Ich erhebe die Klage: Vermüllung unserer Heimat - unsere Kommunen versagen!

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Bochum: NRW | Die LK-Gemeinde beschäftigt ja ernsthaft immer weniger, was mit der Verbesserung unserer Gesellschaft zu tun hat. Resignation und Rückzug haben engagiertes Einbringen abgelöst. Eine Biedermeier-Mentalität hat längst ihren Siegeszug angetreten. Ein Problem, ja, ein Problem allerdings scheint vielen doch noch auf den Nägeln zu brennen, so dass sie sich zu Wort melden: 

Die Vermüllung unserer Nachbarschaften und unseres öffentlichen Lebensraumes


BürgerReporter dokumentieren, BürgerReporter beklagen, BürgerReporter fordern Mülldetektive, aber ändern tut sich anscheinend nichts. Eher im Gegenteil: Es scheint immer schlimmer zu werden. Fragt sich, wann diese BürgerReporter es auch noch aufgeben.

Unser Gemeinwesen kann natürlich abwarten, bis wir im Müll unserer Mitmenschen ersticken, bis wir unsere Heimat nicht mehr als solche empfinden. Zur Zeit ist nicht erkennbar, dass irgendwer die Reißleine zieht. Aber wer kann dieser "irgendwer" inzwischen anderes sein als der Staat, denn die familiäre und die innergesellschaftliche Erziehung versagen auf ganzer Linie.

Wie ein Staat das Problem der Müllsünder anpacken kann, beweist der Stadtstaat Singapur, von dem Lena Bodenwein, ARD-Studio Singapur, folgendes zu berichten weiß:

"Die Straßen wirken wie geleckt, die Bänke, als ob man von ihnen essen könnte: Singapur ist wohl die sauberste Stadt Asiens. Dafür sorgen Freiwillige und Verurteilte.
 
Wie aus dem Boden gewachsen steht die Aufseherin plötzlich neben der unwissenden Frau auf dem Bahnsteig. "Sie können hier nicht essen", sagt sie und deutet auf das Verbotsschild: 500 Dollar Strafe gibt es für Nahrungsaufnahme im U-Bahnhof oder in der Bahn selbst. Dafür sind Singapurs U-Bahnhöfe so aseptisch sauber, dass man hier fast vom Boden essen könnte.
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Auf den öffentlichen Toiletten muss man sich erstmal durch die Schilderflut arbeiten: Nicht mit den Füßen auf die Brillen hocken, um sich "chinesisch" zu erleichtern, sonst setzen sich andere in den Dreck. Unbedingt abziehen, sonst drohen umgerechnet 150 Euro Strafe. Die nassen Hände nicht einfach abschütteln, sonst rutschen andere aus.

Sauberkeit in Singapur hat mit Erziehung zu tun. Schau, dies sind die Konsequenzen deines Handelns, also lass es besser sein. "Wir guten Menschen dürfen den bösen und hässlichen Menschen nicht erlauben, unsere Stadt dreckig zu machen“, so denken die braven Singapurer. Wer seine Umwelt verschmutzt, indem er einfach Abfall fallen lässt, muss schon beim ersten Mal bis zu 2000 Singapur Dollar zahlen, also etwa 1300 Euro. Beim zweiten Mal ist das Doppelte fällig und beim dritten Mal 10.000 Dollar, also 6500 Euro.
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Damit nicht genug: Die Verschmutzer können zusätzlich verurteilt werden, zwölf Stunden lang Parks zu säubern. Am besten direkt in ihrer Nachbarschaft, damit sie öffentlich bloßgestellt werden. Das "Public Shaming" war die Motivation hinter der Einführung dieser Strafe.

Strafen lauern überall: Rauchen an der falschen Stelle, auf den Boden spucken oder auch bei illegalen Malereien. Zwei Leipziger, die vor mehr als drei Jahren eine Singapurer U-Bahn mit Graffiti verziert hatten, wurden zu je drei Stockhieben und neun Monaten Haft verurteilt. Singapur solle eine saubere Stadt sein. Man müsse dafür sorgen, dass Singapur schön bleibt, meint ein freiwilliger Stadtreiniger.
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Es gibt nicht nur Strafen, sondern viele Freiwillige, die ihre Stadt makellos halten wollen. Eine ganze Bewegung hat sich formiert: "Keep Singapore Clean Movement", heißt sie. An den Wochenenden gehen ganze Schulklassen in die "Food Courts", die großen Ansammlungen von Ess-Buden, singen ein Lied oder tragen ein Gedicht vor, um an die Esser zu appellieren, ihren Dreck wegzuräumen.

Singapur sauber zu halten, hebt auch die Lebensqualität, so sehen es die Bewohner. Der Stolz auf ihre blühende Stadt ist es, der viele Singapurer motiviert. "The Garden City" heißt sie auch, die Stadt als Garten, in dem jeder sich erfreuen können soll.

Weil die Stadt sich aber nicht nur auf Freiwillige verlassen kann, fegt, säubert, räumt und putzt noch ein riesiges Heer von günstigen Arbeitskräften jeden Bürgersteig und jeden Parkweg."

Soweit Lena Bodenwein vom ARD-Studio Singapur. 

Zugegeben, nicht alles, was in Singapur gegen Müllsünder unternommen wird, kann als Vorbild dienen. Das Müllproblem aber überhaupt nicht ernsthaft anzupacken, wie es in unseren Städten Usus ist, sieht man von einigen Alibi-Aktionen ab, und an Ordnungs- und Sicherheitskräften immer mehr einzusparen, ist alles andere als das Gelbe vom Ei.
 
Und wenn unsere Politiker, angefangen bei den Kommunalpolitikern, schon nicht selbst auf die Idee kommen, geschweige denn den Willen aufbringen, für Sauberkeit in unserem Lebensumfeld zu sorgen durch angemessene Maßnahmen, so sollten wir ihnen kräftig auf die Finger klopfen.
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22 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 13.05.2018 | 19:36  
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 13.05.2018 | 19:43  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 13.05.2018 | 19:44  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 13.05.2018 | 19:48  
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Bernfried Obst aus Herne | 13.05.2018 | 20:02  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 13.05.2018 | 20:08  
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Bernfried Obst aus Herne | 13.05.2018 | 20:31  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 13.05.2018 | 20:38  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 13.05.2018 | 21:04  
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Volker Dau aus Bochum | 14.05.2018 | 00:04  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 14.05.2018 | 09:33  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 14.05.2018 | 09:34  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 14.05.2018 | 13:31  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 14.05.2018 | 14:24  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 15.05.2018 | 10:00  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 15.05.2018 | 10:10  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 16.05.2018 | 07:16  
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Sahra Kleineker aus Moers | 16.05.2018 | 10:29  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 16.05.2018 | 10:42  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 16.05.2018 | 13:50  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 17.05.2018 | 10:46  
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Sahra Kleineker aus Moers | 23.05.2018 | 17:49  
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