Darauf kommt es beim Kauf einer Babyschale an
Keine Kompromisse bei Babyschalen

Die richtige Babyschale kaufen - ein großer Akt?

Schon unmittelbar nach der Geburt ist es wichtig, eine Babyschale zu haben, die für das Neugeborene geeignet ist. Der erste Tipp im Zusammenhang mit Babyschalen lautet daher, ein Exemplar bereits vor der Geburt zu kaufen. Viele mögen den Kauf für einen banalen Akt halten, allerdings gibt es durchaus einige Dinge, die beachtet werden sollten.

Besonders erstmals werdende Eltern können mit der Vielfalt an Produkten rund ums Baby schon mal überfordert werden. Der Besuch im Babyfachmarkt gehört dabei ebenso zu den Ritualen wie heutzutage das Stöbern im Internet. Auf der Suche nach Babyschalen werden sie schnell auf Begriffe wie "Isofix", i-Size" oder "Reboarder" stoßen, was für viele zunächst mal Unklarheiten auslösen dürfte.

An erster Stelle steht in der Regel die Sicherheit und vorab gesagt: Es ist wichtig, dass die Babyschale so sicher wie möglich ist. Dennoch gehen in die Vorstellung der werdenden Eltern eine simple Bedienung der Schale, aber auch ein gewisser Anspruch an die Optik einher. Waren früher die Muster der Babyschalen kunterbunt, so wird heute von den Herstellern etwa mit hautfreundlichen Bezügen in passenden Farben geworben. Die Funktionen haben nun ein höheres Maß an Komfort und Sicherheit. Isofix-Halterungen garantieren gewissermaßen die richtige Bedienung von Babyschalen. So könnte man zu dem Schluss kommen, dass weitergehende Informationen zur Babyschale unnütz sind, aber weit gefehlt: Es gibt große Unterschiede bei der Sicherheit und auch der Verarbeitung er einzelnen Produkte.

Orientierung an der Einstufung von Experten

Stiftung Warentest und auch der ADAC nehmen regelmäßig in ihren Referenztests Babyschalen auf dem ganzen Markt unter die Lupe. Kurzum lässt sich sagen: Babyschale, die nach diesen umfangreichen Tests gut abgeschnitten haben, können ohne Bedenken gekauft werden.

Als entscheidendstes Kriterium wird der korrekte Einbau des Sitzes im Fahrzeug genannt: Die korrekte Befestigung im Auto ist unerlässlich, um die Sicherheit selbst der besten Babyschale zu gewährleisten. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass ausreichende Platz zur Befestigung vorhanden ist und keine Gegenstände im Auto diesen wichtigen Sicherheitsaspekt blockieren.

Ein ganz wichtiger Tipp ist deshalb vor dem Kauf auszuprobieren, ob der Sitz ins Fahrzeug passt oder nicht. Ist das aus logistischen Gründen nicht möglich, so sollte zumindest die Bedienungsanleitung in die Hand genommen werden.

Technische Aspekte

Die integrierte Liegeposition ist heutzutage ein wesentliches Kriterium bei Babyschalen. Wird am Tragebügel justiert, greift der Mechanismus auf einen Lattenrost im Inneren der Liegeschale. Dieser wird nun nach oben bewegt. Hintergrund ist, dass das Baby ganz sanft aus der Sitzposition in eine flache Liegeposition gebracht werden kann. Diese Funktion wird gerade von Gesundheitsexperten nicht hoch genug eingeschätzt. Eine weitere wesentliche Funktion ist das sogenannte "360-Grad-Feature": "Reboard-Sitze" können komplett um die eigene Achse gedreht werden, was besonders beim An- und Abschnallen sehr hilfreich ist. Das An- und Abschnallen muss immer wieder vorgenommen werden, so dass diese Funktion das Herausnehmen und Platzieren des Babys deutlich vereinfacht. Hierzu gibt es auch gesetzliche Normen: Bis zu einem Alter von einschließlich 15 Monaten müssen Kinder rückwärts gerichtet geschoben werden. Babyschalen dürfen lediglich dann auf dem Beifahrersitz platziert werden, wenn der entsprechende Airbag ausgeschaltet ist. Mit eingeschaltetem Airbag darf zu keiner Zeit Auto gefahren werden

