Besitzer handeln illegal
Schildkröten und andere Amphibien ausgesetzt

Diese Gelbwangenschildkröte lebt seit etwa drei Jahren am Gondelteich im Stadtgarten.
  • Diese Gelbwangenschildkröte lebt seit etwa drei Jahren am Gondelteich im Stadtgarten.
  • Foto: Stadt
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"Wenn die Lust am Haustier vergeht oder eine Haltung aus verschiedenen Gründen nicht mehr gewünscht oder gewollt ist, kommt es leider immer wieder vor, dass Besitzer ihre Tiere aussetzen. In Castrop-Rauxel ist zunehmend festzustellen, dass Schildkröten, Fische, Eidechsen und andere Amphibien heimlich und illegal in städtischen Gewässern ausgesetzt werden", teilt die Stadtverwaltung mit.

Nach dem Landesnaturschutzgesetz machten die Besitzer sich damit strafbar. Nicht einheimische Tierarten dürften nicht ausgesetzt werden. Ein großer Teil der ausgesetzten Tiere überlebe den ersten Winter nicht, da die Tiere wärmere Gewässer benötigten. Milde Winter überlebten jedoch vor allem Schildkröten, die bis zu 70 Jahre alt werden könnten.

Gleichgewicht der Gewässer gestört

Je nach Amphibienart könne das ökologische Gleichgewicht im Gewässer empfindlich gestört werden. Viele Schildkröten seien Allesfresser und ernährten sich von Eiern, Larven und Pflanzenteilen sowie verschiedenen für den Naturhaushalt wichtigen Kleintieren wie zum Beispiel Wasserflöhen, die das Wasser durch ständiges Filtern säuberten. So würde durch das Aussetzen von Schildkröten das lokale Aussterben besonders gefährdeter Tierarten, wie etwa andere Amphibien, beschleunigt.

Oft seien es gerade die seltenen Arten wie Laubfrosch und Kammmolch, die auf diese Weise binnen weniger Jahre lokal ausgerottet werden könnten. Dieser Vorgang ginge schleichend vor sich, da in der Regel nicht erwachsene Tiere, sondern die Eier, Larven und Kaulquappen vertilgt würden. Auch seltene, unter Schutz stehende Insekten wie viele Libellenarten seien betroffen. 

Schildkröte lebt am Gondelteich

"Eine Gelbwangenschildkröte lebt seit etwa drei Jahren am Gondelteich im Stadtgarten. Da sich diese Art dort vermutlich nicht vermehren kann, duldet der Bereich Stadtgrün und Friedhofwesen der Stadtverwaltung den Aufenthalt des ungebetenen Gastes. Ein zweites Tier der Art wurde noch nicht gesichtet ", heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung. 

Andere ausgesetzte Tiere würden von den Mitgliedern des Angel- und Gewässerschutzvereins DoCas-Blinker 1982 entnommen und einem Zoofachgeschäft übergeben.

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