Köln abgestiegen, Düsseldorf aufgestiegen und S04 und BVB nur Remis

Lars Stindl stand beim Remis auf Schalke im Fokus. Erst wegen eines Platzverweises gegen Nabil Bentaleb. Später wegen seiner schweren Verletzung, die sein WM-Aus bedeuten.
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  • Lars Stindl stand beim Remis auf Schalke im Fokus. Erst wegen eines Platzverweises gegen Nabil Bentaleb. Später wegen seiner schweren Verletzung, die sein WM-Aus bedeuten.
  • Foto: Gerd Kaemper
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Der erste Absteiger der Saison steht mit dem 1. FC Köln nach einer turbulenten Schlussphase in Freiburg nun auch rechnerisch fest. Der HSV gibt sich derweil aber noch nicht auf und gewann das Abstiegskampfduell in Wolfsburg. Von den Teams zwischen Platz zwei und sieben gewann nur die TSG Hoffenheim.

Der FC Schalke 04 hat es am 32. Spieltag verpasst, vorzeitig den Einzug in die Champions League perfekt zu machen. Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach kamen die Schalker nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Die Enttäuschung saß aber nicht zu tief, was einen nachvollziehbaren Grund hatte: Der S04 musste 80 Minuten lang in Unterzahl agieren, weil Nabil Bentaleb wegen einer Tätlichkeit an Lars Stindl die Rote Karte sah, und lag zudem kurze Zeit später dann sogar noch 0:1 zurück. Doch Daniel Caligiuri glich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Elfmeter aus. Dabei profitieren die Königsblauen vom Videoschiedsrichter, da der Schiedsrichter auf dem Platz kein strafbares Handspiel gesehen hatte, nach Betrachtung der Bilder seine Entscheidung aber revidierte. So hatten beide Fan-Lager ihre Aufreger.

Bentaleb kritisiert Stindl als unfairen Sportsmann

Denn beim Platzverweis gegen Bentaleb hatte der Schiedsrichter zunächst nur die Gelbe Karte dem Schalker Mittelfeldspieler gezeigt, nachdem dieser die Hand gegen Gladbachs Kapitän erhoben hatte. Nach einem Hinweis des Linienrichters korrigierte der Schiedsrichter aber seine Entscheidung, womit Bentaleb und auch Manager Christian Heidel nicht einverstanden waren. Beide sprachen nach der Partie davon, dass die Hand natürlich nichts im Gesicht zu suchen habe, der Griff aber keine Tätlichkeit gewesen wäre. Zu sanft sei die Berührung gewesen. Bentaleb kritisierte Stindl auch deswegen für sein theatralisches Fallen. „Ich berühre ihn nur leicht an der Stirn und er fällt wie ein Baby um. Das war ein unsportliches Verhalten.“ Mit dieser Beschreibung hatte der Schalker sogar Recht. Doch zum einen gilt bereits der Versuch einer Tätlichkeit als strafbar und zieht die Rote Karte nach sich. Zum anderen hatte Bentaleb schon Glück, dass sein hartes Einsteigen gegen Stindl zuvor, dass überhaupt erst zu der Rudelbildung zwischen den beiden und anderen geführt hatte, ungeahndet blieb. Ein reines Frustfoul, da Bentaleb sich nur Sekunden zuvor von Stindl gefoult fühlte, der Pfiff aber aus blieb.

Stindl sollte darüber hinaus im Fokus bleiben. In der 37. Spielminute knickte der deutsche Nationalspieler in einem Zweikampf mit Thilo Kehrer unglücklich um. Die Diagnose am Sonntag ist bitter: Stindl erlitt einen Syndesmosebandriss im linken Sprunggelenk, muss operiert werden, fällt wahrscheinlich drei Monate aus und wird somit die Weltmeisterschaft in Russland verpassen.

In der Halbzeitpause stellte dann Schalkes Trainer Domenico Tedesco taktisch um und ließ den (vielen) Ballbesitz der Gäste dorthin verlagern, wo er ungefährlich war. Mit Erfolg. Die Borussen hatte keine Torchance mehr, die Schalker hingegen wiederholt. So hatten die Gladbacher trotz der Überzahl sogar am Ende noch Glück, dass sie einen Punkt mitnehmen konnten, obwohl sie in Halbzeit eins noch spielerisch sehr zu überzeugen wussten und Lücken in der blau-weißen Defensive fanden.

Hoffenheim überholt Leverkusen in der Tabelle

Die fand Bayer Leverkusen gegen den VfB Stuttgart auch. Sogar mehrfach. Doch nach 90 Minuten waren es die Schwaben, die 1:0 gewannen und weswegen auch der S04 nun sechs Punkte Vorsprung auf Platz fünf (Leverkusen) hat, der nicht mehr zur Champions League berechtigt. Die Bayer-Elf fand - sogar einmal vom Elfmeterpunkt - ihren Meister in Stuttgarts Torwart Ron-Robert Zieler. Die Gäste selbst waren extrem effektiv, hatten sie doch praktisch kaum Torchancen zu verzeichnen.

