„Wir haben den Live-Vorteil“: WLT adaptiert Jussi Adler-Olsens „Erbarmen“

Guido Thurk als Kommissar Carl Mørck (r.) und Bülent Özdil als dessen Assistent sorgen für ein Quäntchen Situationskomik in der ansonsten düsteren Geschichte. 
Foto: Beushausen
  • Guido Thurk als Kommissar Carl Mørck (r.) und Bülent Özdil als dessen Assistent sorgen für ein Quäntchen Situationskomik in der ansonsten düsteren Geschichte.
    Foto: Beushausen
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Seine Bücher sind preisgekrönt und erreichen Millionenauflagen. Im Januar 2014 wird der erste Krimi rund um Kommissar Carl Mørck („Erbarmen“) im Kino zu sehen sein. Doch das Westfälische Landestheater war schneller. Dramaturgin Sabrina Ullrich hat den Roman des Dänen Jussi Adler-Olsen für die Bühne bearbeitet. Am Samstag (19. Oktober), 20 Uhr, wird in der Stadthalle am Europaplatz die Premiere gefeiert.

Die Geschichte der Politikerin Merete Lynggaard ist ganz sicher nichts für Zartbesaitete. Auf einer Fähre wird die junge Frau entführt und dann in einer dunklen Betonkammer festgehalten. Einen Kontakt zur Außenwelt gibt es nicht – auch keine Fenster.
Nur ihr unbekannter Entführer meldet sich Jahr für Jahr an Meretes Geburtstag über eine Gegensprechanlage und stellt die immer gleiche Frage: „Warum halten wir dich fest?“ Dann erhöht er den Druck in der Kammer: erst um ein Bar, dann um zwei, um drei...
Während Merete längst offiziell für tot erklärt wurde, tatsächlich aber ihrem langsamen Sterben und Siechtum entgegen blickt, rollt der unbequeme Kommissar Carl Mørck, gemeinsam mit seinem Assistenten Hafez el-Assad, den Fall wieder auf und stößt schon bald auf Ungereimtheiten.
Ganz so brutal wie in der Romanvorlage werde es auf der Bühne wohl nicht zugehen, verrät Sabrina Ullrich. „Man setzt vielmehr auf die Imagination der Zuschauer, die die Qualen dieser Figur nachempfinden können“, erklärt die 32-Jährige.
Genau deshalb eigne sich der Stoff auch so gut für das Theater. „Wir haben den Live-Vorteil“, so Ullrich. Die Enge, die klaustrophobische Situation, in der sich das Opfer befinde, lasse sich aus ihrer Sicht auf der Bühne besser darstellen als im Film, der Zuschauer sei näher am Geschehen, wodurch die Spannung erheblich gesteigert werde. Zudem sorge das Duo Guido Thurk (als schrulliger Kommissar) und Bülent Özdil (dessen Assitent) für ein Quäntchen Situationskomik.
Drei verschiedene Handlungsebenenen wird es im Stück geben: Da ist zum einen Merete in ihrem Betongefängnis, dann sind da Kommissar Mørck und sein Assistent, die mit ihrer Arbeit in ein altes Kellerarchiv verbannt wurden, und es wird Außenszenen geben. Aufgrund der Düsternis, die sowohl das Büro der Kommissare, als auch das Beton-Gefängnis beherrsche, hätte sich ein Einheitsbühnenbild angeboten, in dem sich die Figuren bewegen werden.
Inszeniert wird das Stück von Lothar Maninger. Auf der Bühne sind neben Thurk und Özdil, Julia Gutjahr (Merete), Thomas Zimmer, Vesna Buljevic, Burghard Braun und Sophie Schmidt zu erleben. Restkarten können unter Tel. 02305/978020 reserviert werden.

Autor:

Verena Wengorz aus Castrop-Rauxel

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