Grüner Hügel am Kanal
Recyclinghof Pöppinghausen und ehemalige Deponie werden rekultiviert

Die Arbeiten auf der ehemaligen Zentraldeponie Pöppinghausen laufen. Unter anderem werden Gasleitungen verlegt.
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Ende des Jahres schließt der Recyclinghof Pöppinghausen. 2020 soll das Areal nordwestlich des Rhein-Herne-Kanals dann – genau wie schon das der ehemaligen Zentraldeponie Pöppinghausen – abgedichtet und rekultiviert werden.

Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es den Recyclinghof an der Pöppinghauser Straße, dessen Betrieb im Jahr 2000 vertraglich vom EUV auf die AGR übertragen wurde. Zeitlich viel länger zurück reicht das Deponiegelände, auf dem sich der Abfall bis auf eine Höhe von 86 Metern (über NN) türmt. Seit 1960 wurde im sogenannten Altbereich Hausmüll abgeladen – unter der Führung der Stadtverwaltung. Die AGR betrieb seit Ende 1982 den Neubereich im Auftrag des Kreises Recklinghausen und übernahm auch den Altbereich.
2,3 Millionen Kubikmeter Hausmüll wurden auf der Deponie entsorgt. "Ende 1999 endete die Ablagerung, und am 1. Januar 2000 begann die Stilllegungsphase", erläutert Betriebsleiter Holger Kleinschmidt. Während dieser Zeit wurde gewartet, dass sich der Müll setzt.
2012/13 begann der Bau der Abdichtung der Oberfläche, deren Größe insgesamt rund 17 Hektar beträgt. "Pro Jahr schaffen wir zwei bis drei Hektar. Jetzt ist alles bis auf zwei Hektar fertig", so Kleinschmidt. Zu diesen zwei Hektar zählt auch der Recyclinghof.
Dieser wird nach seiner Schließung zurückgebaut, Container, Strom- und Wasserleitungen entfernt, Gebäude abgerissen. Danach werden die verbliebenen zwei Hektar bis voraussichtlich Ende 2020 abgedichtet und ebenfalls mit einer Rekultivierungsschicht versehen.

Bäume und Büsche

Teile der 1,30 bis zwei Meter tiefen Schicht wurden schon eingesät, die übrigen werden folgen. Außerdem werden bis ins Jahr 2021 hinein Betriebswege angelegt sowie in bestimmten Bereichen Büsche und Bäume gepflanzt. "Dafür haben wir einen Gestaltungsplan", sagt Kleinschmidt. Die bisherige Vegetation auf der früheren Deponie hat schon einige Tiere angelockt. "Wir haben hier nachweislich viele Bodenbrüter", weiß der Betriebsleiter.
Doch auch wenn der gewaltige Hügel am Kanal bald grün sein wird, "bleibt es immer ein technisches Bauwerk", erläutert AGR-Pressesprecher Dr. Jürgen Fröhlich. Die biologischen Anteile des Hausmülls zersetzen sich und bilden Methangas. Damit dies nicht in die Atmosphäre gelangt, wird es abgesaugt und in einer Deponiegas-Verwertungsanlage in Strom für die Eigenversorgung umgewandelt. "Dadurch können wir in den nächsten 25 Jahren rund 25.000 Tonnen CO2 einsparen", so Fröhlich.
Voraussichtlich mindestens ebenso lange dauert die Nachsorgephase der Deponie, während der das Gelände eingezäunt bleibt. Erst wenn die AGR den Nachweis erbringen könne, dass weder Deponiegas noch Sickerwasser entstehen, werde die Bezirksregierung Münster das Areal aus der Überwachung entlassen, erklärt Fröhlich. Dann könnte es – ähnlich wie die ehemalige Deponie Brandheide – der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.
Der Recyclinghof schließt zum Jahresende. Dann läuft der Betriebsführungsvertrag zwischen EUV und AGR aus. Über die Gründe, warum der Vertrag nicht verlängert und der Standort nicht aufrecht erhalten wird, erteilt der EUV mit Verweis auf vertragsrechtliche Angelegenheiten keine Auskunft.

Neuer Recyclinghof

Wo die Castrop-Rauxeler nach der Schließung ihren Abfall hinbringen können, gibt der EUV, der auch künftig den Recyclinghof nicht selbst betreiben wird, im Moment ebenfalls noch nicht bekannt. "Bezüglich des neuen Standortes laufen derzeit noch interne und vertragliche Abstimmungen. Sobald diese abgeschlossen sind, was voraussichtlich nach der Sommerpause der Fall sein wird, werden wir den Bürgerinnen und Bürgern den neuen Standort vorstellen", teilt Sabine Latterner, Vorstandsreferentin beim EUV, mit.
Bei dem neuen Standort handelt es sich um eine Übergangslösung. Wie berichtet, gibt es Überlegungen, den Recyclinghof auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Rauxel an der B235/Ecke Klöcknerstraße einzurichten. Als möglichen Zeitrahmen für die gesamte Entwicklung des Geländes hatte EUV-Chef Michael Werner Ende Juni in einem Pressegespräch von fünf bis zehn Jahren gesprochen.

Die Arbeiten auf der ehemaligen Zentraldeponie Pöppinghausen laufen. Unter anderem werden Gasleitungen verlegt.
Dieser Bereich der früheren Deponie Pöppinghausen mit dem Recyclinghof im Hintergrund wird im kommenden Jahr abgedichtet und anschließend rekultiviert.
Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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