Angespannt
Amprion informierte über Hochspannungspläne in Pöppinghausen

Große Skepsis herrschte unter den Pöppinghausern bei der Informationsveranstaltung.
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  • hochgeladen von Vera Demuth

"Wir lassen uns die Pläne nicht aufzwingen" – "Es geht keine Gefahr von den Hochspannungsleitungen aus": Diese Sätze verdeutlichen die Fronten, die in der vollen Pöppinghauser Kirche aufeinanderprallten. Dorthin hatte Amprion am Donnerstag (24. Januar) eingeladen, um den Bürgern zu erläutern, wie die Hochspannung im Ortsteil von 220 auf 380 Kilovolt (kV) erhöht werden soll.

Die Hinweise der Mitarbeiter von Amprion auf das Bundesimmissionsschutzgesetz und Grenzwerte für magnetische Felder, die beim Umbau des Hochspannungsnetzes eingehalten werden müssen, vermochten die Pöppinghauser nicht zufrieden zu stellen. Sie warfen Amprion vor, keine Alternativen in Betracht zu ziehen, um dafür zu sorgen, dass die 380kv-Leitungen künftig nicht über die Wohnbebauung führen.
Erdkabel, wie von der Bürgerinitiative (BI) "Nicht über unseren Köpfen" vorgeschlagen, seien nicht möglich, weil dazu zusätzlich zur Umspannanlage Kabelübergabestationen benötigt würden. "Dafür ist kein Platz da", so Jonas Aßhoff, Projektleiter Freileitungsbau.
Die Umspannanlage – sie soll laut Projektentwurf von der zweiten Jahreshälfte 2020 bis 2024 östlich der bestehenden Anlage neu gebaut, und die jetzige Anlage soll abgebaut werden – könne nicht ohne Weiteres noch weiter nach Osten verschoben werden, um von den Wohngebäuden abzurücken. "Das ist die optimierte Variante für die Wohnbebauung", sagte Tim Lipka vom Bereich Anlagenbau über den Entwurf. Zwar sei der Eigentümer des weiter östlich gelegenen Naturschutzgebietes bereit, sein Grundstück zu verkaufen, aber es sei sumpfig und müsste trockengelegt werden, um dort die Anlage zu bauen.

Bürgervorschlag prüfen

Mehrere Vorschläge der Bürger, die Hochspannungsleitungen östlich oder westlich in einem größeren Bogen ums Dorf Pöppinghausen herum zu verlagern, scheitern nach Aussage Amprions unter anderem daran, dass die Leitungen von Norden in die Umspannanlage eingeführt werden müssten. Aus südlicher Richtung sei die Umspannanlage für die 110kv-Leitungen von Westnetz im Weg, so Aßhoff.
Er sagte jedoch zu, die Idee eines Bürgers prüfen zu wollen, eine der neuen 380kv-Leitungen in einem Bogen westlich entlang der Emscher und von dort über offenes Gelände zur Umspannanlage zu führen.
Katrin Schirrmacher, Leiterin Projektkommunikation, griff den Vorwurf auf, dass Amprion nicht bereit sei, für teurere Alternativen zu zahlen. "Wir sind ein reguliertes Unternehmen", machte sie deutlich, dass das Geld nicht im Vordergrund stehe, weil die Bürger die Kosten über die Gebühren trügen.
"Wie kann die Zusammenarbeit von Bürgerinitiative und Amprion aussehen?", wollte Georg Winkelkotte von der BI wissen. "Wir kommen wieder, wenn wir einen Schritt weiter sind", sicherte Schirrmacher zu. Zuvor hatten die Amprion-Vertreter betont, dass das Vorhaben nach wie vor im Planungsstadium sei und dass man den Bürgern einen Informationsaustausch anbiete.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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