Mehrweg: Gut für die Region - Ökologischer Unsinn flaschenweise

„Als Umweltberaterin der Verbraucherzentrale geben wir gemeinsam mit dem Stadtspiegel wertvolle Tipps für ein umweltgerechtes und umweltschonendes Verhalten im Alltag.“ Umweltberaterin Judith Spittler | Foto: Privat
2Bilder
  • „Als Umweltberaterin der Verbraucherzentrale geben wir gemeinsam mit dem Stadtspiegel wertvolle Tipps für ein umweltgerechtes und umweltschonendes Verhalten im Alltag.“ Umweltberaterin Judith Spittler
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Ernst-Ulrich Roth

Wer transportiert eine tonnenschwere Ware über hunderte Kilometer, obwohl es das Produkt in derselben Qualität an jeder Ecke gibt? Und das lieber in Einwegverpackungen, obwohl der Inhalt bestens für ein Mehrwegsystem geeignet ist? Die Getränkeindustrie!

Immer weniger Getränke werden in Mehrwegflaschen abgefüllt, beim Mineralwasser sind die Quoten in den vergangenen zehn Jahren mehr als die Hälfte eingebrochen. Die Folge: Der Transport des Wassers verschlingt große Mengen Energie, ebenso die Produktion von Einwegflaschen.
Dabei ist Mineralwasser aus der Region nicht nur gut für die örtliche Wirtschaft sondern auch für die Umwelt. Mehrweg-Glasflaschen lassen sich bis zu 40 Mal neu befüllen und sind mehrere Jahre im Umlauf. Mehrweg-Kunststoff-Flaschen aus PET schaffen etwa 15 Umläufe. Aufgrund ihres leichten Gewichtes, sind sie in der Ökobilanz eindeutig das beste System.
Die schlechteste Bilanz haben Einweg-Flaschen aus Glas und Dosen. Auch wenn sie zurückgegeben und recycelt werden, muss mit viel Energie für jedes Getränk eine neue Verpackung produziert werden.
Doch jeder kann mit dem Griff zur richtigen Flasche helfen, die Umwelt zu schonen und überflüssige Transportwege zu vermeiden.

Tipps, was jeder für die Umwelt tun kann:
Am besten sind standardisierte Mehrweg-Flaschen, insbesondere aus Kunststoff, aber auch aus Glas, die in der Re­gion abgefüllt wurden. Sie verbrauchen auf ihrem Lebensweg weni­ger Rohstoffe und Energie und schonen das Klima. Je kürzer die Transportstrecke ist, de­sto besser ist die Bilanz für die Mehrweg-Flasche.
Auf dem Etikett der Flasche ist immer der Abfüllort des Wassers angegeben. Je näher dieser an Bochum liegt, desto besser nicht nur fürs heimische Klima!
Viele Verbraucher wollen Mehrweg kaufen, doch der Hinweis Pfandflasche führt seit der Einführung des Einweg-Pfandes in die Irre. Mehrweg-Flaschen erkennt man ent­weder an den folgenden Abbildungen und/oder an den Aufschriften: Leihfla­sche, Mehrweg, Mehr­weg-Flasche.
Mehrweg-Flaschen können auch mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel für Ressour­censchutz“ ausgezeichnet sein.
Wer sowieso am liebsten stilles Wasser trinkt, sollte prüfen, ob ihm auch das örtliche Leitungswasser schmeckt. Wenn man keine Bleileitungen im Haus hat, lässt sich überall in Deutschland das Leitungswasser bedenkenlos trinken.
Dosen verbrauchen bei der Herstellung besonders viel Energie. Verzichten Sie lieber darauf!
Unterstützung bei der Suche nach einem regionalen Mineralwasser gibt die Umweltberatung der Verbraucherzentrale in Bochum Tel.: 0234/68 52 61.
Und wer sich für die Inhaltsstoffe des Bochumer Trinkwasser interessiert, kann sich einen entsprechenden Flyer bei den Stadtwerken Bochum abholen.
u1991 wurden rund 70 Prozent aller Getränke in Mehrwegflaschen abgefüllt, diese Quote lag 2008 bei 44, 1 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren ist beim Mineralwasser die Quote auf etwa 35 Prozent gesunken.

Daten und Fakten

1991 wurden rund 70 Prozent aller Getränke in Mehrwegflaschen abgefüllt, diese Quote lag 2008 bei 44, 1 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren ist beim Mineralwasser die Quote auf etwa 35 Prozent gesunken.

Jeder Liter Mineralwasser, der in eine Mehrweg statt in eine Einwegflasche abgefüllt wird, spart rund 60 Gramm CO².

Mehr als 200 Mineralbrunnenbetriebe in Deutschland fördern natürliches Mineralwasser aus der Tiefe und füllen es vor Ort ab. Deshalb ist immer erkennbar, wo das Produkt herkommt.

„Als Umweltberaterin der Verbraucherzentrale geben wir gemeinsam mit dem Stadtspiegel wertvolle Tipps für ein umweltgerechtes und umweltschonendes Verhalten im Alltag.“ Umweltberaterin Judith Spittler | Foto: Privat
Autor:

Ernst-Ulrich Roth aus Bochum

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

2 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.