menschen Sorge tragen. „Ausdrücklich“, sagt auch AEB-Vorstandsmitglied Pfarrer Rainer Meschenat, „geht es nicht um rein medizinische Fragen, sondern um die Berücksichtigung der physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension im Sinne einer bestmöglichen Fürsorge.“

Ambulantes Ethikkomitee Bochum e.V.
Am Heerbusch 3, 44894 Bochum
Tel.: 0152/57170697
Fax: 0234/57926519
Kontakt: info@ethikkomitee-bochum.de
www.ethikkomitee-bochum.de

Autor:

Eberhard Franken aus Bochum

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