Infos auf der Internetseite des Kreis Borken
„Artenschutz an Gebäuden“ - was Isselburger machen können

Die Gestaltung des digitalen vierten "Forums Artenvielfalt" übernahmen v.li.: Cordula Thume (Fachbereich Natur und Umwelt Kreis Borken), Edith Gülker (Geschäftsführerin der Stiftung Kulturlandschaft), Frauke Meier (Büro echolot Münster), Sandra Pawlik (Fachbereich Natur und Umwelt Kreis Borken) und Stefan Kranz (Stiftung Kulturlandschaft).
  • Die Gestaltung des digitalen vierten "Forums Artenvielfalt" übernahmen v.li.: Cordula Thume (Fachbereich Natur und Umwelt Kreis Borken), Edith Gülker (Geschäftsführerin der Stiftung Kulturlandschaft), Frauke Meier (Büro echolot Münster), Sandra Pawlik (Fachbereich Natur und Umwelt Kreis Borken) und Stefan Kranz (Stiftung Kulturlandschaft).
  • Foto: Kreis Borken
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Das Thema "Artenschutz an Gebäuden" stand im Mittelpunkt des vierten "Forums Artenvielfalt und Kulturlandschaft", das zum ersten Mal ausschließlich digital durchgeführt wurde. Die Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken hatte gemeinsam mit dem Kreis Borken Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und des ehrenamtlichen Naturschutzes im Kreis Borken zu zwei Vorträgen eingeladen. Nach der Begrüßung und einer kurzen thematischen Einführung durch Edith Gülker, Geschäftsführerin der Stiftung Kulturlandschaft, übernahmen die Rednerinnen Cordula Thume vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken und Frauke Meier vom Büro echolot aus Münster die inhaltliche Gestaltung des Forums.
Cordula Thume erläuterte zunächst den durch das Europarecht gestalteten rechtlichen Rahmen des "Artenschutzes an Gebäuden". Anschließend spannte sie den Bogen zum notwendigen methodischen Vorgehen bei der Ersteinschätzung von Gebäuden im Zusammenhang mit der Bauleitplanung oder auch beim Abriss von Gebäuden. Besonderes Augenmerk legte die Rednerin dabei auf die rechtliche Bedeutung der Artenschutzprüfung. Dabei komme zum einen der Abgrenzung der ehrenamtlich leistbaren Ersteinschätzung und zum anderen der Artenschutzprüfung durch Fachbüros eine besondere Bedeutung zu.

Fassaden und Dächer

Im Anschluss referierte die Expertin Frauke Meier von echolot, einem Büro für Fledermauskunde, Landschaftsökologie und Umweltbildung, zum Thema "gebäudebewohnende Tierarten". Dabei gab sie einen Überblick über Vogel- und Fledermausarten, die ihren Unterschlupf an Bestandsgebäuden haben und erläuterte Möglichkeiten, wie diese Tierarten gefördert werden können. Viele Bilder zeigten eindrucksvoll Vögel und Fledermäuse, die in und unter Dächern, hinter Fassadenverkleidungen, Fallrohren oder in Fassadennischen ihren Lebensraum finden. Vogelarten wie Mauersegler, Haussperlinge oder auch seltene Fledermausarten wie zum Beispiel Zwerg- und Breitflügelfledermäuse seien im städtischen Raum auf vielfältige Gebäudestrukturen angewiesen. Zum Abschluss ihres Vortrages zeigte die Referentin Möglichkeiten auf, wie mit wenig Aufwand und geringen Kosten Lebensräume für gebäudebewohnende Tierarten in und an Häusern entstehen können.
Die Vorträge des vierten "Forums Artenvielfalt und Kulturlandschaft" stehen für Interessierte auch auf der Internetseite des Kreises Borken www.kreis-borken.de unter dem Stichwort "Region in Balance" zur Verfügung.

Zum Hintergrund:

Forum Artenvielfalt und Kulturlandschaft Im Jahr 2014 haben das Land NRW, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, der Rheinische Landwirtschaftsverband sowie die Landwirtschaftskammer NRW eine Rahmenvereinbarung zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften unterzeichnet. Ziel ist es, gemeinsam die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen zu stärken. Dazu sollten auf lokaler Ebene "Runde Tische" eingerichtet werden, an denen die relevanten Akteure unter Leitung der Unteren Naturschutzbehörde Maßnahmenvorschläge erarbeiten. Im Kreis Borken hat der "Runde Tisch Biodiversität" im Jahr 2015 mehrmals getagt. Mit dabei waren unter anderem die Landwirtschaftsverbände, die Naturschutzverbände, die Biologische Station Zwillbrock sowie die im Kreis Borken tätigen Naturschutzstiftungen. Die Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge sind in einem Positionspapier, das am 12. April 2016 unterzeichnet wurde, festgehalten worden. Alle unterzeichnenden Gruppen, Vereine und Verbände haben sich damit verpflichtet, aktiv zu werden für die Biodiversität – alle auf ihre eigene Art und Weise.
Der Kreis Borken und die Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken setzen sich seitdem mit dem Format "Forum Artenvielfalt und Kulturlandschaft" für den Artenschutz ein. Dazu laden der Kreis und die Stiftung regelmäßig unterschiedliche Zielgruppen zu verschiedenen Themenstellungen ein. Ziel der Veranstaltungen ist neben der reinen Informationsvermittlung auch immer, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen, voneinander zu lernen und bestenfalls Partner für ein gemeinsames Projekt zu finden. So haben sich in den vergangenen Jahren Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, von Heimatvereinen und auch Gewerbebetriebe auf Einladung des Forums mit den Möglichkeiten der Förderung der Biodiversität im Kreis Borken auseinandergesetzt.

Autor:

Lokalkompass Emmerich aus Emmerich am Rhein

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