"Erinnern ist aktuell": Gunter Demnig verlegte neun weitere Stolpersteine in der Altstadt und in Habinghorst

Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig verlegte neun weitere Stolpersteine in Castrop-Rauxel, fünf davon vor dem Haus Am Markt 18.
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  • hochgeladen von Vera Demuth

"Erinnern ist wieder hoch aktuell", sagte Bürgermeister Rajko Kravanja am Donnerstag (15. Dezember) bei der Verlegung von neun Stolpersteinen im Stadtgebiet. Damit erinnern jetzt insgesamt 55 Steine des Kölner Bildhauers Gunter Demnig an jüdische Opfer des Nationalsozialismus und politisch Verfolgte.

"Es gab eine Zeit, da habe ich geglaubt, es hätte sich gebessert, aber die politischen Umtriebe in den vergangenen anderthalb Jahren, zum Beispiel durch die AfD, haben gezeigt, dass es doch nicht so ist", führte Kravanja aus.
Daniel Molloisch vom Aktionsbündnis Stolpersteine, das jetzt die vierte Verlegung der Steine seit 2010 organisierte, ergänzte, dass jede neue Generation in der Verantwortung sei, die Erinnerung an die Historie weiterzugeben, so dass sie sich nicht wiederhole.
Die Gedenkveranstaltung wurde begleitet von Schülern des Ernst-Barlach-Gymnasiums, die Blumen und Kerzen niederlegten, nachdem Isaac Tourgman, Vorbeter und Kantor der Jüdischen Gemeinde Castrop-Rauxel, ein Totengebet in Gedenken an die Ermordeten gesprochen hatte.

Letzter frei gewählter Wohnort

Diesmal wurden die Steine an drei Orten verlegt, um dort künftig daran zu erinnern, dass die Menschen, deren Namen in den Steinen eingraviert sind, dort ihren letzten frei gewählten Wohnort hatten.
Fünf Steine machen an der Adresse Am Markt 18 auf die Familie Heymann aufmerksam – Bertha und ihr Mann Josef, der ein Haushaltswarengeschäft in der Altstadt betrieb, und die drei Kinder Rudolf, Alfred und Dorothea. Wie Archivar Thomas Jasper berichtete, überlebte nur Sohn Rudolf den Nationalsozialismus. Die übrigen Familienmitglieder kamen im Konzentrationslager Auschwitz um.
Die anderen Stolpersteine verlegte Gunter Demnig an den Standorten Münsterplatz 8 sowie an der Ochsenkampstraße 48 in Habinghorst.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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