Patienten- und Betreuungsverfügung

Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht was wird, wenn sie nach einem schweren Unfall oder nach einer unheilbaren Krankheit nicht mehr bei Bewusstsein sind? Wer entscheidet dann über ihr Wohlbefinden? Wie werden Sie ärztlich versorgt? Möchten Sie jahrelang bewusstlos im Krankenhaus künstlich ernährt und am Leben erhalten werden? Oder bevorzugen Sie doch lieber einen natürlicheren Weg?
Dies sind Fragen, die Sie sich früh genug stellen sollten.
Sie können, wenn Sie sich früh genug darum kümmern, selbst entscheiden was mit Ihnen geschieht.
Seit dem 01.09.2009 sind mit Hilfe einer Vollmacht, Betreuungsverfügungen und Patientenverfügungen gesetzlich erlaubt. Das heißt, Sie können einen Angehörigen Ihrer Wahl bevollmächtigen, nach Ihren persönlichen Wünschen zu entscheiden wie Sie medizinisch behandelt werden.
Falls Sie keine Vollmacht zur Patientenverfügung erstellt haben, trifft Ihr Arzt alle weiteren Entscheidungen, die bezüglich ihrer Gesundheit gefällt werden müssen.
Da die Ärzte einen Eid abgelegt haben, sind sie dazu verpflichtet, den Menschen bis zur letzten Minute am Leben zu erhalten.
Eine junge Frau zum Beispiel, welche an Bulimie erkrankte und ins Koma fiel, war eigentlich schon lange lebensmüde. Ihr Ehemann wusste dies und hatte den Ärzten immer wieder beteuert, dass seine Frau schon jahrelang die Lebenslust verloren hatte. Diese Frau hatte jedoch keine Patientenverfügung und lag demzufolge sieben Jahre im künstlichen Koma, bis Ihr Körper letztendlich versagte.
Der Arzt ist verpflichtet lebenserhaltende Maßnahmen wie zum Beispiel intesivmedizinische Behandlung, künstliche Ernährung, Wiederbelebung etc. bei Notwendigkeit durchzuführen.
Auch bei solchen intensiven Vorgängen, können Familienangehörige ohne Vollmacht, nichts für Ihr Familienmitglied entscheiden. Das ist Gesetz.
Viele Strenggläubige Menschen bevorzugen es auf natürlicher Art zu sterben und brauchen dafür eine Patientenverfügung, die dies entscheidet.
Die meisten Menschen verschieben das Erstellen einer Vollmacht zur Patientenverfügung auf „später“, da Sie meines es wäre zu früh sich Gedanken darüber zu machen.
Dabei kann man sich nie sicher sein. Schon morgen können sie in einem schweren Unfall verwickelt sein und sind dann auf jemanden angewiesen der für sie spricht.
Sind sie einmal in die Lage gekommen, dass sie wichtige Angelegenheiten ihres Lebens nicht mehr selbstverantwortlich regeln können, ist es auch um einiges einfacher und angenehmer für Angehörige, Ärzte und auch für sie selbst, wenn sie ihre Wünsche über eine Vollmachtserklärung vorher geäußert haben.
Wer sich dem nicht frühzeitig stellt, muss damit rechnen, dass andere für einen entscheiden und der Entscheidende mühsam versucht den Willen des Patienten zu ermitteln.
Es besteht natürlich dann die Gefahr, dass sie nicht nach Ihren eigenen Vorstellungen behandelt werden.
Jeder Mensch entscheidet letztendlich selbst ob er eine Patientenverfügung einem Angehörigen erteilt, oder die Entscheidungen der medizinische Versorgung einem Arzt überlässt. Man sollte sich jedoch gründliche Gedanken darüber machen, bevor es zu spät ist.

Autor:

Vivien Grefen aus Gelsenkirchen

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