Anders die TSG Hoffenheim, die bereits am Freitag 3:1 gegen Hannover 96 gewann. Damit schoben sich die Sinsheimer vor die Leverkusener auf Platz vier und dürfen von der ersten Champions League-Teilnahme in ihrer Vereinsgeschichte träumen.

BVB verzweifelt an überragenden Bremen-Torwart Pavlenka

Auf dem Weg zur Champions League ist auch der BVB weiterhin. Allerdings kam die Borussia aus Dortmund in Bremen trotz einer frühen Führung nicht über ein 1:1 hinaus. Nicht nur, dass Dortmund es durch den ausbleibenden Sieg verpasste, den Champions League-Einzug perfekt zu machen. Auch der Patzer der Schalker konnte somit nicht ausgenutzt werden. Mit einem Erfolg wäre die Borussia am Erzfeind in der Tabelle wegen des besseren Torverhältnisses vorbeigezogen. Dass Bremen das Heimspiel nicht verlor, hatte es seinem Torwart Jiri Pavlenka zu verdanken, der gleich mehrmals Glanzparaden zeigte.

Von einer erneuten Champions League-Teilnahme kann sich der Vize-Meister RB Leipzig fast verabschieden. Die Leipziger verloren überraschend deutlich am Sonntag mit 0:3 beim abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 und haben bei nur noch sechs zu vergebenen Punkten, fünf Zähler Rückstand auf Platz vier. RB hatte zwar gute Chancen in Mainz, traf aber einfach nicht ins Tor. Die Mainzer hingegen konnten sich durch den Heimsieg vom Relegationsplatz 16 absetzen und haben drei Zähler Vorsprung.

HSV nur noch zwei Punkte vom Klassenerhalt entfernt

Dort steht nun der VfL Wolfsburg, der sein Heimspiel gegen den Tabellen-17. Hamburger SV mit 1:3 verlor. Verdient verlor. Nicht nur, dass der VfL Wolfsburg nun also auf dem Relegationsplatz steht. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den der HSV belegt, beträgt nur noch mickrige zwei Punkte.

Drei Zähler Vorsprung hat der SC Freiburg, der ein turbulentes Spiel gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln 3:2 gewann. Die Kölner stehen damit als erster Absteiger der Saison fest. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt acht Punkte. Die Moral stimmte aber selbst im drittletzten Saisonspiel. Denn die Kölner zeigten lange Zeit zwar eine schwache Partie und lagen zwischenzeitlich verdient 0:2 zurück. Doch durch Tore in der 82. und 87. Minute glichen die Gäste zum Entsetzen der Freiburger Fans aus. Doch in der dritten Minute der Nachspielzeit schoss wurde Lucas Höler zum umjubelten Helden, als er den 3:2-Siegtreffer schoss.

Den Siegtreffer in letzter Minute schoss auch der Zweitligist Fortuna Düsseldorf. Beziehungsweise genauer gesagt, der kommende Bundesligist. Denn durch den 2:1-Auswärtssieg in Dresden kann die Fortuna nicht mehr von einem der beiden ersten Plätze verdrängt werden. Damit ist die Rückkehr nach fünf Jahren perfekt.

Perfekt ist auch der Klassenerhalt für den MSV Duisburg. Die „Zebras“ gewannen überraschend deutlich das Duell der Aufsteiger gegen Jahn Regensburg mit 4:1 und haben nun sechs Punkte Vorsprung auf Platz 16. Die Gäste können zwar rechnerisch noch immer aufsteigen, haben aber nun fünf Punkte Rückstand auf Platz drei.

Genauso viele Zähler Rückstand auf Platz drei hat auch der VfL Bochum. Der erledigte seine Hausaufgaben gegen das abstiegsbedrohte Erzgebirge Aue zwar bereits am Freitagabend durch einen 2:1-Erfolg. Da Holstein Kiel sich von der Niederlage im Spitzenspiel vor einer Woche gegen Nürnberg (1:3) sehr gut erholt zeigte und auswärts 5:1 (!) in Ingolstadt gewann, haben die „Störche“ die Trümpfe für mindestens das Relegationsspiel weiter in den eigenen Händen.

Lars Stindl stand beim Remis auf Schalke im Fokus. Erst wegen eines Platzverweises gegen Nabil Bentaleb. Später wegen seiner schweren Verletzung, die sein WM-Aus bedeuten.
Guido Burgstaller (l.) sammelte mal wieder sehr viele Fleißkärtchen. Als der S04 in Unterzahl spielen musste, stellte er beinahe im Alleingang die Gladbacher Abwehr zu.
Autor:

Redaktion Steilpass aus Essen-Süd

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