Prüfsiegel beachten

Ein orangefarbenes Prüfzeichen der Nummern ECE-R 44/03, ECE-R 44/04 oder ECE-R 129 muss auf der Babyschale angebracht sein, um die Zulassung für die Teilnahme am Straßenverkehr aufzuweisen. Während die Norm ECE-R 44 die Kindersitze in verschiedene Klassen einteilt, sollten die Babyschalen für Neugeborene immer der Gruppe 0 oder 0+ angehören. Relevant für die Größe ist das Gewicht, bei der Gruppe 0 ein Gewicht von bis zu 10kg und bei der Gruppe 0+ bis 13kg für die Babyschale.

I-Size

Seit Mitte des Jahres 2013 gibt es zuzüglich zu den Prüfsiegeln, noch die Norm "ECE-R 129". Diese wird auch als "i-Size" bezeichnet. Der Hintergrund liegt darin, dass Kinder bis zum Alter von 15 Monaten rückwärtsgerichtet im Auto platizert werden müssen. Im Gegensatz zu den anderen Prüfsiegeln werden die Sitzgruppen nun nach Alter und Größe des Kindes vorgenommen und nicht mehr nach Gewicht eingeteilt. Eine Besonderheit gibt es darüber hinaus mit der Bestimmung, dass alle neuen Sitze einen spezifischen Seitenaufprallschutz haben müssen. Falsche Installationen sollen somit vermieden werden, so will es die neue Verordnung bei der Befestigung mit Isofix. Es obliegt nun den Automobilherstellern ihre neuen Fahrzeugen so auszustatten, dass i-Sizefähige Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Isofix

Unter Isofix versteht man ein Befestigungssystem für Kindersitze. Es ist in nahezu allen neuen Automobilen zu finden. Technisch wird in der Fuge zwischen Rücksitzlehne und Sitzbank, die Babyschale durch Ösen und einen Haltebügel fixiert. Der Sitz kann nun durch eine Einrastefunktion auf der Basis angebracht werden. Die Babyschale sollte nun einen besonders festen halt haben. Während das Isofix-Befestigungssystem empfehlenswert ist, sollte bei den Isofix-Gurten Vorsicht geboten sein. Nicht erst seit den Warnungen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) kam zum Vorschein, dass die alleinige Befestigung der Babyschale im Auto durch einen Isofix-Gurt bei einem etwaigen Unfall die Verletzungen des Babys sogar erschweren kann.

Kompatibilität der Babyschalen

In jedem Fahrzeug sind gewisse Indikatoren, wie etwa die Sitzmulden, die Gurtführung oder die Sitzfläche individuell. Daher sollten werdende Eltern das Angebot der Kindersitzhersteller wahrnehmen, die Kompatibilität mit dem eigenen Fahrzeug rechtzeitig festzustellen. Dieser Service wird von fast allen Herstellern online angeboten. Neuwagenbesitzer können sich diese Mühe ersparen: Durch die neue EU-Norm passen sämtliche i-Size Sitze in alle Neuwagen hinein.

Second Hand?

Man kann sich nicht grundsätzlich gegen den Kauf einer Babyschale aussprechen. Allerdings wäre es von Vorteil den Vorbesitzer zu kennen, damit ausgeschlossen werden kann, dass es vorher einen Unfall mit der Schale gab. Nicht selten gibt es Beschädigungen bei der gebrauchten Schale, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind, im Schadensfall können die Folgen aber fatal sein.

Sicherheit im Auto

Bei der Mitnahme im Fahrzeug reisen Kinder generell auf der Rückbank am Sichersten. Besonders empfehlenswert ist der mittlere Platz, im Falle eines Seitenaufpralls sind die Auswirkungen auf die mittlere Position am Geringsten.

