Junge Kunst in alten Räumen: Galeristin Petra Weber-Schwenk im Porträt

Petra Weber-Schwenk vor einem Werk der Künstlerin Isa Dahl. Foto: Thiele
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  • hochgeladen von Verena Wengorz

In einem abgelegenen kleinen Fachwerkhaus am Rande von Castrop-Rauxel eine Galerie eröffnen und die Werke von Künstlern von zum Teil internationalem Rang ausstellen zu wollen, könnte man für ein relativ gewagtes Unterfangen halten. Bei Petra Weber-Schwenk hat sich diese Idee zu einem Erfolgsmodell entwickelt.

Seit 12 Jahren leitet die heute 55-Jährige die Galerie Schwenk in Frohlinde. Dabei hatte sie zunächst ganz andere berufliche Pläne.
Die Liebe zur Kunst sei bei ihr schon während der Schulzeit entstanden, erzählt Petra Weber-Schwenk. „In Ausstellungen bin ich immer schon gegangen, und ich hatte damals eine sehr gute Kunstlehrerin. Ich glaube, es war diese Lehrerin, die mir gezeigt hat, was für eine Sprache die Kunst ist.“
Beruflich sollte es zunächst aber in eine völlig andere Richtung gehen. Ein Studium der evangelischen Theologie, Psychologie und Pädagogik führte sie nach Bonn, Bochum und Marburg. Doch schon in dieser Zeit wurde sie von der Kunst wieder eingeholt. „In Marburg gab es ein Institut für Kirchenbau“, so Weber-Schwenk. „Der Professor dort hat nicht nur rückwärts gedacht, sondern sich sehr für zeitgenössische Kunst interessiert.“ Von ihm habe sie vieles lernen können.
Dass aus Petra Weber-Schwenk schließlich keine evangelische Pfarrerin, sondern eine Galeristin wurde, habe jedoch noch andere Gründe gehabt. „Ich hatte schon während des Studiums große Probleme mit der Amtskirche“, erinnert sie sich. Schließlich habe sie sich in einen katholischen Mann – ihren heutigen Ehemann – verliebt. „Die evangelische Kirche wollte keine Pfarrerin mit einem katholischen Mann. Er hätte konvertieren müssen, nur, eine Religion kann man halt nicht einfach so wechseln, wie man ein Hemd wechseln würde.“ So unterschiedlich die Konfession, so gleich war wiederum die Liebe beider zur Kunst.
Gemeinsam mit ihrem Mann, der studierter Kunsthistoriker ist, entwickelte sie die Idee, ihre eigene Galerie zu eröffnen. „Wir wollten ein Projekt haben, das uns beiden Spaß macht“, so die Galeristin. Das alte Fachwerk-Haus in Frohlinde haben sie von den Eltern ihres Mannes geerbt. „Es ist über hundert Jahre alt und wurde quasi aus den Resten eines abgebrannten Bauernhofes recycled.“ Als perfekter Ort für eine Galerie habe es sich aufgrund der hohen Räume angeboten. „Junge Kunst in alten Räumen zu zeigen: Diese Idee fand ich sehr spannend“, erklärt die 55-Jährige.
Inzwischen hat sie in diesen Räumen mehr als 50 Ausstellungen organisiert und mit vielen Künstlern über Jahre eine intensive Arbeitsbeziehung aufgebaut. Die Idee: Kunst, die spannend, aber eben auch bezahlbar ist.
Manchmal wünscht sich Petra Weber-Schwenk allerdings, dass die Castrop-Rauxeler ein wenig die Scheu verlieren, eine Galerie zu besuchen. „Wir freuen uns über jeden Besucher, der offen und neugierig ist. Niemand ist gezwungen, etwas zu kaufen.“

Mehr über die Galerie, aktuelle Ausstellungen und Öffnungszeiten erfahren Sie hier:

Galerie Schwenk

Autor:

Verena Wengorz aus Castrop-Rauxel

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