Rossmann zieht ins Westring-Center: Stadt will Weg freimachen

Die Drogeriekette Rossmann wird eine Filiale im Westring-Center eröffnen, und Aldi wird sich in dem Einzelhandelszentrum am Westring in einem neuen Gebäude vergrößern. Seit Mai liegen der Stadt die beiden Bauanträge vor, die sie nun genehmigen wird.

Dies kündigte der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt im Vorfeld der nächsten Sitzung des Bauausschusses am 29. September an. Hier und auch im Haupt- und Finanzausschuss am 4. Oktober wird das Thema auf der Tagesordnung stehen, um die Politiker über die geplanten Vorhaben in Kenntnis zu setzen.
Entgegen den Vorgaben des Zentren- und Einzelhandelskonzeptes von 2010 ist es im Westring-Center ausnahmsweise möglich, hier zentren- und nahversorgungsrelevanten Einzelhandel anzusiedeln. Dafür sorgt ein Bebauungsplan von 2008.
Voraussetzung für die Ansiedlung von Einzelhandel sei, verdeutlichte Dobrindt, dass von ihm keine nachteiligen Auswirkungen ausgingen. Konkret bedeute das, dass die Altstadt durch die Geschäfte im Westring-Center keinen Schaden nehmen dürfe.

Verträglichkeitsstudie

Mit welchen möglichen Nachteilen die Händler in der Altstadt durch die Veränderungen im Westring-Center rechnen können, werde durch einen externen Gutachter festgestellt, der eine Verträglichkeitsstudie gemacht habe. "Bei Drogeriewaren beträgt der Kaufkraftverlust zehn bis elf Prozent", bezifferte Dobrindt eines der Ergebnisse.
Letztlich geht die Verwaltung aber von einer Attraktivitätssteigerung des Westring-Centers durch die geplanten Bauvorhaben von Rossmann und Aldi aus, so dass man sich dazu entschlossen hat, die Baugenehmigung zu erteilen. "Mit der Maßgabe ,Bis dahin und nicht weiter'", betonte Dobrindt.
Denn zusätzlich wolle die Stadtverwaltung "einen Bebauungsplan darüberlegen", um zukünftig weitere Ansiedlungen, die in die falsche Richtung gehen könnten, zu unterbinden. Weitere zentren- und nahversorgungsrelevante Einzelhändler soll es damit am Westring nicht geben.
Das der Stadt im August vorgelegte Konzept für die Entwicklung des Centers sieht als weitere geplante Ansiedlungen ein Fast-Food-Restaurant und zwei Fachmärkte für Baustoffe beziehungsweise Möbel vor.

Marktplatz Thema im Bauausschuss

Thema im Bauausschuss wird auch der Umbau des Altstadtmarkts sein. Ein Vertreter des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe wird über die bodenkundlichen Untersuchungen berichten. Wie EUV-Vize Thorsten Werth-von Kampen erläuterte, stehe seit dieser Woche fest, dass bei den Bauarbeiten "die karolingische Siedlungsebene erreicht wurde". So habe man Keramikscherben mit Stempeln gefunden, die eindeutig auf das 9. Jahrhundert hinwiesen.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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