"Wut-Projekt" in Stahlhausen

In der ersten Woche der Herbstferien hatten die BesucherInnen der Einrichtung in der Gremmestr. (Dependance des e57) die Möglichkeit sich spielerisch und künstlerisch mit dem Thema Wut und Aggression auseinanderzusetzen. Dies passierte im Rahmen des StadtUmbau-Projektes „Wut – ein Zwerg sieht rot“. In diesem Kunstprojekt – durch-geführt von der ortsansässigen freischaffenden Künstlerin Antje Hemmer – näherten sich die Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren diesem schwierigen Thema über eine phantasievolle Geschichte, welche – zu Beginn vorgegeben – dann von ihnen weitergeschrieben und künstlerisch über Bilder und Skulpturen umgesetzt wurde.
Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden am Ende der Woche den Eltern der Kinder, sowie interessierten Anwohnern des Stadtteils in einer kleinen Werkschau präsentiert.

Bei dem Kunstprojekt „WUT_Ein Zwerg sieht Rot“ werden die Kinder um Hilfe gebeten. Und zwar von einer kleinen Maus. Sie ist der beste Freund des Zwerges, der verborgen in der Umgebung des KiTT-Gremmestraße wohnt. Die Maus ist traurig und verzweifelt. Seit ein paar Tagen geschehen merkwürdige Dinge mit dem Zwerg. Er tobt vor Wut, schmeißt wild mit Gegenständen um sich, zerstört und schreit. Die Kinder helfen der Maus, indem sie zu allererst den Zwerg mithilfe eines klitzekleinen Zwergenbüchleins betrachten. Was macht der Zwerg alles? Wie war er vor-her? Und was könnte der Grund für seine Wut sein? Es wird eine Verbindung zwischen zwergischer Wut und kindli-cher Wut hergestellt.
Auch die Frage danach, wie sich menschliche Gesichter verändern, wenn sie in Wut geraten, interessiert uns sehr. Wie fühlen sich wütende im Vergleich zu freundlichen Gesichtern an? Um dies näher zu untersuchen, erfühlen
die Kinder ihre und die Gesichtszüge der Anderen. Um diesen Ausdruck des Gesichts festzuhalten, entstehen Fotos, die S/W ausgedruckt, und weiterbearbeitet werden. Mit Worten oder Zeichnungen. Da der Zwerg ja im Untergrund lebt, wird er immer schmutziger, putzt sich nicht mehr die Zähne und riecht streng.
Mit selbsthergestellten Farben aus Naturpigmenten und der Farbe Rot, wie die Wut, entstehen großformatige Male-reien. Da man Wut nicht nur malen und fühlen kann, werden zwergische Wesen, die Maus, sowie Gerätschaften, um besser mit WUT umgehen zu lernen, gebaut. Dabei helfen eine Vielzahl an verschiedenen Materialien. Ebenso eine Auflistung aller den Kindern bekannten Schimpfwörter hilft über ihre Bedeutung zu sprechen und sie so zukünftig mit einem anderen Bewußtsein anzuwenden. Die entstandenen Arbeiten werden in Form einer Ausstellung präsentiert.

Autor:

Sebastian Hammer aus Bochum

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