Schlimme Nebenwirkungen: Generica-Verordnung bei Parkinson abschaffen

Karin Dieckmann sammelt Unterschriften.   Foto: Wengorz
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Schwindel, starke Übelkeit, allgemeines Unwohlsein, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen – die schlimmen Nebenwirkungen, die der Einsatz sogenannter Generica für Parkinson-Erkrankte haben kann, kennt Karin Dieckmann aus eigener leidvoller Erfahrung. Die Leiterin der Parkinson-Selbsthilfegruppe am Evangelischen Krankenhaus sammelt zurzeit Unterschriften für eine geplante Online-Petition des Bundesverbandes der Deutschen Parkinson Vereinigung. Mit der Petition will man erreichen, dass Parkinson-Patienten zukünftig von der „aut idem“-Regelung befreit werden.

„Aut idem“ – Dieser Rezeptzusatz, der sich mit „oder ein Gleiches“ übersetzen lässt, war ursprünglich dazu erdacht worden, die schnelle Versorgung von Patienten mit dringend benötigten Medikamenten sicherzustellen. Indem der Arzt die Formel „aut idem“ auf dem Rezept hinzufügte, erlaubte er dem Apotheker, ein wirkstoffgleiches Medikament abzugeben, sofern das verschriebene Produkt nicht vorrätig war.
Inzwischen wurde die Regel jedoch dahingehend abgewandelt, dass der Apotheker nun verpflichtet ist, ein wirkstoffgleiches Medikament abzugeben, wenn dieses von der Krankenkasse des Patienten in Rabattverträgen mit der Pharmaindustrie als preisgünstiger identifiziert wurde. Soll die „aut idem“-Regelung nicht gelten, muss der Arzt das entsprechende Feld auf dem Rezeptvordruck bewusst durchstreichen. „Das Schlimme aber ist, dass die Ärzte dann regresspflichtig gemacht werden“, ärgert sich Dieckmann.

Deutliche Fehldosierungen

Wirkungsgleiche, billigere Medikamente verschreiben: „Bei Parkinson-Patienten geht das nicht so einfach“, weiß die Betroffene. Denn gerade wenn das Krankheitsstadium weiter fortgeschritten sei, müsse man eine Vielzahl von Medikamenten, jeweils zu vorgeschriebenen Zeiten, einnehmen. Eine genaue Dosierung sei hier Pflicht. Ein Genericum gelte jedoch bereits als geeignet, wenn die Wirkstoffkonzentration zwischen 80 und 125 Prozent des Originals liege. Damit könne es zu deutlichen Fehldosierungen kommen.

50.000 Unterschriften werden benötigt

Dieckmann hofft nun auf einen Erfolg der Initiative. 50.000 Unterschriften müssen für die Petition deutschlandweit zusammenkommen. Unterschreiben kann jeder, der die Initiative unterstützen möchte (nicht nur Betroffene), und zwar auf Unterschriftenlisten, wie auch demnächst auf der Internetseite des deutschen Bundestages. Nähere Informationen gibt es unter www.parkinson-vereinigung.de. Dieckmann bittet nun alle Castrop-Rauxeler um Mithilfe. Unterschriftenlisten hat sie unter anderem bei der Kristall-Apotheke (Lambertstraße 2) und der Burg-Apotheke (Freiheitstraße 17) in Henrichenburg sowie bei der Paracelsus-Apotheke (Im Ort 4) ausgelegt.

Autor:

Verena Wengorz aus Castrop-Rauxel

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