Die RAG gibt ihre Halden in neue Hände
RVR übernimmt - Auch Halde Haniel ist touristisch bedeutsam

v.l.n.r.: Nina Frense (RVR-Beigeordnete für Umwelt und Klima), Peter Schrimpf (Vorstandsvorsitzender RAG Aktiengesellschaft), RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Michael Kalthoff (RAG Aktiengesellschaft) Foto: RAG/Dietmar Klingenburg
  • v.l.n.r.: Nina Frense (RVR-Beigeordnete für Umwelt und Klima), Peter Schrimpf (Vorstandsvorsitzender RAG Aktiengesellschaft), RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Michael Kalthoff (RAG Aktiengesellschaft) Foto: RAG/Dietmar Klingenburg
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Bottrop. Die RAG gibt ihre Halden in neue Hände: Der Regionalverband Ruhr (RVR) übernimmt zwanzig Landschaftsbauwerke mit einer Gesamtfläche von 1.149 Hektar. Diese sollen hauptsächlich als Natur- und Erlebnisräume ausgebaut werden.

„Die Berge der Metropole Ruhr sind mehr als Aussichtspunkte. Als Landmarken sind sie Identifikationspunkte in der Städtelandschaft und durch ihre vielfältigen Inszenierungen ein Alleinstellungsmerkmal dieser Region. Der Erwerb weiterer Halden bietet uns als größtem Haldenbesitzer im Ruhrgebiet die Chance, die räumliche Entwicklung unserer Region maßgeblich mitzugestalten“, so RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. Die RAG steht zu ihrem Wort, den Nachbergbau im Sinne der Menschen in den Bergbauregionen nachhaltig zu gestalten, so Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG: „Unsere Flächen können nicht nur dazu beitragen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch das Revier attraktiver zu machen. Dazu zählen natürlich auch unsere Halden. Für die Sicherstellung der öffentlichen Nutzung ist jedoch der RVR eindeutig besser aufgestellt.“

„Die Bergehalden wollen wir in die grüne Infrastruktur der Metropole Ruhr einbetten und für die Menschen im Ruhrgebiet und Touristen öffnen. Sie sind dabei nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern gleichzeitig wichtiger Baustein zur Gestaltung einer klimaschonenden Region“

„Die Bergehalden wollen wir in die grüne Infrastruktur der Metropole Ruhr einbetten und für die Menschen im Ruhrgebiet und Touristen öffnen. Sie sind dabei nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern gleichzeitig wichtiger Baustein zur Gestaltung einer klimaschonenden Region“, ergänzt RVR-Beigeordnete Umwelt, Nina Frense. Einige der neu zu erwerbenden Halden sind bereits öffentlich zugänglich und werden zu Freizeit- und Tourismuszwecken, zur Naherholung oder Energiegewinnung genutzt. In 2021 sind es bereits neun Halden mit einer Fläche von 380 Hektar, die der RVR übernehmen wird. Das sind die Halden Lohberg Nord (Dinslaken), Scholver Feld (Gelsenkirchen), Rungenberg (Gelsenkirchen), Mottbruch (Gladbeck), Graf Moltke 2 (Gladbeck), Elsa-Brändström-Straße (Lünen/Dortmund), Blumenthal 8 (Oer-Erkenschwick), Humbert (Hamm), Groppenbruch (Dortmund).

Andere Halden stehen noch unter Bergaufsicht und bleiben dem Menschen im Ruhrgebiet erst einmal verschlossen. Die Abschlussbetriebsplanverfahren werden schrittweise bis 2035 beendet. Innerhalb der nächsten 15 Jahre werden die Halden Haniel (Bottrop), Kanalband - Haus Aden (Bergkamen), Brinkfortsheide (Marl), Lohberg Nord Erweiterung (Hünxe), Sundern (Hamm), Radbod (Hamm), Scholven (Gelsenkirchen), Kohlenhuck (Moers), Graf Moltke 1 (Gladbeck), Wehofen Ost (Dinslaken/Duisburg) sowie Rossenray (Kamp-Lintfort) Stück für Stück an den RVR übergeben.
„Auch, wenn wir die Halden an den RVR abgeben, steuern wir dennoch für einen Zeitraum von zwanzig Jahren einen Teil der Unterhaltungskosten bei. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel im Ruhrgebiet und zur künftigen öffentlichen Nutzbarmachung der Halden“, so Michael Kalthoff, Vorstand Finanzen bei der RAG.

Ausbau touristischer Angebote

Der Bewirtschaftungssaufwand für Pflege von Landschaft und Wegesystemen beträgt für zwanzig Halden rund 1,4 Millionen Euro jährlich. Die RAG wird sich zur Hälfte an dem Pflegeaufwand beteiligen. Der RVR hat bereits im Vorfeld durch externe Planungsbüros prüfen lassen, ob und wie die Landschaftsbauwerke für Tourismus, Freizeit und Erholung genutzt werden können. Ergebnis des Nutzungskonzeptes ist, dass neun Bergehalden mit einer Gesamtfläche von 742 Hektar wegen ihrer Standortqualitäten für den Ausbau touristischer Angebote geeignet sind.

Zu den neun touristisch bedeutsamen Halden zählen „Kohlenhuck“ in Moers, „Lohberg Nord“ in Dinslaken, „Haniel“ in Bottrop, „Mottbruch“ in Gladbeck, „Scholven“ und „Rungenberg“ in Gelsenkirchen, „Brinkfortsheide“ in Marl, „Haus Aden 2“ in Bergkamen sowie „Humbert“ in Hamm. „Haus Aden 2“, „Lohberg Nord“, „Mottbruch“ und „Brinkfortsheide“ kommen zudem als Standorte der Internationalen Gartenausstellung (IGA Metropole Ruhr 2027) in Betracht.  Die anderen 11 Halden werden die grüne Freizeit- und Erholungsinfrastruktur der Metropole Ruhr erweitern und ökologisch aufwerten. Auf sechs Halden wurden bereits Anlagen zur Energieerzeugung installiert, weitere kommen potenziell als zusätzliche Standorte für Windkraft- oder Solaranlagen in Betracht.

Der Investitionsaufwand für die Qualifizierung der Halden wurde von den Gutachtern des Nutzungskonzeptes auf rund 50.4 Millionen Euro geschätzt. Der RVR wird versuchen, hierfür Fördermittel zu akquirieren.Der RVR ist Eigentümer von bislang 37 Bergehalden. Viele von ihnen wurden gezielt als weithin sichtbare Landmarken in Szene gesetzt. Kunstobjekte haben sie zu Wahrzeichen für das neue Ruhrgebiet gemacht. Gleichzeitig wurden sie zu attraktiven Arealen für Tourismus, Erholung, Freizeit und Sport.

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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