Museum für Ur- und Ortsgeschichte wieder zugänglich

Museumsdirektor Dr. Heinz Liesbrock (li.) freut sich mit seinen Kollegen über die Wiedereröffnung.
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  • Foto: Michael Kaprol
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Das Bottroper Museum für Ur- und Ortsgeschichte hat wieder geöffnet. Nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten können die Besucher nun auf zwei Etagen einen Gang durch die Stadtgeschichte der vergangenen 300 Millionen Jahre unternehmen.

Im frisch eröffneten Museum riecht es noch ein wenig nach Farbe und Lack. Wenige Tage ist es erst her, dass die letzten Arbeiten in der ehemaligen Bürgermeistervilla am Quadrat abgeschlossen worden sind. Und seither zeigt sich das Museum in neuem Gewand. Von den Decken scheint helles Licht herab. Nichts ist mehr zu hören von den ehemals knarrenden Böden. Die Räumlichkeiten wirken einladend und freundlich. "Das Gebäude war in seiner Bausubstanz aufgebraucht", erklärt Museumsleiter Dr. Heinz Liesbrock die langjährigen Umbaumaßnahmen.

In acht Ausstellungsräumen werden die Bottroper nach einem erzählerischen Konzept durch die Geschichte ihrer Stadt geführt. Los geht es im Erdgeschoss mit der Naturgeschichte und erdgeschichtlichen Entwicklung - und zwar beginnend vor rund 300 Millionen Jahren im Karbon. Diese Epoche war durch subtropische Temperaturen und ein hohes Pflanzenwachstum charakterisiert - die Grundlage für die Enstehung der Kohle. Zu sehen sind in diesem Raum nicht nur ein Karbonwald und einige Kohlestücke, sondern auch Bilder von Bergleuten und Zechen. "Wir wollen den Bezug zwischen den Rohstoffen und der wirtschaftlichen Nutzung zeigen", sagt Ulrike Stottrop, stellvertretende Leiterin des Essener Ruhr-Museums, die während der Umbauphase als wissenschaftliche Beraterin aktiv war.

Überreste der Bottroper Seekuh

Der nächste Raum widmet sich der Kreidezeit. In dieser Periode stand Bottrop unter Wasser. Dies führte unter anderem zur Entstehung von Formsand. Zu sehen sind hier nicht nur Fossilien und ein Fragment eines Großammoniten, sondern auch eine Sandsteinwand aus dem Nachlass von Josef Albers. 70 Millionen Jahre weiter, im Tertiär, dem dritten Raum, werden die Überreste einer vor 30 Millionen Jahren in der Nähe des Heidesees verendeten Seekuh gezeigt. Im Quartär wartet eine Vitrine auf die Besucher. In dieser befinden sich unterschiedliche Bottroper Tierarten. Die Stimmen der Vögel, wie dem Buchfink oder dem Pirol, sind per Tastendruck hörbar.

Im Obergeschoss sind vier Räume zur historischen Stadtentwicklung. Neben einer Urnensammlung, gefunden am Südring, sind dort die sogenannten Bottroper Fundsachen aufgereiht. "Die Bürger können sich hier mit ihrem Stadtteil identifizieren", sagt Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, Gründungsdirektor des Ruhr-Museums. Wiederentdecken können die Bottroper dagegen einen Raum weiter mögliche Vorfahren: Denn dort hängt an einer Wand ein kleiner Bildschirm mit dem ersten Einwohnerverzeichnis der Stadt. Der siebte Ausstellungsraum gleicht einem kollektiven Gedächtnis mit Objekten von Bottroper Bürgern. Zu sehen sind eine alte Volkszeitung, ein Fernseher aus dem Jahr 1951, ein Ölbild der Bottroper Familie Prigge, eine Gasmaske oder aber eine alte Wahlurne. Abgerundet wird die Zeitreise im letzten Raum mit Geschichten von Personen, wie der Boxer Dieter Renz, die Bottrop geprägt haben. Zudem laufen dort historische Filmaufnahmen.

Die Kosten für den Umbau des Museums betragen fast eine Million Euro. Die Inneneinrichtung und die damit zusammenhängenden baulichen Maßnahmen haben zwischen 300.000 und 400.000 Euro gekostet und wurden überwiegend aus Stiftungsgeldern und Spendenbeiträgen Dritter finanziert. Die Sanierungskosten des Hauses belaufen sich auf 500.000 bis 600.000 Euro und wurden unter anderem aus Mitteln des Konjunkturpakets II bezahlt.

Hier geht es zur Bildergalerie zum Museum für Ur- und Ortsgeschichte

Öffnungszeiten
Das Museum hat dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Öffentliche Führung
Die nächste öffentliche Führung ist am Sonntag, 6. Juli, um 11 Uhr. Sie dauert 60 Minuten und kostet 2 Euro.

Museumsdirektor Dr. Heinz Liesbrock (li.) freut sich mit seinen Kollegen über die Wiedereröffnung.
Die Überreste einer vor 30 Millionen Jahren in der Nähe des Heidesees verendeten Seekuh.
Autor:

Nina Heithausen aus Bottrop

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