Bachverlauf ist schon zu erkennen / Rund 60 Bürger kamen zur Begehung der Deponie Brandheide

Der künftige Verlauf des Mühlenbachs auf der ehemaligen Deponie Brandheide war bei der Baustellenbegehung schon gut zu erkennen.
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  • hochgeladen von Vera Demuth

„In fünf bis sechs Jahren wird es so aussehen, als wäre der Mühlenbach nie weg gewesen“, sagte Moritz Rohde vom Büro Landschaft planen + bauen. Einen ersten Eindruck, wie die ehemalige Deponie Brandheide nach der Sanierung aussehen wird, gewannen rund 60 Bürger bei der Baustellenbegehung, zu der der EUV Stadtbetrieb am Freitag (15. Juni) eingeladen hatte.

Von der südlichen Baustelleneinfahrt an der Straße Brandheide aus erkundeten die Bürger, aufgeteilt in zwei Gruppen, das Gelände. An diesem Ende des acht Hektar großen Kernsanierungsgebiets werden zurzeit Spundwand und Tiefendrainage gebaut, die das Grundwasser aufstauen und sammeln sollen, so dass es in das neue Gewässer eingeleitet werden kann.
Ziel der Sanierung ist es, den zurzeit noch verrohrten Mühlenbach als natürliches Gewässer an die Oberfläche zu holen und das mit Teer kontaminierte Sickerwasser vom Bach und vom Grundwasser abzuhalten. Dazu wird das Bachbett mit einer Kunststoffdichtungsbahn ausgekleidet. „Die ist zu 100 Prozent dicht“, versicherte Dr. Michael Gass, Projektleiter beim Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV). Lösslehm dient abschließend zur Gewässermodellierung.

Aktivkohle und Pflanzenkläranlage

Als weitere Maßnahme wird das Wasser am anderen Ende des neuen Bachabschnitts mit Aktivkohle gereinigt und durchfließt eine Pflanzenkläranlage, um Nitrate herauszufiltern, bevor es in den Mühlenbach eingeleitet wird. Zusätzlich wird im August eine Abwasserleitung zur Merklinder Straße gebaut, um die Auflagen des Landes zu erfüllen, dem Bach nur komplett sauberes Wasser zuzuführen. „Das können wir mit einem natürlichen System nicht garantieren“, erklärte Gass. „Wenn die Anlage funktioniert, können wir die Leitung aber abschalten.“
Der mäandernde Verlauf des künftigen Bachs auf dem ehemaligen Deponiegelände ist bereits zu erkennen. „15.000 Kubikmeter Boden waren notwendig, um das Gelände auf die Höhe zu bringen, die wir für das Gewässer brauchen“, so Stefan Hänsch, Bauleiter bei der ausführenden Firma Köster. Wie Gass erläuterte, liegt das heutige Gelände wegen des zur Deponiezeit aufgeschütteten Abfalls acht bis zehn Meter über dem alten Mühlenbach.

Brücken und Bepflanzung

Zwei Brücken, über die Spaziergänger den Bach queren werden können, sind fast fertiggestellt. Zudem sagten die Verantwortlichen ein besseres Artenspektrum an Pflanzen auf dem Areal als zuvor zu. So sollen die Hangflächen entlang des Bachs bepflanzt werden, wobei die Pflanzen auch als Erosionsschutz dienen. Zudem sind eine Wiederaufforstung der für die Sanierungsarbeiten gefällten Bäume und eine Streuobstwiese vorgesehen. „Dazu sind wir verpflichtet“, erläuterte Gass. Etliche Hunderttausend Euro würden dafür in die Hand genommen.
Die Aussicht auf ein grünes Naherholungsgebiet auf der früheren Deponie fand Anklang bei den Bürgern, die zur Begehung gekommen waren. Es sei aber noch nicht klar, wann das Gebiet für die Bevölkerung freigegeben werden könne, so Gass. „Die Hauptarbeiten werden bis zum Jahresende erledigt sein. Dann folgen die Waldarbeiten und die Pflanzungen, dann die Wege.“ Beim Spatenstich Anfang März waren die Verantwortlichen von einer Fertigstellung Ende 2020 ausgegangen.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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