Vielfältige und kämpferische Bergbaudemo am Samstag in Bottrop
Am Samstag fand die achte Demonstration gegen die RAG-Politik der verbrannten Erde statt

Bis zu 200 Menschen demonstrierten heute zum achten Mal gegen die RAG AG und deren rücksichtslose Politik des sozialen und ökologischen Kahlschlags. „Uns geht es um die Familien, unsere Kinder und auch um die Umwelt und das Wasser, das wir zum Leben brauchen“, so eine der Bergarbeiterfrauen, die heute dabei war. Deutlich wurde, dass es hier nicht um die Problematik einer einzelnen Branche geht, sondern jeder im Ruhrgebiet ist betroffen, wenn das Grundwasser vergiftet wird, die Mieten steigen, die Renten sinken und so weiter.
Verschiedene Rednerinnen und Redner während der Demonstration gingen darauf ein, dass es hier nicht nur um das Ruhrgebiet und den Steinkohlebergbau geht. Man sucht den Schulterschluss mit den Bergleuten von Kali und Salz ebenso wie mit den Braunkohle-Kumpel.  Der Anwalt Peter Weispfenning berichtete von einem ersten erfolgreichen Prozess gegen die Kündigung von über 200 Bergleuten durch die RAG. Zunächst hatten einige der über 160 Klagenden in der ersten Instanz verloren. Hier scheint sich das Blatt zu wenden.
 Eine Delegation verschiedener wichtiger Betriebe aus dem Ruhrgebiet kamen von Opel, von Daimler, von Ford, von ThyssenKrupp und von Hella. Zahlreiche Grußworte gingen aus dem In- und Ausland ein, zum Beispiel Indien. Unter anderem von der Tierschutzpartei, die sich – für diesmal – entschuldigen ließ, wegen eines eigenen landesweiten Termins. Der Hauptkoordinator der international Bergarbeiterkonferenz, Andreas Tadysiak, berichtete von den Kämpfen der Bergarbeiter in Indien, Peru und Rumänien. Er warnte vor den Plänen, im Ruhrgebiet Grubengas durch Fracking zu gewinnen. Zur Verfüllung der Schächte werden bereits 10.000 Tonnen Sand per LKW durch die Bottroper Wohngebiete gefahren.Kritisiert wurde der  Slogan der Stadt Innovation City, während gleichzeitig so ein Kahlschlag betrieben wird. Wirklich innovativ fand er dagegen die heutige Demonstration. Viele Anwohner solidarisierten sich, oder sie gaben einige Euros zur Finanzierung dieser Arbeit (insgesamt 201,40 Euro). Viele Augen leuchteten, als ein türkisches Bergarbeiterlied durch die Demonstration schalte. Auch die katastrophalen gesundheitlichen Folgen der Politik der verbrannten Erde kamen in verschiedenen Beiträgen zur Sprache. Die Ärzteinitiative gegen die Flutung der Zechen zitierte aus dem Grußwort des bekannten Arztes und Buchautors aus Bottrop, Klaus-Dietrich Runow: „Wir leben in einer durch Umweltchemikalien stark belasteten Umwelt und wir spielen mit den Gehirnen ganzer Generationen! Schon die Muttermilch enthält 350 verschiedene Substanzen – unter anderem Pestizide, Parfüm, Weichmacher aus Plastik, PCB und Dioxine.“ Jürgen Pfeiffer, der gegen die RAG klagt, zeigte die Bedrohung für die Halterner Sümpfe, aus deren Reservoir Millionen Menschen ihr Trinkwasser beziehen. Auch die MLPD nahmdaran Teil und Fechtner, die Vorsitzende der MLPD, enthüllte ironisch, was von bürgerlicher Politik zu halten ist. So hatten RAG-Anwälte in einem Prozess gegen die Kündigung eines Kumpel ausgeführt: Die Aussage „keiner fällt ins Bergfreie“ sei nur eine "politische Äußerung" gewesen, und deshalb auch nicht ernst gemeint – ein echter Offenbarungseid bürgerlicher Politik und ihrer Methode, Illusionen zu verbreiten, um die Leute ruhig zu halten. Aber es gibt eben auch eine andere, eine proletarische Politik, die - so wie heute - konsequent für die Interessen der Arbeiterklasse, der Bevölkerung und der Umwelt eintritt und kämpft. Diese Arbeiterpolitik wird in Deutschland von allen politischen Parteien am konsequentesten von der MLPD vertreten.
Glück AUF

Autor:

Michael Pillibeit aus Bottrop

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