Wohl keine Öffnung der Lange Straße: Entscheidung am 30. Juni

Eine Öffnung der Lange Straße für den Pkw-Verkehr wird es nicht geben. Die Ampelkoalition bezog im Ausschuss für Kultur, Ordnung, Ausländerwesen und Feuerwehr (B1) deutlich Position und schob der von CDU und FWI beantragten Öffnung einen Riegel vor. Eine endgültige Entscheidung wird der Rat der Stadt dann während der Sitzung am kommenden Donnerstag (30. Juni) treffen.

Die Mitglieder des Bauausschusses gaben am Donnerstag (23. Juni) indes kein Votum ab. "200.000 Euro sind eine Hausnummer, über die man nachdenken muss, ob wir sie so einfach ausgeben können", bezog sich Marcus Pelzing (SPD) auf die Kostenschätzung der Verwaltung, die eine Öffnung mit sich bringen würde.
Ingo Boxhammer (Linke) zweifelte den Sinn der Maßnahme an. "Ich verstehe nicht, warum eine Öffnung zu Umsatzsteigerungen führen sollte. Woher kommt diese Meinung, die durch nichts zu begründen ist?" Seiner Einschätzung nach werde sich an den Problemen nichts ändern, so lange es Real und andere große Kaufhäuser in der Umgebung gebe.
Der Ausschussvorsitzende Oliver Lind (CDU) kritisierte die Unentschlossenheit der Mitglieder bei diesem Thema und erinnerte an die Wertigkeit des Bauausschusses, der dem Rat mit seinen Entscheidungen Hilfestellung geben soll.

Kleine Lönsstraße

Beschlossen hat der Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich Kleine Lönsstraße. Die Verwaltung strebt dabei eine Mischung aus Wohn- und gewerblicher Nutzung an. Gemeinsam mit den Haupteigentümern des Gebiets, das durch die Kleine Lönsstraße, die Dammstraße und die Herner Straße begrenzt wird, soll ein Konzept entwickelt werden. "Im Rahmen des neuen Gesamtkonzepts ist unter anderem zu klären, (...) inwieweit die künftig zusätzliche Nachfrage auch einen Standort für einen einzelnen Nahversorger städtebaulich tragfähig macht", heißt es in der Beschlussvorlage, womit die Ansiedlung eines Supermarkts gegebenenfalls nicht ausgeschlossen wäre.

König-Ludwig-Trasse

Einstimmig beschlossen wurde außerdem, den Regionalverband Ruhr (RVR) aufzufordern, den dritten Bauabschnitt des Radweges auf der König-Ludwig-Trasse zu planen, darzustellen und fertigzustellen. "Dass der Stadt keine Kosten entstehen, ist für uns die Voraussetzung für eine Zustimmung", erläuterte der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt.
Zwei Tage zuvor hatte das Thema im Umweltausschuss für viel Gesprächsbedarf gesorgt, bevor die Ausschussmitglieder schließlich der Vorlage zustimmten. Von einem Dilemma sprach Ulrich Werkle (Grüne), da man einerseits dankbar sei für jeden Radweg, der gebaut würde, aber es andererseits für den Naturschutz ein Problem sei, wenn ein Asphaltband durch die Natur gelegt würde. "Wir waren immer dagegen", sagte Dr. Thomas Krämerkämper (BUND). Er könne nur davor warnen, eine politische Unterstützung auszusprechen, bevor die Kosten und die Altlastensituation feststünden. Josef Berkel (CDU) fragte ebenfalls nach den Fortführungskosten, da sich die Stadt Wege, in die Geld gesteckt werden müsse, nicht leisten könne.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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