Frauenhaus hofft auf mehr Geld und eine größere Bleibe

Hofft auf mehr Geld und einen größere Bleibe fürs Frauenhaus: Leiterin Katrin Lasser-Moryson.
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  • Foto: Thiele
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Weil das Frauenhaus in Castrop-Rauxel mehr als acht Plätze bereithält, kann es auf mehr finanzielle Unterstützung des Landes hoffen. Das sieht ein Entwurf des Ministeriums für Gleichstellung und Frauen für den Landesetat 2019 vor, der am Montag (8. Oktober) im zuständigen Ausschuss beraten wurde.

"Jeder Platz, den wir über acht hinaus anbieten, soll pauschal mit 7.000 Euro im Jahr gefördert werden", bestätigte Katrin Lasser-Moryson, Leiterin des Frauenhauses, im Gespräch mit dem Stadtanzeiger. "Wir haben insgesamt zwölf Plätze. Ich hoffe auf eine große finanzielle Entlastung."  

Geht es nach den Vorstellungen des Ministeriums, so sollen die Gelder schon rückwirkend zum 1. Juli 2018 gezahlt werden. Dazu muss allerdings erst einmal der Landeshaushalt für 2019 beschlossen werden. Das soll bis zum Jahresende geschehen.
Noch sei nicht ganz klar, an welche Bedingungen genau die zusätzliche Förderung geknüpft sei, betonte Lasser-Moryson.  

Ebenfalls erhöht werden soll ab 2019 die Sachkostenpauschale: von derzeit 6.000 auf 7.500 Euro. Dieses Geld, so Lasser-Moryson, könne beispielsweise für die Ausstattung des Frauenhauses genutzt werden. "Unsere Küche zum Beispiel ist in die Jahre gekommen." Hier sieht die Leiterin des Frauenhauses Handlungsbedarf.

Möglicherweise geht es aber bei der Zukunft des Frauenhauses um mehr als um die Küche. "Seit längerer Zeit schon überlegen wir, in einen größeres Haus als das bisherige zu ziehen. Das jetzige ist nicht nur zu klein, sondern erfüllt auch nur bedingt die Anforderungen an Barrierefreiheit."

Das Frauenhaus Castrop-Rauxel gehört nach Angaben des Ministeriums für Gleichstellung und Frauen zu den 25 Einrichtungen im Land, die mehr als die Mindestzahl von acht Plätzen bereithalten. Insgesamt fördert das Land 62 Frauenhäuser.  

Ein weiterer Ausbau der Platzkapazitäten ist vorgesehen. Denn die vorhandenen Möglichkeiten, Frauen und Kindern in akuten Notlagen Schutz zu gewähren, sind nach Angaben der Landesregierung unzureichend. Überbelegung ist häufig die Folge.

"Im Jahr 2017 hatte sich die Lage zugespitzt. Im Jahresmittel kamen wir auf eine Belegung von 107 Prozent", berichtet Katrin Lasser-Moryson. "Wir mussten 298 Personen abweisen. In ganz NRW gab es sogar 4.600 Abweisungen."

Für die hohe Nachfrage hatte die Leiterin des Frauenhauses bereits Anfang des Jahres verschiedene Ursachen genannt (wir berichteten). Die Gewalt habe nicht zugenommen, aber mittlerweile trauten sich Frauen mehr, sich zu melden.

Ein weiterer Grund für die hohen Belegungszahlen sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt. „Für Alleinstehende und Frauen mit Kindern ist es sehr schwer, eine Wohnung zu bekommen. Oft lehnen Wohnungsgesellschaften Frauen im SGB II-Bezug als Mieterinnen ab."

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