Dezentral Strom erzeugen: Ein kleines Kraftwerk im Keller

Im Heizungskeller der Familie Lampe wurde das neue Mikro-KWK-System in Augenschein genommen. Es handelt sich dabei um die erste Anlage dieser Art in einem Privathaus.
  • Im Heizungskeller der Familie Lampe wurde das neue Mikro-KWK-System in Augenschein genommen. Es handelt sich dabei um die erste Anlage dieser Art in einem Privathaus.
  • Foto: Kappi
  • hochgeladen von Bettina Meirose

„Hier wird dezentral Strom erzeugt und damit werden Dinge selbst in die Hand genommen“, freut sich Oberbürgermeister Bernd Tischler. Zusammen mit Innovation City Geschäftsführer Burkhard Drescher, dem Geschäftsführer RWE Effizienz Dr. Norbert Verweyen, RWE Vorstandsmitglied Bernd Bödeling und ELE-Geschäftsführer Kurt Rommel hat er den Heizungskeller der Familie Lampe besucht.
Dort steht seit wenigen Tagen ein RWE HomePower Mikro-KWK-System, unterstützt von der ELE. Es ist die erste Anlage dieser Art in einem Privathaus. „Das Kraft-Wärme-Kopplungssystem ist keines, das jeder Handwerker einbauen könnte - es ist optimiert und erzeugt dann Strom, wenn er gebraucht wird“, erläutert Dominik Klistermann, der das Projekt bei der ELE betreut. Die Wärme, die bei der Stromerzeugung anfällt, wird für die Heizung und die Warmwasserbereitung im Haus verwendet. Auf diese Weise wird Erdgas - oder eine andere Primärenergie - so effizient wie möglich genutzt. Bis zu 90 Prozent der eingesetzten Energie werden in Form von Strom und Wärme auch wieder abgegeben.
Familie Lampe hatte ihr Haus erst 2004 saniert. „Schon damals hatten wir großes Interesse an innovativer Energietechnik“, sagen Petra und Robert Lampe. Aktuell sparen sie durch die neue Anlage noch kein Geld ein: „Aber wir gehen davon aus, dass sich die Strompreise erhöhen werden. Mit dem Mikro-KWH-System werden wir davon aber nicht betroffen sein.“
Herkömmliche Mikro-KWH-Anlagen erzeugen nur dann Strom, wenn Wärme gebraucht wird. Diese neue Anlage ist vom Wärmebedarf zeitlich entkoppelt und richtet sich nach dem individuellen Strombedarf. Der Großteil des erzeugten Stroms wird direkt im Hause der Familie Lampe verbraucht. Die Überschüsse werden ins Stromnetz eingespeist und vom RWE vergütet.
Der Primärenergieverbrauch soll sich durch die neue Anlage um mehr als ein Drittel, der CO2-Bedarf um 50 Prozent reduzieren. Die Anlage wird per Fernwartung gesteuert. „An diesem Projekt sieht man, wie Innovation City wirkt“, freut sich Bernd Tischler und Burkhard Drescher ergänzt: „Das ist Energiewende von unten.“ Verträge für zehn weitere Häuser, in denen diese Anlage eingerichtet werden soll, wurden bereits unterschrieben.

Autor:

Bettina Meirose aus Bottrop

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