Hochspannungsleitung zu nahe an den Häusern? – Grüne kritisieren Pläne für Bauprojekt „Wohnen an der Emscher“

Den geringen Abstand des Neubaugebiets "Wohnen an der Emscher" zu einer Hochspannungsleitung bemängeln die Grünen.
  • Den geringen Abstand des Neubaugebiets "Wohnen an der Emscher" zu einer Hochspannungsleitung bemängeln die Grünen.
  • Foto: Mering
  • hochgeladen von Vera Demuth

Wenige Meter von einer 220 kV-Hochspannungsleitung entfernt ist das Bauprojekt „Wohnen an der Emscher“ an der Heerstraße vorgesehen. Der Landesentwicklungsplan (LEP) NRW empfiehlt jedoch einen Abstand von 400 Metern. Die Grünen bemängeln daher das Verwaltungsvorhaben und zweifeln an, dass die Stadt das Schutzgut Mensch ausreichend würdigt.

„Die Verwaltung möchte das Gebiet überplanen“, kritisiert Grünen-Ratsmitglied Notburga Henke die Stadt, die die Vorgaben des LEP nicht berücksichtige. Ihr kommt es dabei auf den vorsorglichen Gesundheitsschutz an. Denn eine britische Studie zum Einfluss elektromagnetischer Felder auf Leukämieerkrankungen bei Kindern habe ergeben, dass an Blutkrebs erkrankte Kinder häufiger in der Nähe von Hochspannungsleitungen gelebt hätten. „Das Risiko war vor allem dann merklich erhöht, wenn der Abstand zu den Leitungen weniger als 200 Meter betrug“, so Henke. „Erst bei einem Abstand von 600 Meter war kein Unterschied zu sehen.“
Wie Birgit Schnadt vom Planungsbüro ISR kürzlich im Bauausschuss erläutert hatte, sieht die Planung einen 25 Meter breiten Schutzstreifen zwischen Hochspannungsleitung und Wohnhäusern vor. Einige Gärten würden jedoch sieben Meter in den Streifen hineinragen.

"Eine Sache der Abwägung"

„Das ist eine Sache der Abwägung“, sagt der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt auf Stadtanzeiger-Anfrage sowohl zu den Gärten, die in den Schutzstreifen ragen würden, als auch zu den empfohlenen 400 Metern Abstand im LEP. Die 25 Meter Abstand für Gebäude seien ein Muss, die 400 Meter dagegen seien nicht vorgeschrieben.
„Man kann die Vor- und Nachteile abwägen und dann eine Entscheidung fällen“, so Dobrindt. „Wir gehen jetzt in den Beschluss zur öffentlichen Auslegung. Dann können Bedenken geäußert werden.“ Außerdem werde das Bebauungsplanverfahren, was die Hochspannungsleitungen angehe, gutachterlich untersucht. „Wir müssen gucken, was die Fachgutachter dazu sagen.“
Von Seiten der Stadt würde man aber gern an dem Bauvorhaben festhalten. „Wir würden empfehlen, dass der Rat die Satzung für den Bebauungsplan beschließt“, erklärt Dobrindt.
Würde dagegen der Forderung der Grünen gefolgt, wäre dies das Aus für das Projekt „Wohnen an der Emscher“ an der Heerstraße. Eine mögliche Verlagerung des Bauprojekts auf eine Fläche im Außenbereich wäre nicht im Sinne der Grünen. „Wir wollen, dass das Thema Bauen grundsätzlich überdacht wird“, betont Notburga Henke.

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