Ausstellung im Kulturzentrum: Stadtwerbung durch die Jahrzehnte
Bottrop - voller Ideen

Werbung ist immer auch ein Spiegel der Zeit. Sie ist damit ein Gradmesser für die Moden der Vergangenheit. Das Stadtarchiv widmet anlässlich des Stadtjubiläums „100 Jahre Bottrop“ den Kampagnen und Werbeartikeln der Stadt. „Bottrop voller Ideen“ heißt die Ausstellung im Kulturzentrum. Bis zum 31. August sind nützliche, kitschige und informative Dinge zu sehen, mit denen die Stadt ihr Image prägen wollte.

Zusammengestellt hat die Ausstellung Stadtarchivarin Heike Biskup. Dabei konnte sich auf den umfangreichen Fundus von Jörg Wingold zurückgreifen. Der Bottroper sammelt seit Jahrzehnten Devotionalien, die mit den Schriftzug „Bottrop“ versehen sind. Dazu gehört beispielsweise ein Stadtprospekt aus der Zeit des Nationalsozialismus. Während das Archiv nur über eine teilweise geschwärzte Ausgabe verfügt, hat Wingold eine unzensierte Version. Heike Biskup vermutet, dass die Broschüre nach 1945 weiterhin verteilt wurde, nur eben mit den „Korrekturen“.

Das älteste Exponat ist ein Prospekt aus dem Jahr 1924. „Es ist das erste Prospekt, mit dem Bottrop für sich warb“, sagt Heike Biskup. Bereits damals waren die Bottroper stolz auf ihr Rathaus, das aus der ähnlichen Perspektive dargestellt wurde, wie auf den Postkarten der folgenden Jahrzehnte.
Über die Zeit ändert sich die grafische Darstellung. Die Fotos werden bunt. Die Schriftzüge passen sich an. Der städtische Pressesprecher Andreas Pläsken, heute für die Außendarstellung der Stadt zuständig, weist auf eine Kontinuität hin, die sich bereits früh abgezeichnet hat. „Bottrop war immer die Stadt der Arbeit und Erholung. Es ist kein Zufall, dass wir heute Freizeit- und Tourismusangebote haben“, sagte er bei der Präsentation der Ausstellung. Bereits die ersten Postkartenmotive zeigen einen blau kolorierten Himmel. Bottrop hebt sich ab von der Industriekulisse des Ruhrgebiets.

Mit der Entwicklung der Stadtwerbung hat sich Wilfried Krix beschäftigt. Er bereitet ein Heft für die Geschichtsreihe des Stadtarchivs zu diesem Thema vor, das im Herbst erscheint. „1976 hatte die Stadtwerbung einen Etat von nur 14.000 D-Mark“, sagte Krix. Als Außenwerbung dienten vor allem Motive des Mammuts im Museum für Früh- und Ortsgeschichte und das Museum Quadrat.
Jörg Wingold sieht bei vielen Exponaten allerdings die Einwohner als Zielgruppe. „Es geht nicht nur um Außenwerbung, sondern es wird auch nach innen geworben“, sagt er. Wandteller und Kacheln mit Bottrop-Motiven seien eher etwas für Menschen, die zeigen wollen, stolz auf ihre Stadt zu sein. „Das hängt sich niemand ohne Bottrop-Bezug an die Wand.“
Die Ausstellung verhehlt nicht, dass es bei den Werbeartikeln auch mal zu geschmacklichen Überzeichnungen kommt. „Wir haben nicht nur Schönes“, sagte Heike Biskup. Es sei Teil des Ausstellungskonzepts, die Vitrinen sehr voll zu stellen. Damit solle die Vielfalt der Werbeartikel vermittelt werden. Die ungezählten Ausstellungsstücke aus Alt-Bottrop werden durch Leihgaben des Heimatvereins Kirchhellen ergänzt. Zahlreiche Erklärtafeln und Reproduktionen von Druckerzeugnissen erleichtern die historische Einordnung und wurden von Grafikerinnen Stephanie Klein und Sabine Berens gestaltet.

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