Damit Wohnen bezahlbar bleibt

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Angelika Wurst, Abteilungsleiterin beim Amt für Wohnungswesen.Foto: Kappi (Foto: Michael Kaprol)
Bottrop: Wohnungsamt | „Wer nicht auf den Cent gucken muss, findet seine Wohnung, doch wer zum Beispiel eine schmale Rente hat, kommt ohne uns nicht zurecht.“ Angelika Wurst weiß, wovon sie redet, sie ist Abteilungsleiterin beim Amt für Wohnungswesen.

Der Wohnungsmarkt ist längst nicht mehr so eng wie noch vor einiger Zeit, doch Ende des vergangenen Jahres gab es in Bottrop dennoch die vergleichsweise hohe Zahl von 790 wohnungsuchenden Haushalten mit Schwierigkeiten, Zugang zum Wohnungsmarkt zu erhalten. Anders ausgedrückt: Kinderreiche Familien oder Menschen mit sehr geringem Einkommen wie Hartz IV-Empfänger oder einige Rentner brauchen Hilfe. Gerade die Nachfrage an seniorengerechten Wohnungen steigt, und damit auch der Bedarf an barrierefreien Angeboten. „Die alten Seniorenwohnungen sind da oft ungeeignet“, weiß Christian Holtkötter, Sachgebietsleiter für Wohnraumvergabe. Der Zugang mit Rollatoren sei schwer, Bäder ebenso ungeeignet für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Der Großteil des Bottroper Wohnungsbestandes ist 40 Jahre und älter. entsprechend hoch ist der Sanierungsbedarf. Nicht nur die Barrierefreiheit, auch Wohnungszuschnitt und energetische Fragen sind ein bedeutender Faktor.
„Auch der Standort der Hochschule wird für uns in Zukunft ein Thema werden“, vermutet Christian Holtkötter mit Blick auf die große Zahl von Singles, die ebenfalls ein günstiges Dach über dem Kopf suchen.
In Zeiten sinkender Fördergelder sind die Kommunen zunehmend darauf angewiesen, eigene, konkrete Vorstellungen darüber vorzulegen, welche Art von Wohnraumförderung benötigt wird. Helfen soll dabei die Erarbeitung der wohnungspolitischen Leitbilder und Ziele, die das Amt für Wohnungswesen im letzten Herbst vorgelegt hat.
Da die Preisbindung geförderten Wohnraums irgendwann ausläuft, sinkt die Zahl der entsprechenden Wohnungen im Moment stärker, als neuer Wohnraum dieser Art gefördert werden kann.
Da ist es wichtig, dass nicht nur die Stadt, sondern auch kirchliche Träger oder die örtlichen Wohnungsunternehmen mit am Strang ziehen. „Nur wenn wir zusammen arbeiten“, sagt Angelika Wurst, „kann der Bottroper Wohnungsmarkt nach vorne gebracht werden.“ Dies funktioniere aber wirklich gut, betont sie. „Wir kriegen Hilfe, wenn wir dringend jemand unterbringen müssen“, erzählt die Amtsleiterin. „Wir sehen uns eher in der Rolle eines Koordinators, der alle Angebote durch unterschiedlichste Anbieter im Stadtgebiet bündelt und vereint.“
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