Jede Decke birgt neue Überraschungen / Sanierung des Bottroper Rathauses im Zeitplan / Immer wieder Überraschungen im Altbau / Deckenstärke teilweise nur 8 Zentimeter

Schiefe und versetzte Wände machten das Verlegen von Rohren nicht immer einfach.
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  • Schiefe und versetzte Wände machten das Verlegen von Rohren nicht immer einfach.
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Rathaussanierung im Zeitplan / Spagat zwischen Brand- und Denkmalschutz

Bottrop."Wir liegen mit der Sanierung voll im Zeitplan", sagt Klaus Müller, Technischer Beigeordneter (Baudezernent).

Von Dirk-R. Heuer

Zusammen informieren er und Dieter Giebelstein, Leiter der städtischen Immobilienwirtschaft, über die Sanierungsfortschritte. Noch schrauben und hämmern die Handwerker in vielen Räumen des Bottroper Rathauses. Bis zum 31. Oktober haben sie Zeit. Anfang November beginnen die ersten Mitarbeiter mit dem "Rückzug" ins Rathaus.
Die ehemaligen Garagen auf der Rückseite des Rathauses funktionierten die Planer in die Notstromzentrale um. Dieselmotoren überbrücken mögliche stromlose Zeiten.
Über staubige Treppen geht es hinunter in den Keller des 1876 fertig gestellten Amtshauses. Die ehemaligen Arrestzellen beherbergen schon lange keine Gefangenen mehr. "Nein, die werden wir nicht zu exklusiven Hotelzimmern umbauen", meint Giebelstein. Über die künftige Nutzung werde noch entschieden. Auch die Verwaltungsbibliothek, deren Regale einst die langen Korridorwände zierten, ist längst verschwunden.
Unter den Gewölbedecken Brandschutz, Kabel, Dämmung und Rohre nach den neusten Vorschriften unterzubringen, erwies sich bisweilen als schwierig. Auch die Risse in so mancher Decke verursachte Stirnrunzeln. Wegen der bisweilen nur acht Zentimeter starken Decken konnten nicht überall die Rohre so verlegt werden, wie geplant. So manchen Stahlträger zogen die Bauarbeiter zusätzlich ein. "Jede Decke birgt eine neue Überraschung", erzählt Giebelstein.
Noch sind die dicken Kabelstränge zu sehen, die die Etagen verbinden. Die Heizungs- und (Ab)-Wasserrohre verlaufen nicht immer gerade entlang der schiefen Wände beziehungsweise nicht übereinander gesetzten Wände. Das führte ebenfalls zu Problemen. Bauvorschriften, Denkmal- und Brandschutzregelkonform zu vereinen, sei nicht immer einfach gewesen, fährt der Chef der Immobilienwirtschaft fort.
"Die Massivität der Arbeiten liegt in der Tatsache, dass in den vergangenen 100 Jahren noch nie eine Gesamtrenovierung stattgefunden hat", sagt Müller. Die letzte große Baumaßnahme sei der Ausbau des Rathauses von 1920 bis 1923 gewesen. Die neuen Brandschutzauflagen hätten zu der jetzigen Sanierung geführt. Ein Abriss und anschließender Neubau wäre erheblich teurer geworden.
Unter den dicken Farbschichten in Treppenhaus und Flur kommt an einigen freigelegten Stellen auch die blaue Ursprungsfarbe wieder zum Vorschein. Sie wird künftig die Holzornamente im alten Flur verzieren. Auch das Geländer des großen Treppenhauses bleibt - wird aber durch zusätzliche Metallholme erhöht, um die heutigen Geländernormen zu erfüllen. Zusätzliche Aufzüge ermöglichen den barrierefreien Zugang zum Gebäude.
Neue Fenster und Türen helfen künftig, bis zu 40 Prozent Energie einzusparen. Nur an wenigen Stellen bleiben die Originalscheiben erhalten. Geheizt wird wie bisher mit Fernwärme - nur die wuchtigen Eisenheizkörper weichen ihren modernen energiesparenden Nachfolgemodellen. Die Steuerung der Heizung in den Räumen ist bewegungsabhängig: Stellen die Sensoren über einen längeren Zeitraum keine körperliche Aktivität fest, senken sie die Temperatur auf 17 Grad ab.
Mit dem "Rückzug" ab November, beziehen die Mitarbeiter des Standesamtes ihre Räume an der gewohnten Stelle. Auch das Rechtsamt, Personalverwaltung, die Bürgermeister und ihre Stäbe, Pressestelle, Bürgerbüro und die Mitarbeiter für Ratsangelegenheiten kehren in das historische Gebäude zurück. Der Ratssaal,der nicht klimatisiert wurde sowie der klimatisierte Raum 111 für die Hauptausschusssitzungen werden dann ebenfalls fertiggestellt sein. Der neu entstandene Multifunktionsraum mit seinen rund 100 Quadratmetern steht künftig für Meetings, Ausstellungen, Veranstaltungen oder auch Hochzeitsempfängen zur Verfügung. Eine Nutzungsordnung werde gerade erarbeitet.
Die Gesamtfläche des Rathauses beträgt rund 6700 Quadratmeter. Teilweise zogen die Sanierer Stahlträger in die lediglich acht Zentimeter starken Decken ein. 

Schiefe und versetzte Wände machten das Verlegen von Rohren nicht immer einfach.
Dieter Giebelstein und Klaus Müller (rechts) erläuterten die Umbaumaßnahmen im Bottroper Rathaus.
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Lokalkompass Bottrop aus Bottrop

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