Ausstellung zum 100. Geburtstag - vom 9. Mai bis zum 19. Dezember:
Mit der VHS auf Zeitreise gehen

Uwe Dorow mit einer vergrößerten Kopie des Gründungsdokumtes (links) und dem ersten Programm zur VHS-Wiedereröffnung 1946.
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  • Uwe Dorow mit einer vergrößerten Kopie des Gründungsdokumtes (links) und dem ersten Programm zur VHS-Wiedereröffnung 1946.
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Die Volkshochschulen feiern in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. In Bottrop wird es dazu ab dem 9. Mai eine Ausstellung geben, die auf die lange Geschichte zurückblickt.

Einfach war es nicht, dieses Material zusammenzubekommen. Schaut man etwa auf die Homepage der VHS Bielefeld, ist dort zu lesen: "Der Blick auf den Zeitraum 1918 bis 1933 ist dabei schwierig zu rekonstruieren, weil es für die Zeit vor 1945 kein Aktenmaterial gibt." Das Aktenmaterial in Bottrop war zwar auch mehr als überschaubar - eine Gründungsurkunde und wenige ziemlich zerböselte "Waschzettel" in Sütterlinschrift, aber der stellvertretende VHS-Leiter Uwe Dorow hat - der Stadtspiegel berichtete - an unzähligen Wochenenden und wann immer es seine Freizeit zuließ, Zeitungsbände von 1919 bis 1923 durchforstet. Mit der Lupe musste Dorow auf jeder Seite hoffen, einen Eintrag zu finden. Sein spannender und informativer Aufsatz "Die Volkshochschule Bottrop - eine der besten Einrichtungen der Stadt. Die Gründung der Volkshochschule Bottrop vor 100 Jahren und ihr Werdegang in der Weimarer Republik" ist in dem Buch zum 100. Geburtstag der Stadt Bottrop zu finden. "Mein Aufsatz war auch eine Vorarbeit für die Ausstellung."
In der Ausstellung bekommt man nicht allein den Überblick über die Anfangszeit, sondern über die gesamten hundert Jahre. Christiane Dahlkamp und Dr. Katja Hesmer haben sich um die Jahre 1946 bis 1974 - "1974 trat in NRW das Weiterbildungsgesetz in Kraft" - gekümmert, Maria Reidick-Rominski um die Zeit von da an bis heute. Um die technische Umsetzung hat sich Henry Prall gesorgt.
Wenn man in die alten VHS-Programmhefte schaut, sieht man: "Die VHS Bottrop ist mitten in der Gesellschaft angesiedelt. Was die Leute bewegt, war auch schon damals unser Thema", sagt Uwe Dorow und nennt als Beispiel aus dem Jahr 1946 "Wie bau ich mir ein Radio", 1959 "Die Automation" oder in den 60er Jahren den "Arbeitskreis Hilfe für Spätaussiedler". Auch Lebenshilfe wie "Die menschliche Ernährung - ein Leib-Seelen-Problem" wurde Ende der 50er bereits gegeben, Fremdsprachen schon direkt nach dem Krieg angeboten. 1960 waren es bereits drei Englischkurse, zwei Französischkurse sowie Italienisch, Russisch und Spanisch im Heft.
Paul Steigleder war der Wiederbegründer der VHS und damals auch Studienrat am Jungengymnasium. Er war immer am Puls der Zeit."Wer an der VHS Bottrop verantwortungsvoll arbeiten möchte, sollte die Menschen vor Ort kennen. Steigleder kannte seine Schüler als die Kinder seiner Eltern und war immer am Puls der Zeit."
Heute ist die VHS in der Blumenstraße genau an dem Ort, wo sie 1919 begonnen hatte. Zwischendurch war sie im Rathaus oder in der Böckenhoffstraße angesiedelt. Dort, wo heute das VHS-Kino ist, war früher der Kohlenkeller des Gymnasiums.
Die Ausstellung sollte man auf keinen Fall verpassen: "Wir haben zigtausend Menschen geschult und Wissen vermittelt. Viele Bürger sind selbst Teil der VHS-Geschichte. Mit unserer Ausstellung kann man sich auf eine Zeitreise begeben", macht Dorow Lust auf mehr.
Und sein Blick in die VHS-Zukunft? "Wir müssen uns mit den gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen, sonst kommt das ganze Land in Schwierigkeiten. Die Republik hat die stärksten Vertrauensverluste, wir müssen wieder Vertrauen schaffen. Da wir weltanschaulich und politisch neutral sind, können wir Wissen vermitteln, um den Menschen eine Teilhabe zu ermöglichen. Für uns ist das Zusammenführen von Menschen wichtig, wir wollen den sozialen Gedanken fördern." 

Ausstellung: 

  • Vom 9. Mai bis zum 19. Dezember ist die Ausstellung "100 Jahre Volkshochschule Bottrop - 100 Jahre mittendrin" im Flurbereich der Volkshochschule zu sehen. 
  • Geöffnet ist sie montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr, und montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr, mittwoch- und freitagsnachmittags ist geschlossen. 
  •  Wer die offizielle Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 8. Mai, besuchen möchte, kann sich unter der Rufnummer 703572 oder per Mail an vhs@bottrop.de auf die Gästeliste setzten lassen. 
Autor:

Bettina Meirose aus Bottrop

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