"Schwarzer" Regen durch Kokerei Prosper in Bottrop
Tierschutzpartei: Schutz der Anwohner konsequent umsetzen

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"Die Kokerei Prosper bläst nach wie vor zu viel Schadstoffe in die Luft. Der Ausstoß des PAK-Giftstoffes Benzopyren liegt im vierten Jahr hintereinander über dem Zielwert von einem Nanogramm pro Kubikmeter Luft und steigt alljährlich wieder an. Diese Entwicklung ist nicht hinnehmbar und für die Anwohnerschaft aufgrund des Krebsrisikos durch den giftigen Feinstaub mit großen Gefahren verbunden," so Martin Lück, zweiter Landesvorsitzender der Tierschutzpartei NRW.

Schwarzer Regen - und die Warnung, kein Gartengemüse zu verzehren
Immer wieder kommt es in Bottrop zu schwarzem Regen. Die Anwohner werden gewarnt, ihr Gartengemüse nicht zu verzehren. Haltlose und nicht hinnehmbare Zustände.
Die vorläufigen Werte von Benzo(a)pyren im Feinstaub ergeben an der Messstelle Bottrop-Welheim einen Mittelwert von 1,7 Nanogramm pro Kubikmeter, teilte das Landesumweltamt 2019 mit. 2018 habe der Wert noch bei 1,47 gelegen. Die Kokerei geht auf den ersten Blick offensiv mit dem Thema um, besucht Bürgerversammlungen, sagt Entschädigungen zu, verspricht Nachbesserungen. "An der massiven Gesundheitsgefährdung für die Anwohnerschaft ändert dies nichts," betont Jörg Etgeton, Regionalgruppenleiter der Tierschutzpartei Gelsenkirchen-Recklinghausen.

PAK-Schadstoffe entstehen bei der Produktion von Koks
Für vier polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) seien die Zielwerte erhöht, so auch der Technische Beigeordnete der Stadt Bottrop. Die PAK gelten als krebserregend.
Die Kokerei steht für das Landesumweltamt als Verursacherin des erhöhten Benzo(a)pyren-Ausstoßes fest, hierbei verweist das Amt auch auf die Mess-Station, die das Landesumweltamt zielgerichtet und vorsorglich nahe der Kokerei installiert hat. Laut Landesumweltamt entstehen die gemessenen Schadstoffe beim Backen von Koks bedingt durch undichte Türen der Koksöfen oder beim Löschen des Koks.
Die Kokerei befüllt nach Angaben des Amtes täglich mehr als 140 dieser Öfen mit zig Tonnen Kohle, um daraus Koks zu erzeugen. Der Schadstoff könne damit aus 292 Ofentüren oder den weit mehr als 500 Fülllöchern für Kohle austreten. So die Feststellungen des Landesumweltamtes

Tierschutzpartei fordert sofortige Maßnahmen
"Aufgrund der Krebsgefahr fordern wir sofortige Maßnahmen der behördlichen Kontrollorgane. Entschädigungszusagen und Versprechungen seitens der Kokerei Prosper (Arcelor Mittal) reichen hier nicht aus, eine sofortige Reduzierung der Messwerte sowie ein Ende des schwarzen Regens muss durchgesetzt werden," so Martin Lück, zweiter Landesvorsitzender Tierschutzpartei NRW. Unzufrieden zeigt die Tierschutzpartei sich insbesondere auch mit den Absprachen zwischen Bezirksregierung und Kokerei-Betreiberin Arcelor Mittal über Maßnahmen zur Reduktion der Immissionen.
"Die aktuelle Lage in Bottrop spricht eine deutliche Sprache zulasten der Anwohnerschaft, allein in den letzten fünf Tagen hat es drei schwarze Regen über Bottrop gegeben. Die Vereinbarung und Absprachen zwischen Bezirksregierung und Kokerei über die Reduktion der Immissionen greifen also bislang deutlich nicht," rügt Jörg Etgeton, Tierschutzpartei Gelsenkirchen-Recklinghausen und Mitglied des Landesvorstandes NRW.

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