Richtige Isofixverankerungen sind aber nur in den wenigsten Autos zu finden. Ist am mittleren platz lediglich ein Beckengurt angebracht, sollte von der Platzierung des Kindes auf dieser Position Abstand genommen werden.

Wo aber das Kind dann platzieren? Gibt es aus den genannten Gründen keine Möglichkeit das Kind sicher auf die Rückbank zu setzen, so kann unter Umständen auch der Beifahrersitz gewählt werden. Säuglinge können beispielsweise von der Gehwegseite aus ins Fahrzeug gebracht werden, was per se schon mal einen Vorteil darstellt. Wichtig ist die zwingende Deaktivierung des Beifahrerairbags. Auf der Rückseite können die Seitenairbags dem Kind nicht gefährlich werden.

Warum rückwärtsgerichtete Sitze wichtig sind

Die Sitze sollten rückwärts ausgerichtet sein, weil das Verletzungsrisiko schlicht und einfach geringer ist. Bei Babys ist das Größenverhältnis von Kopf zum Körper deutlich größer als beim Erwachsenen, hinzu kommt, dass die Nackenmuskulatur beim Baby noch nicht ausgeprägt ist. Würde das Baby im Umkehrfall nach vorne gerichtet sitzen, so würde bei einem Crash der Kopf mit voller Wucht nach vorne geschleudert. Der Begriff "Reboard" bedeutet eben die Ausrichtung rückwärts, das Baby wird hier mit seinem gesamten Gewicht in den Sitz gedrückt - sicheres Abstützen wird auf diese Weise gewährleistet. Bis zu ihrem vierten Lebensjahr sollten Kinder rückwärts reisen, die neuen i-Size Sitze sind für diesen Trend verantwortlich.

Babyschale to go

Die Befestigung einer Babyschale auf dem Kinderwagengestell dient der Praxis, beispielsweise wenn es im Alltag mal schnell gehen muss. Keineswegs ist eine solche Befestigung aber ein Ersatz für den Kinderwagen. Befinden sich die Babys zu lange in liegender Position, kann die Wirbelsäule angegriffen werden. Bei längeren Autofahrten sollten deshalb immer wieder genügend Pausen eingeplant werden, das Baby dann aus der Schale genommen werden, um eine andere Körperhaltung zu ermöglichen.

Kosten einer Babyschale

Die Preise bei Babyschalen sind sehr stark schwankend. Schalen sind im Handel zwischen etwa 40 und 400 Euro erhältlich. Im Prinzip lässt sich konstatieren, dass je mehr Sicherheit in der Schale integriert ist, desto höher werden die Preise. Auf die billigsten Varianten sollte wenn möglich verzichtet werden, lieber ein paar Euro mehr investieren und dann ein Isofixsystem und/oder Seitenaufprallschutz integriert haben. Letzterer ist bei den hochwertigeren Modellen höhenverstellbar und lässt sich so an die Konstitution des Babys wunderbar anpassen. Idealerweise verfügt der Sicherheitsgurt über weiche Schulterpolster. Ein weiteres schönes Feature ist gegeben, wenn die Schale über ein EPS-Sonnenschutzsystem verfügt. Das Sonnenverdeck schützt dann das Baby von den gefährlichen UV-Strahlen.

Fazit:

Beim Kauf einer Babyschale ist mehr zu beachten, wie auf den ersten Blick vermuten lässt. Besonderes Augenmerk sollte dem Faktor Sicherheit gelten. Hier sollte unter keinen Umständen gespart, sondern vielmehr in die Sicherheit des Babys investiert werden. Die Kosten für eine Babyschale sind stark schwankend, eine gute Schale kann schon mal eine dreistellige Summe kosten.

Bildquelle: Pixabay.com

Autor:

Johannes Meissner aus Bottrop

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