Von "Alarm für Cobra 11" zu einem Gespräch mit Oberbürgermeister Tischler

Mit diesen bekannten Gesichtern stand Hüdaverdi Güngör bereits vor der Kamera.
  • Mit diesen bekannten Gesichtern stand Hüdaverdi Güngör bereits vor der Kamera.
  • Foto: Michael Kaprop
  • hochgeladen von Bettina Meirose

Bottrop. „Tom Gerhardt ist sympathisch - der hat jeden Komparsen persönlich begrüßt - Götz George ist ziemlich arrogant, der wollte mit Nebendarstellern gar nichts zu tun haben“, sagt Hüdaverdi Güngör. Seit seinem sechsten Lebensjahr steht der Bottroper vor der Kamera.

„Als ich meinen allerersten Auftritt bei ‚Alarm für Cobra 11‘ hatte, war ich mir sicher, dass ich als Stuntman eingesetzt werde“, grinst der 16-Jährige. „Vor zehn Jahren habe ich dann auch Sprünge vom Geländer geprobt - ich wollte halt gut vorbereitet sein.“
Aus den Stunts wurde nichts. Hüdaverdi spielte den türkischen Hauptdarsteller in einer Kinderrolle. „Das war aber trotzdem ganz schön aufregend. Damals hat es geregnet. Eine sehr schönes Mädchen hielt mir den Regenschirm“, erinnert er sich mit einem kleinen Verzücken im Gesicht.
Sechser Pack, Hausmeister Krause, Alles Atze, Ladykracher, Alarm für Cobra 11, Schurkenstück, Hammer & Hart, Als der Fremde kam und Das Rennschwein Rudi Rüssel sind nur einige der Serien und Filme, bei denen Hüdaverdi mit von der Partie war.
„Es ist irre, wie sehr sich Dreh- und Sendezeit unterscheiden“, blickt der Janusz-Korczak-Gesamtschüler auf seine Drehs. „Ich war bis zu acht Stunden am Set - gesendet wurden nur zwischen fünf und fünfzig Sekunden.“
Vor der Kamera zu stehen ist für den Zehntklässler nichts Fremdes: „Ich bin damit groß geworden. Schon als Kleinkind sah ich meinen Papa mit aufgemalten Platzwunden. Er erfüllt übrigens bei seinen Drehs das typische Klischee vom langhaarigen Türken als Entführer, Mörder oder Frauenverprügler.“
Durch Papa Hakan ist er zur Schauspielerei gekommen. „Aber Sprechrollen, die im Drehbuch verankert waren, hatte ich für Film und Fernsehen bislang nicht.“ Dass er eine Stimme hat, konnte er bei einem Dreh zum Thema Mobbing für seine Schule beweisen. Hier spielte Hüdarverdi einen Türken, der Deutsche ausgrenzt.
Eine Rolle, die seiner Persönlichkeit nicht nahe kommt: „Mein Lehrer war sehr erstaunt, dass ich mich in die Lage eines solchen Sch...- Ausländers versetzen konnte.“ Auch bei seinen Mitschülern ist er beliebt: „Ich wurde, seit ich in der fünften Klasse bin, immer zum Klassensprecher gewählt.“ Castings hat Güngör zwischendurch immer wieder. Vor wenigen Tagen wurde er vom ZDF für „Im Netz“ gekastet. Die Sendung wird im nächsten Jahr ausgestrahlt. Demnächst ist er bei „Die Schülerermittler“ zu sehen. Die RTL-Sendung läuft im September. „Ein paar Sätze sollte ich da spontan sprechen - es ging darum, eine dicke Schülerin zu mobben.“
Doch jetzt will er ersteinmal Urlaub machen und sich darauf konzentrieren, in die Oberstufe zu kommen. Aber nicht allein darauf: „Ich habe kürzlich dem Oberbürgermeister eine Mail geschickt und um ein Gespräch gebeten. Über Integration wird viel gesprochen. Ich denke, dass die Ausländern der dritten Generation, also meiner, da eine besondere Rolle spielen könnten. Die meisten von uns sprechen ihre Muttersprache und Deutsch. Man sollte von hieraus überlegen, das Thema anzugehen.“

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen