Gesundheitsminister Kobanes besuchte Dinslaken und Oberhausen

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Am 9.5.2015 besuchte Dr. Nassan Ahmed, der Gesundheitsminister des Kantons Kobane, Oberhausen und Dinslaken im Ruhrgebiet. Auf Einladung von Die Linke und unterstützt vom örtlichen Solidaritätskomitee mit Kobane / Rojava hielt er dort zwei Pressekonferenzen ab und bestritt eine Veranstaltung.
Fast alle der 450.000 BewohnerInnen des Kantons Kobane, zu denen Zehntausende Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens kamen, waren vor dem Angriff des Islamischen Staats geflohen. Ca. 80.000 von ihnen sind zurückgekehrt. Die meisten leben wieder in 400 der 450 Dörfer, die die kurdische Befreiungsbewegung YPG vom Islamischen Staat zurückerobert hat. Auch die meisten anderen Flüchtlinge wollen zurück. In der Stadt Kobane leben heute 25.000 Einwohner von früher 140.000 Menschen. Die Stadt ist zu 80 Prozent zerstört. Unter den Schuttbergen liegen Leichen und Sprengsätze. Es fehlt an schwerem Räumgerät.
Unter diesen Umständen liegt auch das basisdemokratische System der Selbstverwaltung, das AraberInnen, KurdInnen, AssyrerInnen, TurkmenInnen und ArmenierInnen politische, kulturelle und religiöse Gleichberechtigung bietet, im Kanton Kobane am Boden, während es in den beiden anderen Kantonen Rojavas (Westkurdistan / Nordsyrien) blüht. Mit dem Angriff auf Kobane wollte der Islamische Staat die demokratische Selbstverwaltung zerstören. Beinahe hätte er es geschafft. Doch er scheiterte am Siegeswillen der Menschen, die mit unglaublicher Zähigkeit Kobane verteidigten. Dabei kam, so Dr. Nassan Ahmed, den Frauen der erste Platz zu.
Die Großmächte, die den Angriff der IS auf Kobane verurteilt und die Terrororganisation bombardiert haben, haben bis heute keinerlei zivile Aufbauhilfe für Kobane geleistet. Auch nicht die BRD. Es fehlt an einem freien, humanitären Korridor, über den Hilfsgüter ungehindert die türkische Grenze passieren können. Jetzt will die UN ein Minenräumkommando schicken.
Hilfe wird vor allem für den Wiederaufbau des Gesundheits- und des Bildungssystems benötigt. Die vier Krankenhäuser und dreizehn Schulen der Stadt Kobane liegen in Trümmern. Die einzigen internationalen Organisationen, die lt. Dr. Nassan Ahmed vor Ort Hilfe leisten, sind medicio international, Ärzte ohne Grenzen und der kurdische Rote Halbmond  Heyva Sor a Kurdistanê. Er forderte dazu auf, die Hilfe aus der BRD über medicio und Heyva Sor fließen zu lassen.
Medico hat bereits einen Krankenwagen und eine Blutbank nach Kobane gebracht. Weitere Spenden an die Hilfsorganisation sind dringend erforderlich. Vorschläge für konkrete Hilfe tauchten auf den Pressekonferenzen auf. Sie reichten vom Feuerwehrauto bis zur Schulpartnerschaft.

Peter Berens

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Autor:

Sahin Aydin aus Bottrop

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