Castrop-Rauxeler Kitas zum "Indianerverbot" in Hamburg
Freie Kostümwahl und Toleranz

Der Karneval ist seit (Ascher-)Mittwoch vorbei. Eigentlich, denn nun wird über Kostüme diskutiert, die nach Ansicht einer Hamburger Kita diskriminierend und politisch unangemessen sind: Indianer und Scheichs waren dort in diesem Jahr unerwünscht.

Der Stadtanzeiger nahm das zum Anlass, in Kindergärten der Europastadt nachzufragen, ob auch hier bestimmte Verkleidungen nicht erlaubt sind und was von dem Hamburger Fall zu halten ist.
Cowboys, Indianer, Robin Hood, Jäger und vergleichbare Figuren dürfen im katholischen Kindergarten St. Josef Habinghorst an der Lessingstraße mitfeiern, müssen aber Pfeil und Bogen oder Pistole und Gewehr zu Hause lassen. "Waffen sind bei uns verboten", sagt Leiterin Stefanie Hölter.
"Ohnehin orientieren sich unsere Kinder eher an TV-Stars und Walt Disney-Figuren." Gerade zu Karneval wollten sich Kinder in eine "Wunschperson" verwandeln.
Probleme wegen bestimmter Kostüme oder Fragen dazu habe es in der Kindertageseinrichtung St. Josef noch nicht gegeben.

Für übertrieben hält Laura Gottschalk von der Kita Kinderplanet e.V. an der Dornbachstraße das Verhalten der Hamburger Kita, die das Erscheinen der Kinder in der Verkleidung eines Indianers oder Scheichs missbilligt hat. Im Kinderplanet "dürfen die Jungen und Mädchen sogar ihre Waffen mitbringen, wenn sie Teil des Kostümes sind".

Laura Gottschalk sieht in dem Vorgehen der Hamburger Kita Parallelen zur Umbenennung von St. Martins-Umzügen in ein namensneutrales Lichterfest.
Julia Jäckel von der evangelischen Kita "Unterm Sternenhimmel" am Brückenweg wirbt für Toleranz: "Ganz persönlich meine ich, man muss auch mal Fünfe gerade sein lassen. Gerade Karneval bietet den Kindern die Möglichkeit, in eine andere Rolle zu schlüpfen und sich in dieser anderen Rolle zu erleben." Ein Verbot bestimmter Kostüme sei am Brückenweg noch nie Thema gewesen.

In der städtischen Kita Mikado an der Bodelschwingher Straße auf Schwerin "hatten die Kinder in diesem Jahr freie Kostümwahl", sagt Sylvia Waniczek, stellvertretende Kindergartenleiterin. Mitunter werde aber auch ein Thema verabredet. Elsa, die Eiskönigin, sei dieses Mal gleich mehrfach vertreten gewesen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen