Kolumne Zeche Prosper

Die Zeche Prosper gehört zu einem Steinkohle-Bergwerk in Bottrop. Es gibt sie seit 1856. 1871 wurde der 2. Schacht niedergebracht. Er wurde mit einem überdimensionierten Malakowturm ausgestattet und 1875 als separate Förderanlage in Betrieb.

Im 2. Weltkrieg wurde der Tagesbetrieb durch Bomben dermaßen schwer getroffen, daß eine Förderung nicht mehr möglich war - so geschehen am 3. Februar 1945.

Der 2. Weltkrieg endete nicht 1945, wie von der Geschichtsschreibung behauptet. In der Zeche Prosper wurden jetzt, im Sommer 2020, die letzten kämpfenden deutschen Truppen festgenommen.

"Weltkrieg? Weltkrieg?" fragt Balduin, der Leiter der Kampftruppen. "Haben die französischen Kolonien etwa auch gegen uns gekämpft?"

"Und wieso `die letzten kämpfenden deutschen Truppen´?," fragt Baldur, das jüngste Mitglied der Truppe. "Wir sind doch nur das Wachpersonal für den Schacht 2. Wir sollen verhindern helfen, daß  hier jemand eindringt  und etwas klaut."

Ob ihnen nicht aufgefallen sei, daß inzwischen rund 150 Jahre vergangen sind und sie eigentlich tot sein müßten? "Wieso 150 Jahre?" fragt Baldur, der die Gesprächsleitung an sich gerissen hat. Es habe 1871 eine Schlagwetterexplosion gegeben. Dabei sei viel Gestein und Geröll heruntergekommen und habe einige Stellen zugeschüttet. "Anfangs waren wir von der Außenwelt abgeschnitten. WIr konnten aber einen Belüftungsschacht zum Malakowturm graben. Von dort haben wir nicht nur die Luftzufuhr gergelt, sondern auch regelmäßig Lebensmittel, Fackeln und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs erhalten."

Glaubt man den Ausführungen des jungen Mannes, wären die Leute so um die 200 Jahre alt - ein DIng der Unmöglichkeit. Was auch der Betriebsarzt bestätigt. "Die durchschnittliche Lebenserwartung von Bergleuten beträgt 72 Jahre," führt Dr. med. Leberecht Maxmann aus.

"Ja, oberirdisch mag das stimmt," hält Exobiologe Dr. med. Friedemann von Schöngort dagegen. Man müssen auch die besonderen unterirdischen Lebensbedingungen berücksichtigen. DIe Druckverhältnisse führen zu einer gleichmäßigen Wärm, die regelmäßig größer ist als auf der Erdoberfläche. Es gibt einen unterirdischen See ganz in der Nähe - für Reinlichkeit ist also gesorgt. Die Zusammensetzung der Luft ist dort unten völlig anders als oben - Viren und Bakterien haben keinerlei Überlebenschance. Es war eine gesunder Ernährung sichergestellt. Ob die Herren genügend Sport getrieben haben, kann ich nicht sagen - ich nehme aber an, daß sie ihre regelmäßigen Kontrollgänge gemacht und ausreichend Schlaf bekommen haben."

Warum hat die Schutztruppe nicht bemerkt, welch lange Zeit seit dem Grubenunglück vergangen ist? War den Jungens nicht langweilig? Haben sie nicht beispielsweise Frau, Freundin und Sex vermißt? "Nicht unbedingt," betont Exobiologe Maxmann. "Die Erdrotation ist dort unten schneller also oberirdisch, zwar nur minimal, aber immerhin. Je tiefer man in der Erde steckt, desto leichter wird man in sogenannten Zeitschleifen gefangen. Man erlebt ein und dasselbe Ereignis immer wieder. Ich nehme mal an, das das hier so passiert ist.

Viele Forschungen konnte Doktor Maxmann aber nicht zu diesem Thema durchführen. Kaum waen die Mitglieder der Schutztruppe wieder auf der Erdoberfläche, zerfielen sie zu Staub und Asche. "Eigentlich bestätigt das ja nur meine Theorie," so Maxmann "Ich sollte dem Phänomen der Langlebigkeit und Unsterblichkeit mal nachgehen."

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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